Premiere: »Das Nori sagt Nein!«
Vom Bilderbuch auf die Puppenbühne
Die Puppen- und Schauspielregisseurin Friederike Förster, 1989 in Dresden geboren, bringt das Bilderbuch „Das Nori sagt Nein!” als Uraufführung auf die Bühne des Puppentheaters Magdeburg. Die Vorlage schrieb die Kinderbuchkünstlerin Antje Damm.
Bei ihr lebt Nori – ein kleines eigenwilliges, aber friedliebendes Wesen – glücklich in seiner Erdhöhle, bis es eines Tages von einer Riesin entführt und in ein Puppenhaus gesteckt wird. Doch es wehrt sich und fordert mit einem kraftvollen „Nein!“ seine Freiheit ein.
Die Kritik lobte: Ein besonderes Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren, die sich nicht mehr alles gefallen lassen wollen. Nachdem Autorin Antje Damm ihre Zustimmung für eine Bühnenfassung gab, schrieb Förster eine Textfassung.
Erst Entlein, dann Nori
Für die Konzeption der Figuren fand die Regisseurin in Puppenspieler und -bauer Paul Hentze ihren Mitstreiter. Beide verbindet eine langjährige Zusammenarbeit: So studierten sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, wo beide 2019 ihr Studium mit Auszeichnung abschlossen.
Zudem arbeiteten sie bereits als Gast für das Puppentheater Magdeburg: in „Das hässliche Entlein“ (2023, Regie: Pierre Schäfer). Förster zeichnete für Bühnenbild und Ausstattung verantwortlich, Hentze für die Puppen. Wie jetzt wieder in „Nori“.
MDR-Sendung „Elefant, Tiger & Co.“
Doch hier spielte der Zufall eine Rolle. Als der 32-Jährige die Titelfigur entwarf, lief im MDR-Fernsehen gerade „Elefant, Tiger & Co.“. Die Sendung blickt regelmäßig hinter die Kulissen vom Zoo Leipzig. In einer Folge wurde ein kleines Rüsselhündchen vorgestellt: schwarzbraunes, flauschiges Fell, große neugierige Augen und ein etwa fünf Zentimeter langer Rüssel, mit dem das neugierige Tier sein Fressen sucht.
Ausgehend von dieser Inspiration entwarf er das ebenso neugierig-niedliche Nori. Eine besondere Herausforderung war die Umsetzung des beweglichen Rüssels. Der macht das gegenseitige Beschnuppern der Figuren besonders spaßig.
Riesenhafte Kaukatzky-Puppe
Für die Riesin selbst entschieden sich er und die Regisseurin für eine sogenannte Kaukatzky-Puppe, quasi eine Spielfigur ohne Kopf. Dafür hängt sich die Spielerin oder der Spieler die Figur um den Hals und benutzt die eigene Mimik.
Ensemblemitglied Jana Weichelt übernimmt die Rolle der Riesin – und führt im Übrigen auch das Nori, was ihr in dieser spielerisch anspruchsvollen Solo-Inszenierung doppelte Konzentration abverlangt. Seit dieser Spielzeit ist Paul Hentze ihr neuer Kollege im Puppentheater-Ensemble. Für „Nori” war er schon als Gast gebucht, bevor er am 1. September festes Ensemblemitglied wurde. Und die nächste Premiere mit ihm ist schon in Vorbereitung. Diesmal wieder als Puppenspieler.