Gewässerausbau für das Furtlakengrabensystem
Hochwassernachsorge Ostelbien: Graben Neugrüneberg
„Mit dem geplanten Ausbau des Grabens Neugrüneberg vom Schwarzkopfweg bis zum Gübser Weg schaffen wir in den Sommermonaten eine weitere Voraussetzung für den schnellen Abfluss bei Hochwasser sowie von Überschusswasser nach starken Niederschlägen“, begründet Oberbürgermeisterin Simone Borris die geplanten Arbeiten in Ostelbien. „Im kommenden Jahr ist zudem der Ausbau des Schwanengrabens und des Grabens A vorgesehen. Mein Dank gilt dem Land Sachsen-Anhalt, das dafür 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Der Ausbau dieser drei Gräben ist gleichzeitig der Abschluss der Ausbaumaßnahmen des 18 Kilometer langen ostelbische Grabensystems. Das Vorhaben ergänzt die zahlreichen Maßnahmen der Stadtverwaltung, die wir seit vielen Jahren im Rahmen der Hochwassernachsorge im ostelbischen Stadtgebiet umgesetzt haben.“
Zu den geplanten Arbeiten in diesem Jahre gehören der Ausbau des Grabens Neugrüneberg auf einer Länge von rund 815 Metern. Auch mehrere Rohrdurchlässe und ein parallel verlaufender Weg werden, zur dauerhaften Absicherung der Pflege und Wartung des Grabens, neu gebaut.
Damit der Ausbau im Sommer beginnen kann, werden zunächst etwa 1.000 Quadratmeter Strauch- und Buschwerk und etwa 45 kleine und mittlere Bäume gefällt. Für den notwendigen Grabenausbau liegt ein Planfeststellungsbeschluss vor, welcher auch eine naturschutzfachliche Genehmigung für die Fällungen beinhaltet. Die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden bereits realisiert.
Bereits im Jahr 2014 wurde mit dem Presterverbindungsgraben auf einer Gesamtlänge von rund 3.100 Metern eine optimale Vorflut für die Gräben E und F bis zum Unterlauf des Grabens H hergestellt. An diesen Unterlauf wurden die 2025 ausgebauten Gräben G und H angeschlossen, damit das Wasser über den Entlastungsgraben vom Graben A zu Hermeckes Kiesloch sowie über die Rohrleitung vom Puppendorfer Privatweg in den Steingraben und von dort in die Umflutehle abgeführt werden kann.
Hintergrund zur Hochwassernachsorge
Während die Hochwasservorsorge – die Ertüchtigung der Deiche und Schutzanlagen – in die Zuständigkeit des Landes fällt, ist die Landeshauptstadt Magdeburg für die Hochwassernachsorge zuständig.
Ein Schwerpunkt ist dabei die Entwässerung der ostelbischen Stadtgebiete. In der Vergangenheit traten durch hohe Grundwasserstände und Poldersituationen bei Hochwasser anhaltende Vernässungen auf, wobei privates sowie öffentliches Eigentum gefährdet wurde. Grund dafür war, dass vor allem die Furtlake als Hauptvorfluter ihrer Aufgabe ab bestimmten Wasserständen in Elbe und Ehle nicht mehr gerecht wurde. Nach Abschluss der Grabenausbauarbeiten wird die hydraulische Gesamtsituation des Polders erheblich entspannt.
Zur Optimierung des Wasserabflusses hatte die Stadtverwaltung ein Konzept entwickelt und in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen im zweistelligen Millionenbereich umgesetzt. Ein Schwerpunkt der Hochwassernachsorge im ostelbischen Raum war der Bau des 2022 eröffnetenSchöpfwerkes mit dem neuen Steingrabensiel im Biederitzer Busch. Allein in die Errichtung dieser Anlage wurden 6,5 Millionen Euro investiert.