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Preis der Lutherstädte wird 2027 in Coburg vergeben/Bürgerschaft ist gefragt

Die Magdeburger Bevölkerung kann auch in diesem Jahr wieder mitbestimmen, wer 2027 mit dem Preis der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“ geehrt werden soll. Mit der Auszeichnung werden Personen gewürdigt, die – wie seinerzeit der Reformator Martin Luther – Zivilcourage zeigen und sich in einer besonderen Situation, aber auch beispielhaft über einen längeren Zeitraum, mit Wort, Tat und Mut gegen Widerstände und für die Gesellschaft einsetzen.

 

„Der Preis wird in Erinnerung an das Wirken von Martin Luther vergeben, der auch in Magdeburg große Spuren hinterlassen hat“, stellt Oberbürgermeisterin Simone Borris die Bedeutung der Auszeichnung heraus. „Deshalb möchte ich alle Magdeburgerinnen und Magdeburger herzlich einladen, ihre sprechenden Vorbilder für den Preis zu nominieren.“

 

Stifter des mit 10.000 Euro dotierten Preises sind die 16 Lutherstädte Augsburg, Coburg, Eisenach, Eisleben, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg, Marburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz.

 

Alle Bürgerinnen und Bürger können einen Vorschlag für mögliche Preisträgerinnen und Preisträger mit den entsprechenden Begründungen unter dem Kennwort „Das unerschrockene Wort" bis zum 1. Mai 2026 bei der Stadtverwaltung einreichen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: im Beteiligungsportal unter www.magdeburg.de/dasunerschrockenewort27, per E-Mail an Annica.Hilger@ob.magdeburg.de oder per Post an die Landeshauptstadt Magdeburg, Team Protokoll und Städtepartnerschaften, 39090 Magdeburg.

 

Persönlich kann man Vorschläge an der Rezeption des Alten Rathauses, Alter Markt 6, in der Stadtbibliothek im Breiten Weg 109, in allen Stadtteilbibliotheken und im Bürgerbüro Mitte in der Leiterstraße abgeben.

 

Aus den eingegangenen Vorschlägen nominiert der Verwaltungsausschuss des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg die Kandidatin oder den Kandidaten. Alle Vorschläge werden vertraulich behandelt. Auch die vom Verwaltungsausschuss nominierte Persönlichkeit wird nicht veröffentlicht.

 

Hintergrundinformationen zum Preis „Das unerschrockene Wort“

Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen eines Festaktes in einer der Stifterstädte verliehen. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury, der neben den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern der Stifterstädte auch sechs Vertretende des öffentlichen Lebens angehören. Die Bürgerinnen und Bürger der stiftenden Lutherstädte können auch Vorschläge für die Preisvergabe unterbreiten.

 

 

 

 

Die Grundsätze zur Verleihung des Preises regelt ein Preisstatut. Darin heißt es: „Der Preis soll verliehen werden an Frauen und Männer, die in einer besonderen Situation oder bei einem konkreten Anlass, aber auch beispielhaft über einen größeren Zeitraum hinweg, in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde, den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben. Dabei soll es weniger um eine Zustandsbeschreibung gehen als um wegweisende, zukunftsgerichtete Überlegungen. Bei der Vergabe des Preises sollen parteipolitische und konfessionelle Gesichtspunkte keine Rolle spielen. Auch allgemeine Unzufriedenheit, querulatorische oder eigennützige Motive oder Demagogie erfüllen nicht das Kriterium des ‚unerschrockenen Wortes’. Die Preisträger können aus der Bundesrepublik Deutschland, aber auch aus dem Ausland kommen.“

 

2025 wurden der Berliner Buchhändler Heinz J. Ostermann und der Historiker Prof. Dr. Jens-Christian Wagner mit dem Preis geehrt.

 

Weitere bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren:

 

2023:   die afghanische Frauenrechtlerin Zarifa Ghafari

2021:  die weißrussischen Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa

2019:  die Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ates

2017:  die Ehepaare Horst und Birgit Lohmeyer aus Jamel (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Markus und Susanna Nierth aus Tröglitz (Sachsen-Anhalt)

2015:  der syrische Rechtsanwalt Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit

2013:  die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“

2011:  der russische Journalist Dmitrij Muratow und die gesamte Redaktion seiner Tageszeitung „Nowaja Gaseta“

2009:  die Politologin und Journalistin Andrea Röpke

2007:  die türkischstämmige Muslimin Emel Abidin-Algan

2005:  der Liedermacher Stephan Krawczyk

2003:  die Theologin Gertraud Knoll aus Österreich

2001:  die Polizeipräsidentin von Eberswalde, Ute Leichsenring

1999:  der Theologe Prof. Dr. Hans Küng

1996:  der Philosoph und Theologe Prof. Dr. Richard Schröder

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13.04.2026