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Literaturgespräch mit Tobias von Elsner in der Stadtbibliothek Magdeburg

Über deutsche Filmschaffende in der Unterhaltungsindustrie des 20. Jahrhunderts spricht Tobias von Elsner am Mittwoch, 3. Juni, um 17 Uhr im Rahmen seines regelmäßig in der Stadtbibliothek stattfindenden Literaturgesprächs im Spiegel der Romane von Daniel Kehlmann „Lichtspiel“ und Angela Steidele „Ins Dunkel“.

In der kulturellen Blütezeit der Weimarer Republik entwickelte sich mit der Universum Film AG (Ufa) eine bedeutende deutsche Filmindustrie, die seitens des Publikums und von Filmemachern im Ausland als stilbildend wahrgenommen wurde. Legendär bis in die Gegenwart sind Filme wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau (1922), „Metropolis“ von Fritz Lang (1927) oder „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg (1930).

Als die Machtübernahme Hitlers über 500 Regisseure und Schauspieler aufgrund ihrer jüdischen Abstammung oder weltanschaulichen Haltung in die Emigration trieb, hatten manche erfolgreiche deutsche Filmschaffende schon einige Jahre zuvor ihre Karriere in den USA fortgesetzt. Schauspielerinnen wie Greta Garbo oder Marlene Dietrich feierten ihre ersten Erfolge in Produktionen der Ufa und stiegen dann zu „Hollywood-Stars“ auf. Andere Schauspieler und Regisseure standen vor der lebenswichtigen Entscheidung, ein ungewisses Schicksal als Flüchtling auf sich zu nehmen, oder darauf zu setzen, dass man im NS-Staat jenseits monumentaler Propagandaschinken unpolitische, künstlerisch ambitionierte Unterhaltungsfilme realisieren könnte.
Im gemischten Format von Vortrag, Lesung und Gespräch soll beispielhaft anhand der beiden Gesellschaftsromane erhellt werden, wie unterschiedlich die Lebenswege von Künstlern im Exil oder unter dem Anpassungsdruck der inneren Emigration verliefen.

Alle interessierten Gäste sind zum Literaturgespräch mit Tobias von Elsner unter der Überschrift „Exil oder innere Emigration“ am Mittwoch, 3. Juni, um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, 3. Obergeschoss, herzlich willkommen. Zugleich handelt es sich um einen Beitrag für das Studienprogramm „Studieren ab 50“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Eintritt ist frei.

29.05.2026