Tag der Städtebauförderung: Bürgerfest und Nicolaiplatz
Etwa 4,6 Millionen Euro für die Modernisierung
Dem Aufruf zum Bürgerfest und der Einweihung des Nicolaiplatzes im Rahmen des Tages der Städtebauförderung folgten zahlreiche Gäste. Der Tag der Städtebauförderung ist bundesweit – die Landeshauptstadt Magdeburg war in diesem Jahr Gastgeberin der Auftaktveranstaltung, was die besondere Bedeutung der Städtebauförderung für die Stadtentwicklung in der Ottostadt unterstreicht.
„Der Nicolaiplatz hat eine besondere Stellung in Magdeburg, denn er ist das Zentrum und damit das Herz des Stadtteils. Er gehört zum Leben der Neustädterinnen und Neustädter und steht nun auch für kommende Generationen als lebens- und liebenswerter Ort in der Nachbarschaft zur Verfügung“, betonte Oberbürgermeisterin Simone Borris in ihrer Eröffnungsrede. „Ich freue mich, dass der sanierte Platz nun offiziell freigegeben ist und den Stadtteil bereichert.“
Für die Modernisierung des Nicolaiplatzes haben Bund, Land und Stadt rund 4,6 Millionen Euro investiert. Im Rahmen der Städtebauförderung wurde das Vorhaben mit 1,3 Millionen Euro Fördermitteln aus den Programmen „Aktive Stadt und Ortsteilzentren“ und „Soziale Stadt“ unterstützt.
Nicolaiplatz: Bürgerwünsche sichtbar umgesetzt
Der nach Bürgervorschlägen umgestaltete Platz kann künftig vielseitig als Erholungsort, Marktplatz und Veranstaltungsfläche genutzt werden.
Die Planung der Umgestaltung erfolgte mit breiter öffentlicher Beteiligung, um die vielfältigen Bedürfnisse der Anwohnenden einzubeziehen. So wurden die Wünsche, wie der Erhalt des Altbaumbestandes um die Pkw-Stellplätze und die Ausstattung des Platzes mit einer Weihnachtsbaumhülse, in der Planung berücksichtigt.
Mit der Umgestaltung wurden historische Raumkanten hervorgehoben, der Blick auf die Schinkelkirche St. Nicolai freigestellt und der Platz zur Lübecker Straße hin geöffnet. Die im Jahr 2023 eingeweihten Wasserspiele sowie rund 80 Bäume, Sitzgelegenheiten und naturnahe Materialien bringen Ruhe in die Umgebung und wirken erholsam, vor allem an heißen Tagen.
Seit 1812 – Eine wechselhafte Geschichte
Der Nicolaiplatz wurde im Rahmen der Napoleonischen Gründung der Neustadt ab dem Jahr 1812 geplant und realisiert. Der Platz und seine angrenzende Bebauung durchlebten bis heute eine wechselvolle Geschichte und viele bauliche Veränderungen mit unterschiedlichen Erscheinungsbildern. Die einzelnen Epochen lassen sich heute noch gut an der Vielfalt der unmittelbar angrenzenden Bebauung ablesen. Die von Karl Friedrich Schinkel erbaute Kirche St. Nicolai ist das bedeutendste klassizistische Bauwerk Magdeburgs und wurde 1824 geweiht.
Hintergrund zur Städtebauförderung
Die Städtebauförderung ist seit 1971 ein zentrales Instrument der Stadtentwicklung und eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen. Seit 1990 unterstützt sie ebenfalls Investitionen in Infrastruktur und Lebensqualität in Sachsen-Anhalt und hilft Städten, sich an gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen anzupassen.
Mit Programmen wie „Lebendige Zentren“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ werden gezielt Impulse für zukunftsfähige Städte gesetzt. Die Bundesmittel wurden im Jahr 2026 auf 1 Milliarde Euro erhöht und sollen bis 2029 weiter auf rund 1,6 Milliarden Euro anwachsen.
Magdeburg profitiert seit Jahrzehnten in besonderem Maße von der Städtebauförderung. Insgesamt sind rund 163 Millionen Euro allein an Bundesmitteln in die Landeshauptstadt geflossen.