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Berufliche Orientierung von Jugendlichen in Magdeburg Fokus: MINT

Megatrends wie der demografische Wandel oder die Digitalisierung führen zu Veränderungen in der Berufs- und Arbeitswelt. Auch der Ausbildungsmarkt ist besonders von solchen Veränderungen betroffen. Vor diesem Hintergrund hat das Bildungsmanagement der Landeshauptstadt Magdeburg eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, womit die Berufswahlentscheidungen Jugendlicher in Magdeburg zusammenhängen.

Die Studie untersucht die berufliche Orientierung von Jugendlichen in Magdeburg mit dem Fokus auf die Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - kurz MINT. In einer Onlinebefragung wurden Jugendliche unter anderem zu ihrer beruflichen Zukunft aber auch zu Magdeburg als zukünftigen Wohnort befragt.

Die Landeshauptstadt Magdeburg als Ausbildungs- und Arbeitsstandort zeichnet sich vor allem durch Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnologie sowie Kreislaufwirtschaft aus. Magdeburg kann daher als MINT-Region bezeichnet werden. Die Anzahl der Ausbildungsstellen in Magdeburg übersteigt deutlich die der Bewerbungen, sodass Lehrstellen unbesetzt bleiben. Ein anderes Phänomen ist die vergleichsweise hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche. Eine Lösung hierfür wäre eine frühzeitig ansetzende Berufsorientierung. In dem veröffentlichten Bericht wird daher unter anderem ergründet, welche Informationen Jugendliche in ihrem Berufsorientierungsprozess nutzen und wie nützlich sie diese einschätzen. 

Befragung: Berufliche Orientierung von Jugendlichen in Magdeburg Fokus: MINT

Begriff „MINT“ nur wenigen Jugendlichen geläufig

Nur 17 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, den Begriff „MINT“ zu kennen und zu wissen, wofür er steht. 25 Prozent haben den Begriff gehört, verstehen aber die Bedeutung nicht. Die Mehrheit von 57 Prozent hat noch nie von „MINT“ gehört.

Interesse an MINT wichtiges Berufswahlkriterium für MINT-Berufe

Die Befragung hat ergeben, dass das Interesse an MINT einen wichtigen Prädiktor für MINT-Berufsaspirationen bei Jugendlichen darstellt. Je stärker das Interesse an MINT bei Jugendlichen ausgeprägt ist, desto eher streben diese Jugendliche auch eine Karriere im MINT-Bereich an. Das fachliche Selbstkonzept scheint nur eine untergeordnete Rolle für die MINT-Berufsaspirationen zu spielen. Dies bedeutet, dass die befragten Jugendlichen ihre Berufswahlentscheidung vor allem von ihrem Interesse und weniger von ihren Fähigkeiten abhängig machen wollen.

Vor dem Hintergrund der relativ hohen Zahl an Ausbildungsabbrüchen lässt dieser Befund aufhorchen. Möglicherweise würde beim Berufswahlprozess eine stärkere Orientierung an dem eigenen Selbstkonzept, also dem Bild über die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, zu mehr erfolgreichen Ausbildungen führen.

Praktika am nützlichsten im Berufsorientierungsprozess

Praktika in der Schule werden als die hilfreichsten praktischen Informationsangebote bewertet, gefolgt von Erfahrungen aus Ferien- und Nebenjobs. Das Sammeln praktischer Erfahrungen spielt bei Jugendlichen heutzutage nach wie vor die wichtigste Rolle im Berufsorientierungsprozess. Praktika sind nicht nur dazu da, praktische Erfahrungen zu sammeln, sondern dienen auch der Netzwerkbildung vor Ort, der Entwicklung von Soft Skills und können das Selbstbewusstsein junger Menschen stärken. Neben praktischen Erfahrungen benennen die Jugendlichen vor allem digitale Angebote wie soziale Netzwerke und das Internet als wichtige Informationsquelle im Berufsorientierungsprozess. Traditionelle Medien wie Tageszeitungen, TV und Broschüren werden als wenig nützlich bewertet.

Jugendliche in Magdeburg optimistisch hinsichtlich ihrer Zukunft

Die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft beschäftigt die Magdeburger Jugendlichen. Sie geben an, häufig über die Zukunft nachzudenken und erachten diese als ein wichtiges Thema.

Dabei blickt die Mehrheit optimistisch auf ihre berufliche Zukunft und plant, nach der Schule eine berufliche Ausbildung zu beginnen, gefolgt von einem höheren allgemeinbildenden Abschluss (z. B. allgemeine Hochschulreife) oder direkt in einen Job zu starten. 

Umweltthemen nachrangige Bedeutung beim Wohnort

Neben der beruflichen Zukunft wurden die Jugendlichen auch zu Magdeburg als zukünftigen Wohnort befragt und was sich ändern müsste, damit Magdeburg als Wohnort attraktiv bleibt oder attraktiver wird. Die Vorstellung, zukünftig in Magdeburg zu bleiben, ist geteilt: etwa die Hälfte kann sich eine Zukunft in Magdeburg vorstellen, während die andere Hälfte dies nicht plant.

Vor dem Hintergrund aktueller Klimadebatten wäre es erwartbar, dass Themen wie Umwelt- und Naturschutz eine wichtige Rolle einnehmen. Für die Attraktivität von Wohnorten spielt kommunalpolitisches Handeln bei Umwelt- und Naturschutz jedoch kaum eine Rolle. Am wichtigsten werden die Themen im Bereich „Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen“ bewertet. Die befragten Jugendlichen fordern beispielsweise saubere Gehwege, weniger Baustellen oder günstiges Wohnen.

Methode der Studie

An der Studie haben 241 Jugendliche aus neunten bis zwölften Klassen Magdeburger Schulen teilgenommen. Die Daten wurden mithilfe eines Onlinefragebogens erhoben, welcher zum Großteil über die Schulen an die Jugendlichen herangetragen wurde. An der Studie haben sich vor allem Jugendliche aus Sekundar- und Gemeinschaftsschulen beteiligt.

20.05.2025