Methoden
Zentraler Aufgabenschwerpunkt im Projekt ist die individuelle Einzelfallhilfe für junge Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Das Case Management beinhaltet eine intensive und langfristig angelegte Begleitung über bestimmte Lebens- und Entwicklungsabschnitte und umfasst den Prozess der Ermittlung von Kompetenz- und Bedarfslagen, die Planung und Koordinierung der erforderlichen Hilfen sowie die Unterstützung hin zu stabilen Wohnverhältnissen. Dabei wird eine Erweiterung der Kompetenzen und Handlungsstrategien der Jugendlichen und jungen Erwachsenen angestrebt. Bereiche wie Lebenssituationseinschätzung, Berufswegplanung, Netzwerk- und Ressourcenanalyse, Perspektivbildung, Bewerbungsanforderungen oder Krisenmanagement werden dabei gezielt thematisiert und entwickelt.
Als Ergänzung hierfür dient die aufsuchende Jugendsozialarbeit dazu Wege in die Unterstützungsangebote zu finden. Junge Menschen werden in ihrer Lebenswelt (z.B. der Jugendhilfeeinrichtung) oder an Orten, an denen sie sich für gewöhnlich aufhalten, von den sozialpädagogischen Fachkräften aufgesucht. Die Ansprache erfolgt somit lebensweltnah und niedrigschwellig und ermöglicht den Kontaktaufbau und die -aufrechterhaltung auf Augenhöhe. Das Projekt wird zur Professionalisierung vor allem dieses methodischen Bausteins zusammen mit dem Streetwork der Landeshauptstadt umgesetzt. Hierbei liegt der Schwerpunkt der sozialen Arbeit in der Verlagerung der Tätigkeiten in die Lebenswelten der zu erreichenden Personengruppen. So werden auch junge Menschen kontaktiert und erreicht, die das etablierte Hilfesystem aus verschiedensten Gründen (noch) nicht nutzen.
In der im Rahmen des Projektes geschaffenen Anlaufstelle in der Raiffeisenstraße 21 (Stadtteil Leipziger Straße) finden die Teilnehmenden zusätzlich einen sicheren, offenen Raum, um mit den Pädagoginnen und Pädagogen und den dortigen Angeboten in Kontakt zu kommen. Untersetzt wird dies durch feste Angebotszeiten sowie offene Beratungs- und Kontaktzeiten. Die Teilnehmenden erfahren hier Unterstützung in Ihrem Alltag: das regelmäßige Angebot gemeinsam zu kochen und zu essen, die Möglichkeit Waschmaschine und Trockner zu nutzen, zu duschen oder einen Computer, Internetzugang und Drucker zur Verfügung zu haben.
In den Räumlichkeiten der Anlaufstelle wird zudem ein weiterer zentraler Punkt des Projektes umgesetzt: der Wohnungsführerschein. In mehreren Modulen erfahren die Teilnehmenden im Einzel- oder Gruppenkontext grundlegende Kenntnisse rund um das Thema Wohnen. Fähigkeiten und Fertigkeiten werden sowohl in theoretischen als auch praktischen Einheiten vermittelt. Der Wohnungsführerschein wird als Intensivkurs mit regelmäßig stattfinden Modulen durchgeführt, steht aber auch als Express-Variante u.a. für Projekttage zur Verfügung. Zentrale Inhalte sind: Wohnungssuche und Bewerbung, Verträge und Finanzen, Heizen, Lüften und Energiesparen, Rechtliches sowie die Erprobung handwerklicher Fähigkeiten.