Privatsphäre von Kindern auf Spielplätzen schützen
Spielplätze sollen Orte sein, an denen Kinder unbeschwert spielen, entdecken und sich frei bewegen können. Dazu gehört auch das Recht jedes Kindes auf Schutz seiner Privatsphäre. Dieses Recht ist nicht nur ein moralisches Anliegen, sondern in Deutschland und international klar verankert – unter anderem in der UN-Kinderrechtskonvention, dem Kunsturhebergesetz (KUG) und der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Viele Eltern machen auf Spielplätzen Fotos von ihren Kindern – und das ist völlig in Ordnung. Wichtig ist jedoch, verantwortungsvoll mit diesen Bildern umzugehen, denn jedes Kind hat ein eigenes Recht am eigenen Bild – auch das eigene.
Rechte und Schutz: Was das Gesetz sagt
1. Auch Ihr eigenes Kind hat ein Recht am eigenen Bild
Kinder können selbst nicht entscheiden, ob sie im Internet erscheinen möchten. Deshalb tragen Erwachsene die Verantwortung, ihre Privatsphäre zu schützen.
Eltern müssen sorgfältig abwägen:
- Ist dieses Bild in ein paar Jahren noch für mein Kind in Ordnung?
- Möchte mein Kind später selbst entscheiden, was von ihm öffentlich sichtbar ist?
Eine Veröffentlichung ist schnell getan – die Langzeitwirkung jedoch kaum absehbar. Viele Kinder wünschen sich später mehr Kontrolle über ihre digitale Identität.
2. Aufnahmen anderer Kinder dürfen ohne Zustimmung ihrer Eltern nicht veröffentlicht werden
Aufnahmen, auf denen auch andere Kinder erkennbar sind, dürfen nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten veröffentlicht werden – egal, ob auf Instagram, WhatsApp-Status, TikTok oder in privaten Messenger-Gruppen.
3. Schutz der Privatsphäre ist ein Kinderrecht
Die UN-Kinderrechtskonvention betont ausdrücklich das Recht auf Privatsphäre. Für Kinder gelten besonders hohe Schutzstandards, da sie Risiken noch nicht selbst einschätzen können und langfristige Folgen sie besonders betreffen.
Warum Vorsicht so wichtig ist
Fotos in sozialen Netzwerken können harmlos erscheinen – doch sie können:
- dauerhaft online bleiben
- ungewollt weiterverbreitet werden
- von Fremden gespeichert oder missbräuchlich genutzt werden
- später zu Peinlichkeiten oder Mobbing führen
- Kinder an der eigenen Kontrolle über ihre Identität hindern
Indem wir Fotos bewusst auswählen oder Veröffentlichungen ganz vermeiden, schützen wir Kinder nachhaltig.
Was Sie als Eltern tun können
- Fotografieren Sie Ihr eigenes Kind – aber überlegen Sie sorgfältig, ob Sie das Bild veröffentlichen müssen.
- Veröffentlichen Sie niemals Bilder, auf denen andere Kinder erkennbar sind, ohne vorher die Erlaubnis einzuholen.
- Bevor Sie posten: einmal kurz nachdenken.
Würde Ihr Kind wollen, dass dieses Bild später online sichtbar ist? - Verwenden Sie Alternativen:
Nahaufnahmen, Aufnahmen ohne Gesicht, Perspektiven von hinten oder Detailfotos (z. B. Hände, Füße, Spielzeug). - Respektieren Sie die Privatsphäre aller Kinder.
Auch ein kurzer Moment am Klettergerüst gehört zu ihrem persönlichen Lebensbereich.
Unser gemeinsames Ziel
Unsere Spielplätze sollen sichere Räume sein – nicht nur im Alltag, sondern auch digital.
Indem wir die Privatsphäre aller Kinder schützen, schaffen wir ein Umfeld, in dem Mädchen und Jungen unbeschwert spielen können, ohne sich danach im World Wide Web widerzufinden.
Vielen Dank, dass Sie mithelfen!