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Ulrike Damm - Die Poesie des Buchhalters

Ulrike Damm, Künstlerin und Autorin, zeigt in SELTENLAND mit einer monumentalen Schriftskulptur die psychische Verfasstheit ihres Romanhelden. Überschrieben ist die Ausstellung für sie mit dem Motto: Es will alles gut durchdacht sein, auch wenn es Unsinn ist. Mit diesem Satz beginnt auch ihr Roman „Die Poesie des Buchhalters“. Auf annähernd 30.000 Karteikarten spiegelt die Künstlerin die in sich stimmige, aber völlig unsinnige Logik des Buchhalters Justus, der doch eigentlich nur eines möchte: Ein einziges Mal aus seinem gelebten Raster ausbrechen. Dass er das so sehr will, ist ihm nicht bewusst. Er handelt nur danach. 

Poetisch, grotesk, brillant

Am 5. Februar 2026 um 19:30 Uhr lädt das FORUM GESTALTUNG zu Lesung und Gespräch mit Ulrike Damm ein. Literaturkritiker Jochaim Scholl schreibt: „Poetisch, grotesk, brillant – Ulrike Damm ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literaturlandschaft!“

Ulrike Damm studierte Visuelle Kommunikation. Seit 1984 arbeitet sie als selbstständige Designerin in Berlin. Seit 2010 schreibt sie Romane und Erzählungen. »Die Poesie des Buchhalters« ist Ulrike Damms viertes belletristisches Werk. Der Roman »Kulp und warum er zum Fall wurde«, die Geschichte eines Blinden, erschien 2020 ebenfalls bei DRAVA. Mit monumentalen Schriftbildern ihrer Texte, die in Ausstellungen und Künstlerbüchern zu sehen sind, verknüpft Ulrike Damm kongenial ihre beiden Leben als Schriftstellerin und Künstlerin in Berlin. In der Berliner edition frölich erschienen dazu »Zwei Wahrheiten des Schreibens«, 2023 und »Es will alles gut durchdacht sein ...«, 2024.

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SELTENLAND – Philipp Wewerka und Gäste

Die Ausstellung „SELTENLAND – Philipp Wewerka und Gäste“ eröffnet einen außergewöhnlichen Zugang zu den Themen Kunst, Autismus und Neurodiversität und macht sichtbar, wie unterschiedlich Wahrnehmung, Denken und künstlerischer Ausdruck sein können.

Anlässlich seines 60. Geburtstags widmet sich die Ausstellung SELTENLAND erstmals umfassend dem Werk des Künstlers Philipp Wewerka. Aus über 800 Papierarbeiten präsentiert sie eine Auswahl, die sich um ein zentrales Motiv in Wewerkas Schaffen dreht: die Sehnsucht nach Aufbruch, nach einem anderen Ort – dem imaginären „Seltenland“.

Wewerkas kleinformatige, meist beidseitig bearbeitete Zeichnungen – mit Motiven wie Zügen, Schiffen, Raketen oder U-Booten – bewegen sich zwischen verspielter Fantasie und obsessiver Genauigkeit. Sie sind zugleich poetische Fluchten und präzise Innenansichten eines Künstlers, der als Autist stets Außenseiter blieb – und uns gerade dadurch neue Perspektiven eröffnet.

Vier künstlerische Positionen ergänzen die Ausstellung:

  • Stefan Ringelschwandtner (Film „Sunday Gaze“) erkundet mit der Kamera Begegnung und Wahrnehmung.
  • Karita Guzik, deren Lyrik der Ausstellung ihren Titel gab, verführt mit Sprache an der Grenze des Verstehens.
  • Ulrike Damm visualisiert mit einer Textinstallation ihren neuen Roman Die Poesie des Buchhalters.
  • Igor Levit ist mit einer Kurzfassung von Vexations von Erik Satie zu sehen – ein Stück radikaler Wiederholung, im Dialog mit Wewerkas Serien.

SELTENLAND ist Einladung und Reise zugleich – ein Ort jenseits des Alltäglichen, den Philipp Wewerka in seinen Bildern immer wieder neu erfindet.

02.02.2026