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Gedenkkundgebung und Konzert zur Erinnerung an Sinti und Roma

Sinti und Roma wurden während der nationalsozialistischen Diktatur Opfer eines Völkermords. Das zentrale „Sammellager“ für Sinti und Roma in der Region des heutigen Sachsen-Anhalts befand sich seit 1935 am Rande Magdeburgs am Holzweg/Silberberg. Am 1. März 1943 wurden dessen Insassen in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mit zwei Gedenkveranstaltungen wird den ermordeten Kindern, Frauen und Männern am Sonntag, 1. März, gedacht.
Der historische Ort des Sammellagers war in etwa das Terrain, auf dem sich heute das Einkaufszentrum Flora-Park befindet. An der Stele mit den Namen der Ermordeten auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums erinnern daher um 16 Uhr Manolito Steinbach und Margitta Steinbach – Nachkommen von Überlebenden der Zwangslager Berlin-Marzahn und Magdeburg – sowie Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins „Miteinander“, an das Schicksal der Sinti und Roma.
Nach der Gedenkkundgebung lädt das Literaturhaus Magdeburg um 18 Uhr zum musikalischen Gespräch unter dem Titel „Aus Magdeburg nach Auschwitz – und unsere Stimmen heute“ ein. Janko Lauenberger und Manolito Steinbach erzählen von ihren bewegenden Familiengeschichten und ihren Erfahrungen als Sinti heute. Beide Musiker haben Angehörige im Holocaust verloren. Zu ihnen gehörte auch Erna Lauenburger als eine der deportierten Sinti und Roma des Zwangslagers in Magdeburg. Sie hatte zuvor als Heranwachsende Anfang der 1930er Jahren der DDR-Kinder- und Jugendbuchautorin Grete Weiskopf alias Alex Wedding die reale Vorlage für ihr berühmtes Kinderbuch „Ede und Unku“ geliefert. Das Gespräch versteht sich als lebendiger Dialog über Geschichte und Verantwortung. Gemeinsam mit dem Violinisten Sorin Ferat werden Janko Lauenberger und Manolito Steinbach den Abend musikalisch begleiten.
Alle interessierten Gäste sind am Sonntag, 1. März, um 16 Uhr herzlich zur Gedenkkundgebung an der Stele für die ermordeten Sinti und Roma auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums Flora-Park, Olvenstedter Graseweg 37, eingeladen. Anschließend um 18 Uhr lädt das Literaturhaus Magdeburg zum musikalischen Erinnerungsgespräch „Aus Magdeburg nach Auschwitz – und unsere Stimmen heute“ ein. Der Eintritt ist frei.

Veranstalter und FördererDie Veranstaltungen sind Teil der Reihe „Gedenkjahr Magdeburg“. Sie finden in Kooperation von Miteinander e.V., Stadtbibliothek Magdeburg, Bündnis gegen Rechts Magdeburg, Maro Tchatchepen e.V., Menda Yek e.V., Literaturhaus Magdeburg und Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt statt. Die Gedenkveranstaltungen werden weiterhin ermöglicht durch Mittel der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt sowie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt.

25.02.2026