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MINT-Nachwuchs stärken

Die Landeshauptstadt Magdeburg stärkt gemeinsam mit dem Schülerlabor für Technik „SchüLaTech“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die praxisnahe MINT-Bildung an ihren weiterführenden Schulen. Ziel der Initiative ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für technische Fragestellungen zu begeistern und ihnen einen direkten Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Themen zu ermöglichen.

 

Während an vielen Sekundarschulen die technische Ausstattung bereits gut etabliert ist, besteht insbesondere an Gymnasien Potenzial für zusätzliche praxisnahe MINT-Angebote. Genau hier setzt die Initiative an: Alle neun Magdeburger Gymnasien sowie die Freie Waldorfschule Magdeburg wurden mit modernen Technikbausätzen für den Unterricht der Klassenstufen 5 bis 12 ausgestattet.

 

Statt Schulklassen wie bisher in das Universitätslabor einzuladen, wird das erfolgreiche Konzept nun direkt in die Schulen gebracht. Jede Schule erhielt acht Robotik-Bausätze des Typs Makeblock „mBot2“ sowie einen Klassensatz mit zehn Mikrocontrollern „BBC micro:bit V2“. Die Materialien sind didaktisch aufbereitet, praxisnah konzipiert und orientieren sich an den Lehrplänen der MINT-Fächer. Sie ermöglichen experimentelles Arbeiten im Unterricht, fördern eigenständiges Lernen und stärken die Verbindung von Theorie und Praxis.

 

Die Ausstattung ist das Ergebnis der langjährigen Kooperation zwischen dem Wirtschaftsdezernat der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Schülerlabor „SchüLaTech“. Ziel ist es, dem Fachkräftebedarf im technischen Bereich frühzeitig zu begegnen und Schülerinnen und Schüler für Ausbildungs- und Studienwege im MINT-Sektor zu sensibilisieren.

 

Alle Schulen wurden bereits mit den Baukästen ausgestattet. In den vergangenen Wochen gab es fotodokumentierte Übergaben unter anderem am Norbertusgymnasium, am Internationalen Stiftungsgymnasium, am Domgymnasium, am Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie an der Freien Waldorfschule Magdeburg.

 

„Wenn wir heute über Fachkräftesicherung sprechen, müssen wir bei den Schülerinnen und Schülern anfangen“, erklärt Sandra Yvonne Stieger, Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit. „Technisches Verständnis, Problemlösungskompetenz und Begeisterung für Naturwissenschaften entstehen nicht erst im Studium – sie beginnen im Klassenzimmer. Mit den Technikbausätzen bringen wir wissenschaftliche Neugierde in den Schulalltag und schaffen frühzeitig Berührungspunkte mit den Berufsfeldern, die für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt entscheidend sind.“

 

Dr. Stefan Brämer von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Bereich Berufs- und Betriebspädagogik, betont: „Als angehende Lehrkräfte im Fach Technik erleben wir schon im Studium und als wissenschaftliche Hilfskräfte in einem außerschulischen Lernort, wie entscheidend eine gute Ausstattung für echten, handlungsorientierten Unterricht ist. Dass Gymnasien in Magdeburg nun schrittweise mit geeigneten Materialien ausgestattet werden, ist für uns ein wichtiger und längst überfälliger Schritt. Es eröffnet die Möglichkeit, Technikunterricht künftig so zu gestalten, wie er gedacht ist: nicht nur theoretisch, sondern praxisnah, erfahrbar und kreativ. Schülerinnen und Schüler können Technik dadurch nicht nur verstehen, sondern selbst gestalten – und genau darin liegt eine große Chance für nachhaltige Bildung und echte Begeisterung für technische Zusammenhänge.“

 

Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Team von „SchüLaTech“. Auf Wunsch begleiten die Mitarbeitenden einzelne Unterrichtseinheiten und bieten fachliche Unterstützung an. Ergänzend werden ein praxisorientiertes Handout und ein Online-Kurs zur didaktischen Einbindung entwickelt. In Kooperation mit dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt sind zudem Qualifizierungsangebote für Lehrkräfte in Vorbereitung.

 

Der Stadtrat der Landeshauptstadt hatte mit dem Beschluss des Antrags „Gewinnung junger Talente für technische und medizinische Berufe in demographisch herausfordernden Zeiten“ den Weg zu diesen und weiteren Maßnahmen für die Fachkräftesicherung im Juni 2025 freigemacht.

 

Mit der Initiative setzt die Landeshauptstadt Magdeburg ein klares Zeichen für die enge Verzahnung von Schule, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Erfahrungen der Schulen sollen im Frühjahr 2027 ausgewertet werden, um das Angebot bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

 

Personen auf den beigefügten Fotos (jeweils von links nach rechts): 

  1. Norbertusgymnasium: Anna Jechow und Max Heinrich (SchüLaTech, Uni Magdeburg), Lehrerin Anja John, Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger, Schulleiter Frank Hoffmann sowie Schülerinnen und Schüler
  2. Internationales Stiftungsgymnasium: Max Heinrich (SchüLaTech, Uni Magdeburg), Schulleiterin Juliane Behrendt, Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger
  3. Domgymnasium: Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger, Schulleiter Dr. Dietrich Lührs, Schulleiterin Ulrike Keune
  4. Geschwister-Scholl-Gymnasium: Schulleiter Steffen Drygalla, Schülerin Luisa, Lehrkräfte Ulrike Rahneberg und Jannik Müller, Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger
  5. Freie Waldorfschule Magdeburg: Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger, Schüler Jonathan Hak, Lehrerinnen Dr. Eugenia Schneider und Patty Gadegast sowie Schüler Lukas Kokolowsky

 

04.05.2026