Strategie 2040: Magdeburg in Bewegung. Einfach gemeinsam Zukunft gestalten.
Zukunftskonzept bis 2024
„Mit dem Strategiepapier haben wir einen langfristigen Rahmen gesetzt, der die Stadtentwicklung bis zum Jahr 2040 in ihrer Gesamtheit betrachtet“, blickt Oberbürgermeisterin Simone Borris voraus. „Basis für die Erarbeitung waren unter anderem mehrere Klausurtagungen und Gespräche mit den sechs Beigeordneten zu den zentralen strategischen Themen der kommenden Jahre. Ziel war es, die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven in einer gemeinsamen Strategie zusammenzuführen und Prioritäten klar zu definieren.“
„Magdeburg 2040“ wird für die kommenden Jahre der strategische Kompass sein. Das Papier ersetzt aber keine Fachkonzepte und beinhaltet keine Einzelentscheidungen. Vielmehr ist es ein Orientierungsrahmen für die stärkere Ausrichtung politischer und administrativer Entscheidungen an langfristigen Zielen. Dabei soll die Strategie auch Grundlage für die Prioritätensetzung im Haushalt, für die Weiterentwicklung bestehender Fachkonzepte und für die Organisation und Steuerung der Verwaltung sein.
Die „Vision Magdeburg 2040“
In dem Strategiepaper werden als „Vision Magdeburg 2040“ grundlegende Vorstellungen für die Zukunft dargestellt. Demnach ist Magdeburg in 14 Jahren eine leistungsfähige und resiliente Landeshauptstadt: Sie gestaltet aktiv, verantwortungsvoll und wirksam den gesellschaftlichen, digitalen und ökologischen Wandel – mit und für die Menschen, die hier leben, arbeiten und lernen.
Magdeburg soll 2040 von einer modernen Dienstleistungsmentalität geprägt sein. Die Verwaltung ist dabei Motor und Treiber, handelt effizient, digital, transparent und nah an den Bedürfnissen der Menschen. Die soziale Teilhabe soll den Zugang zu Bildung, Kultur, Daseinsvorsorge und demokratischer Mitgestaltung garantieren. Gemeinschaft, Zusammenhalt und chancengerechte Beteiligung bilden die tragenden Prinzipien.
Eine weitere Vision ist das qualitative Wachstum durch eine starke Wirtschaft sowie durch Innovationen und Vernetzungen. Dabei soll Magdeburg neben der eigenen auch die Stärke der Region nutzen und entfalten. Dazu beitragen können die Optimierung von Standortqualität und Arbeitsplätzen sowie die Förderung von Fachkräften und internationalen Kooperationen.
Magdeburg 2040 soll durch Kunst, Kultur und Sport weiterhin inspirierend sein und damit Identität, Begegnung und emotionale Bindungen schaffen. Ein lebendiges Miteinander, das Menschen verbindet, Engagement und Teilhabe ermöglicht.
Zehn Kompassziele zur Umsetzung
Um die Vision zu erreichen, beinhaltet die erarbeitete Strategie zehn Kompassziele zur Umsetzung in konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen. Diese Ziele zeigen, wie Bewegung – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – zum Leitmotiv für die Stadtgesellschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft wird.
Zu den zehn Kompasszielen gehören:
- Magdeburg einfach
- Magdeburg kompetent
- Magdeburg finanziell handlungsfähig
- Magdeburg partizipativ
- Magdeburg sportlich
- Magdeburg mobil
- Magdeburg lebenswert und sozial
- Magdeburg wirtschaftsstark
- Magdeburg resilient
- Magdeburg vernetzt
Konkrete Beispiele: Bürgerservice, Haushalt und Sport
Jedem der zehn Kompassziele sind geplante Maßnahmen zugeordnet, weitere werden folgen.
So steht „Magdeburg einfach“ unter anderem für die konsequente Analyse und Optimierung von Verwaltungsprozessen.
„Wir wollen Bearbeitungszeiten in den Ämtern verkürzen und dafür Abläufe verschlanken“, nennt Oberbürgermeisterin Simone Borris ein Beispiel. „Dafür müssen wir weitere nutzerfreundliche Online-Dienste ermöglichen, die den orts- und zeitunabhängigen Zugang zu möglichst vielen Verwaltungsleistungen ermöglichen. Durch deren Nutzung und zusätzliche Bürgerterminals können Kapazitäten frei werden, um Menschen ohne digitalen Zugang oder mit hohem Unterstützungsbedarf in einem zentralen Bürgerbüro persönlich noch besser zu betreuen.“
„Magdeburg finanziell unabhängig“ bedeutet den schrittweisen Abbau von Haushaltsdefiziten bis zum Jahr 2034.
„Nur mit einer stabilen finanziellen Basis kann die Verwaltung Ressourcen effizient, bedarfsgerecht und strategisch klug einsetzen“, blickt Simone Borris in die Zukunft. „Unsere Arbeit wollen wir künftig noch konsequenter an den Kernaufgaben der Stadtverwaltung ausrichten. Zusätzliche Leistungen müssen sich an klar definierten Prioritäten messen lassen und dürfen die Handlungsfähigkeit der Stadt nicht gefährden. Neue Investitionsentscheidungen werden wir von langfristigen Faktoren wie der demografischen Entwicklung und dem Infrastrukturbedarf abhängig machen. Vorhaben ohne strategische Relevanz und ohne gesicherte Finanzierung werden nicht mehr umgesetzt!“
Das Kompassziel „Magdeburg sportlich“ basiert auf den etablierten Marken SC Magdeburg und 1. FC Magdeburg, die Leuchttürme in der europaweiten Sportlandschaft: Sie verleihen Magdeburg Strahlkraft nach innen und außen. Daneben prägen unter anderem der traditionsreiche Boxsport, leistungsstarke Stützpunkte in Spitzensportarten und besonders auch der starke Vereins- und Breitensport mit hohem ehrenamtlichem Engagement das sportliche Profil Magdeburgs. Künftig wird sich Magdeburg noch stärker als Standort für Spitzensport und damit auch als Sportstadt positionieren. Weitere Ziele für die kommenden Jahre sind die Förderung der Leistungsstützpunkte für olympische und paralympische Disziplinen sowie für Spitzenvereine im Fuß- und Handball. Zudem werden in der Strategie die Talentförderung und die Unterstützung von Nachwuchskräften, die Akquise von Sportgroßveranstaltungen sowie die effiziente Nutzung vorhandener Sportflächen hervorgehoben.
Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Stadtrat
„Eine Strategie entfaltet aber nur dann Wirkung, wenn sie von Politik und Verwaltung gemeinsam getragen wird“, betont die Oberbürgermeisterin. „Deshalb wünsche ich mir einen aktiven Dialog mit dem Stadtrat, um das vorgelegte Konzept in den kommenden Monaten gemeinsam zu diskutieren und zu schärfen. Ziel sind weitere konkrete Umsetzungsmaßnahmen.“
Damit soll auch die strategische Zusammenarbeit zwischen der Verwaltungsspitze und dem Stadtrat gestärkt werden.
Zudem sind künftig regelmäßige, bilaterale Gespräche zwischen der Oberbürgermeisterin und den Fraktionsvorsitzenden geplant. In einem kontinuierlichen Dialog sollen dabei strategische Frage- und Zielstellungen gemeinsam diskutiert werden. Alle umzusetzenden Projekte und Maßnahmen werden auch weiterhin durch den Stadtrat beschlossen.