Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen
Mit Veranstaltungen im Februar und April feiern die Gruson-Gewächshäuser ihr 130-jähriges Bestehen. Auf die Besucher warten Konzerte, Vorträge, Führungen und Ausstellungen. Eröffnet wurden die Gruson-Gewächshäuser als städtische Einrichtung am 12. April 1896.
Die Gruson-Gewächshäuser sind eine einmalige Kultur- und Bildungseinrichtung in Magdeburg, die sich wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Die Erben des am 30. Januar 1895 verstorbenen Magdeburger Industriellen Hermann Gruson hatten damals dessen Pflanzensammlung der Stadt Magdeburg als Geschenk angeboten. In weniger als 15 Monaten wurden die politische Entscheidung zur Annahme des Geschenks gefällt, ein neuer Standort gesucht, die Finanzierung geklärt, geplant, gebaut und bepflanzt. Am 12. April 1896 wurden die Gruson-Gewächshäuser als städtische Einrichtung am heutigen Standort am Klosterbergegarten eröffnet.
In diesem Jahr feiern die Gruson-Gewächshäuser im Februar und April ihr 130-jähriges Bestehen. Unter anderem sind folgende Veranstaltungen geplant, zwei davon im Februar:
Dienstag, 10. Februar, 19.00 Uhr
Pflanzengeheimnisse – Die verborgene Welt im Inneren von Pflanzen:
Ihre Wirkstoffe und Überlebensmechanismen.
Vortrag von Gert Fiedler und Mathias Arnold
Viele Pflanzen produzieren hochwirksame chemische Verbindungen, die ihnen helfen, sich vor Gefahren und Fressfeinden zu schützen. Die Pharmazeuten Mathias Arnold (Halle) und Gert Fiedler (Magdeburg) präsentieren ausgewählte Pflanzen aus den Gruson-Gewächshäusern, die giftige Substanzen enthalten oder bemerkenswerte Überlebensstrategien entwickelt haben. In dem Vortrag gehen sie besonders darauf ein, wie für Menschen potenziell gefährliche Inhaltsstoffe durch genaue Kenntnis und gezielte Anwendung als wirksame Arzneimittel eingesetzt werden können. Der Vortrag wird mit zahlreichen Bildern und Videosequenzen illustriert.
Donnerstag, 12. Februar, 19.00 Uhr
Auf Pflanzenjagd in Ecuador
Vortrag von Stefan Neuwirth
Der Gärtnermeister Stefan Neuwirth war gemeinsam mit Kollegen aus anderen botanischen Gärten in Südamerika unterwegs, um die Natur zu beobachten, zu fotografieren und nicht zuletzt – mit den entsprechenden behördlichen Genehmigungen – Pflanzen zu sammeln. Einige dieser Pflanzen sind jetzt auch in den Gruson-Gewächshäusern zu sehen. In dem Vortrag werden atemberaubende Schönheiten der Natur gezeigt, aber auch eindrückliche Schilderungen der teils abenteuerlichen Expeditionen ins Hochland der Anden und zu den Regenwäldern.
Weitere Veranstaltungen im April
Ab 10. April bis August ist anlässlich des Jubiläums eine Kunstausstellung zu sehen. Außerdem werden historische Innenaufnahmen am jeweiligen authentischen Standort gezeigt, die die Veränderungen der Gewächshausanlage in Laufe ihrer Geschichte erlebbar machen.
Für April sind außerdem Sonderführungen zur Geschichte und zwei Sonntagsmatineen geplant.
Hintergrundinformationen zu den Gruson-Gewächshäusern
Der 1821 in Magdeburg geborene Maschinenbauunternehmer und Hobby-Botaniker Hermann Gruson trug von den 1860er Jahren bis zu seinem Tode 1895 eine sehr umfangreiche Sammlung exotischer Pflanzen zusammen, für die er mehrere Gewächshäuser mit dem Schwerpunkt Kakteen errichtete. Ihm zu Ehren erhielt der im Volksmund als „Schwiegermutterstuhl“ bekannte Goldkugelkaktus den wissenschaftlichen Namen Echinocactus grusonii.
Auf Wunsch von Hermann Gruson ging seine einzigartige Pflanzensammlung nach seinem Tod zusammen mit einem Geldbetrag zum Erhalt und weiteren Ausbau der Gewächshäuser in das Eigentum seiner Heimatstadt Magdeburg über.
Seit der Errichtung der Gewächshäuser wurde die Anlage mehrfach erweitert, umgebaut und renoviert. Im Zweiten Weltkrieg waren die Gewächshäuser schwer beschädigt worden. Der Wiederaufbau wurde mit der Einweihung des großen Palmenhauses 1986 vorläufig abgeschlossen. Zwischen 1994 und 2021 wurden die Schauhäuser in mehreren Bauabschnitten saniert.
Zwischen den Gruson-Gewächshäusern und ihrem Förderverein besteht seit 2012 eine Kooperationsvereinbarung. Der Förderverein unterstützt die Gruson-Gewächshäuser.