Aktionswoche »Eine Stadt für alle« 2026 in der Stadtbibliothek Magdeburg
Ausgangspunkt der aktuellen Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ vom 16. Januar bis zum 27. Januar in Magdeburg ist die verheerende Zerstörung der Elbestadt am Ende des Zweiten Weltkriegs. In seinem Vortrag „Luftkrieg in der Literatur – Zwischen Ästhetik, Ethik und Polemik“ greift der Germanist Antonio Roselli die Thematik am Mittwoch, 21. Januar, um 17 Uhr in der Stadtbibliothek auf.
Der Vortrag untersucht, wie der Luftkrieg in der deutschen Literatur dargestellt wird – und wo seine erzählerischen Grenzen liegen. Antonio Roselli knüpft an W. G. Sebalds kritische Reflexion über das erinnerungskulturelle Schweigen an, die er 1999 in Buchform unter dem Titel „Luftkrieg und Literatur“ veröffentlicht hat, sowie an Alexander Kluges fiktional-dokumentarische Erzählung „Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945“ (1977). In seinem Vortrag zeigt der promovierte Literaturwissenschaftler auf, wie Autorinnen und Autoren zwischen Faktischem und Fiktion sowie zwischen Empathie und analytischer Distanz neue Formen finden, um Zerstörung, Trauma und Verantwortung erzählbar zu machen. Dabei wird sichtbar, dass die literarische Auseinandersetzung mit dem Luftkrieg nicht nur historische Erfahrung widerspiegelt, sondern auch unsere heutigen Vorstellungen von Gewalt, Trauma und Erinnerung prägt.
Der Vortrag greift das Seminar „‚Erzählen ist etwas anderes als Information‘ - Eine Annäherung an das Werk von Alexander Kluge“ auf, das derzeit im Rahmen des Programms „Studieren ab 50“ angeboten wird. Antonio Roselli ist der wissenschaftliche Koordinator des Weiterbildungsprogramms.
Alle interessierten Besucherinnen und Besucher sind zum Vortag „Luftkrieg in der Literatur“ am Mittwoch, 21. Januar, um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, herzlich willkommen. Der Vortrag wird zugleich im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ 2026 in Magdeburg sowie als Beitrag der „Initiative Gedenkjahr Magdeburg“, die von der Stadtbibliothek gemeinsam mit dem Verein „Miteinander. Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt“ angeboten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.