Oberbürgermeisterin Simone Borris besucht Forschungsprojekt »Parti-VR«
Die Landeshauptstadt nutzt in diesem Jahr erstmals Möglichkeiten der Virtuellen Realität um Bürgerinnen und Bürger an Stadtplanungsprozessen zu beteiligen. Über diese neue Form der Mitwirkung hat sich Oberbürgermeisterin Simone Borris kürzlich im Elbedome des Fraunhofer IFF informiert. Der erste öffentliche Planungsworkshop mit Unterstützung Virtueller Realität betrifft das Plangebiet Große Münzstraße und ist am 27. Januar von 17.00 bis 19.00 Uhr im Alten Rathaus. Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten.
Im gemeinsam vom Fraunhofer IFF und der Landeshauptstadt Magdeburg entwickelten Forschungsprojekt „Partizipative Virtuelle Realität (Parti-VR)“ können Bürgerinnen und Bürger Stadtplanung hautnah erleben. Durch die Kombination von modernen VR-Visualisierungen mit analogen Formaten ist eine neue Form der Öffentlichkeitsbeteiligung entstanden, die hier für das Bebauungsplangebiet „Große Münzstraße“ in der Magdeburger Innenstadt erstmals zum Einsatz kommt.
Das Areal, derzeit geprägt von Parkplätzen, teilweise leerstehenden Gebäuden und versiegelten Flächen rund um den Galeria-Standort, soll künftig zu einem lebendigen innerstädtischen Quartier entwickelt werden. Zwischen Breitem Weg und Otto-von-Guericke-Straße ist eine dichte, klimaangepasste und urbane Bebauung mit Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und öffentlichen begrünten Freiräumen vorgesehen. Für das Gebiet wurde bereits ein offizielles Planverfahren gestartet, das sich am Rahmenplan Innenstadt orientiert, der 2022 gemeinsam mit Magdeburgerinnen und Magdeburgern erarbeitet wurde.
Planungsgebiet „Große Münzstraße“: Reale mit der virtuellen Welt verbinden
Wie die Öffentlichkeitsbeteiligung konkret aussehen kann, zeigte sich beim Besuch der Oberbürgermeisterin Simone Borris im Elbedome in dieser Woche. Der Elbedome zählt mit 16 Metern Durchmesser und vier Metern Höhe zu den größten Mixed-Reality-Laboren weltweit. Hier wurde das Plangebiet „Große Münzstraße“ mithilfe modernster 360°-Panorama- und Bodenprojektionen virtuell begehbar.
Dies ist ein neuartiger Zugang zur Stadtplanung, der abstrakte Prozesse erlebbar werden lässt. Mit Virtual- Reality-Technologie können Bürgerinnen und Bürger direkt erleben, wie das Quartier von morgen aussehen könnte, Varianten vergleichen, Ideen diskutieren und die Zukunft aktiv mitgestalten. Neben dem Einsatz bei Workshops im Elbedome ist die Anwendung auch in mobiler Variante vorgesehen.
Öffentlicher Planungsworkshop
Diese mobile Variante wird im Januar 2026 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Am 27. Januar ist von 17.00 bis 19.00 Uhr im Alten Rathaus ein öffentlicher Planungsworkshop zur Zukunft des Gebiets „Große Münzstraße“. Alle Interessierten sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen, Varianten zu vergleichen und Stadtentwicklung mithilfe von Virtueller Realität aktiv mitzugestalten. Um eine Anmeldung unter „ogy.de/anmeldung-magdeburg“ wird gebeten.
Beteiligung im Internet möglich
Darüber hinaus gibt es für alle, die den Workshop nicht besuchen können, die Möglichkeit über das Beteiligungsportal online an einer Umfrage teilzunehmen und so die verschieden Bebauungsvarianten für die „Große Münzstraße“ zu bewerten. Die Umfrage ist im Beteiligungsportal unter www.magdeburg.de/beteiligung und unter https://ogy.de/online-beteiligung freigeschaltet.
Forschungsprojekt Parti-VR
Im Rahmen des Projektes erproben das Fraunhofer IFF und die Landeshauptstadt Magdeburg, wie analoge Beteiligungsmethoden mit Virtual-Reality-Technologie verknüpft werden. Dadurch können Planungen für den Stadtraum – etwa neue Wegführungen, Gebäudevarianten oder Begrünungskonzepte – auch von Laien unmittelbar erlebt, diskutiert und besser nachvollzogen werden.
Langfristig soll aus „Parti-VR“ ein übertragbares Beteiligungskonzept entstehen, das auch in anderen Städten und Regionen eingesetzt werden kann. Der Besuch von Oberbürgermeisterin Simone Borris verdeutlichte, dass Magdeburg bei der Weiterentwicklung einer transparenten, verständlichen und bürgernahen Stadtplanung eine Vorreiterrolle einnimmt und die Chancen innovativer Technologien gezielt für eine lebenswerte Stadt von morgen nutzt.
Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „DATIpilot“ im Förderbereich „Modul 1 – Innovationssprints“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Weitere Informationen sind im Internet unter /www.iff.fraunhofer.de/de/geschaeftsbereiche/menschzentrierte-arbeitssysteme/parti-vr.html verfügbar.