Lesung und Autorengespräch in der Stadtbibliothek Magdeburg
Die DDR verstand sich als antifaschistischer Staat und der kommunistische Widerstand galt als heldenhaftes Vorbild. Wie und ob in der DDR die Erinnerung an den Völkermord an den europäischen Juden Platz finden konnte, geht der Historiker Alexander Walther in seiner aktuellen Studie „Die DDR und die Shoah“ nach. Am Montag, 4. Mai, stellt er sein gerade erschienenes Buch um 17 Uhr in der Stadtbibliothek Magdeburg vor.
Der Autor fragt danach, welche Rolle jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus spielten. Wie konnten sie ihre spezifischen jüdischen Verfolgungserfahrungen angesichts eines ideologisch einseitigen Antifaschismus zum Ausdruck bringen?
Ausgehend von Nachlässen und Selbstzeugnissen sowie von Arbeiten etwa von Autoren wie Arnold Zweig oder Heinz Knobloch zeigt Alexander Walther Handlungsspielräume und Motive jüdischer DDR-Bürger. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen eigensinnigem Handeln und teils parteiloyalen, mitunter schmerzhaften Zugeständnissen an den Staat sichtbar.
Dr. Alexander Walther studierte Geschichte und Englisch für das Lehramt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er wurde 2023 mit einer Arbeit über die Erinnerung an die Shoah in der DDR in Jena promoviert. Seit 2023 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026" am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz.
Gemeinsam mit der Stadtbibliothek Magdeburg lädt die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg zur Buchvorstellung „Die DDR und die Shoah“ und zum Gespräch mit dem Autor Alexander Walther am Montag, 4. Mai, um 17 Uhr in die Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, ein. Der Eintritt ist frei.