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Die Spielzeit 2026/27 im Puppentheater

Das Puppentheater Magdeburg stellt sein Programm für die neue Spielzeit vor: Vom DDR-Klassiker übers Weihnachtsmärchen bis hin zur Adaption eines bewegenden Jahrhundertromans wartet 2026/27 ein vielfältiges und einzigartiges Programm aufs Publikum. Daneben setzt das Haus weiter auf seine erfolgreichen Diskursreihen und theaterpädagogischen Formate.

Er gilt als bewegender Jahrhundertroman über eine stille Alltagsheldin: „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner. Das Puppentheater Magdeburg adaptiert den 2025 für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman erstmalig als Bühnenstück und präsentiert ihn als Uraufführung. Die Inszenierung gehört zu einer von sechs Premieren, die Intendantin Sabine Schramm in einer Presse-konferenz vorstellte:

Premieren und Uraufführungen

«Alfonsina Strada – Mein Fahrrad und das große Rennen» (UA, 11.10.2026, 18 Uhr) über eine italienische Radsportlerin (1891–1959), die als erste und einzige Frau beim Giro d’Italia startete; das berühmte Weihnachtsmärchen «Nussknacker und Mäusekönig» (Premiere, 27.11.2026, 18 Uhr) in einer Fassung von Frank Alexander Engel; der DDR-Kinderbuchklassiker «Bettina bummelt» (Pre-miere, 13.02.2027, 15 und 16.30 Uhr) als eine Hommage ans Bummeln, Trödeln und Flanieren; den Magdeburg-Roman «Schwebende Lasten» (UA, 25.03.2027, 20 Uhr) über Katastrophen und Glücksmomente einer einfachen Frau; der Liederabend «Plastic John Lennon» (UA, 16.04.2027, 20 Uhr) über einen großen Künstler und seinen ungewöhnlichen Lebensweg sowie das «Hofspektakel: Decamerone» (Premiere, 02.07.2027, 20.30 Uhr) frei nach Giovanni Boccaccio.

Kurz nach der Landtagswahl: «Am roten Faden»

Das Diskurs- und Gesprächsformat «Am roten Faden» – flankiert von Musik, Spiel und Performance – geht 2026/27 in die dritte Spielzeit und beschäftigt sich am 12.09.2026 rückblickend mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Am 16.01.2027 findet es im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für Alle – Initiative Weltoffenes Magdeburg“ statt und eine dritte Ausgabe startet im Frühjahr 2027 innerhalb des Projekts „Übermorgen“ mit Studierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal.

«Mein innerer Kompass» und «Bin ich schön?»

Die Theaterpädagogik bleibt auch in der Spielzeit 2026/27 weiter eine tragende Säule des Puppentheaters Magdeburg. So wird die Empowerment-Workshopreihe «Mein innerer Kompass», die im Rahmen eines Kinderschutzkonzeptes entstanden ist, fortgeführt. Ebenso ist der Workshop «Bin ich schön?», in dem sich Jugendliche mit (medialen) Vorbildern und eigenen Werten sowie ihrem Selbstbild auseinandersetzen, weiter im Programm. Das gilt auch für theaterpädagogische Formate im Nachmittags- und Abendbereich, wie Puppenspielclubs, Familienworkshops, Szenisches Schreiben sowie Angebote zur kreativen Selbstfürsorge («Soulmask – eine Maske für die Seele»).

„Bunte Revolution“ in Jugendkunstschule

Anlässlich des „Festivals der Moderne“ (von Mai bis Oktober 2027) in Magdeburg startet die Jugendkunstschule in der neuen Spielzeit eine „Bunte Revolution“ - dieses Motto wird sich im Kunst-schuljahr 2026/27 durch alle kunstpädagogischen Angebote ziehen. Erst einmal steht aber im Herbst eine besondere Kunstkooperation an, die mit einer Ausstellung im Rathaus am 25.10.2026 beginnt. Anlass ist das „80 Jahre UNICEF-Jubiläum“. Hier wird die Jugendkunstschule Magdeburg in Zusammenarbeit mit der „UNICEF-Arbeitsgruppe Magdeburg“ ein Gestaltungsprojekt unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Simone Borris umsetzen.

Figurensammlung mit neuem Konzept

Figuren Spiel Sammlung Villa P 1
© Puppentheater Magdeburg
Figuren Spiel Sammlung Villa P 2
© Puppentheater Magdeburg
Figuren Spiel Sammlung Villa P 3
© Puppentheater Magdeburg

Die 2012 eröffnete größte öffentliche Figurensammlung Mitteldeutschlands in der villa p. wird in der kommenden Spielzeit grundlegend neu gedacht und konzipiert. Was bisher als kulturhistorischer Schatz bewahrt wurde, soll künftig als lebendiger Ort erfahrbar sein – als Raum für Kunst, Wissen, Forschung und Begegnung. Figuren, Masken und Objekte treten aus der reinen Betrachtung heraus und werden Teil einer großen Erzählung. Die leitende Frage dabei ist ebenso einfach wie weitreichend: Warum schafft der Mensch Abbilder von sich selbst?

Forschung und Tradition im KI-Zeitalter

Doch auch Zukunftsthemen stehen in der neuen Spielzeit auf der Tagesordnung: Was hat KI mit Puppentheater zu tun? Wie beeinflusst der 3-D-Druck den Puppenbau? Und welche Rolle werden in Zukunft Roboter auf der Bühne spielen? Das sind Fragen, über die sich das Puppentheater gemeinsam mit dem Fachbereich Industriedesign der Hochschule Magdeburg-Stendal Gedanken macht. Und zwar in dem bundesweiten Projekt „Übermorgen“, das die Kulturstiftung des Bundes finanziell fördert. Im Zentrum stehen derzeit zwei Seminare an der Hochschule, in denen Studie-rende z. B. an Prototypen von 3-D-gedruckten Figuren arbeiten.

quartier p.

Mit dem quartier p. – zu dem das Puppentheater Magdeburg, die Jugendkunstschule Magdeburg und der Bahnhof Magdeburg-Buckau mit einem kommenden „Europäischen Zentrum für Puppen-spielkunst“ gehört – entsteht in Magdeburg ein einmaliger Ort, an dem Theater, Lehre, Forschung und Stadtgesellschaft ineinandergreifen. Im Bahnhof Magdeburg-Buckau wird Platz geschaffen für zwei geplante Masterstudiengänge, die in Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart umgesetzt wer-den. Beide Studiengänge sollen im WS 2027/28 erstmals starten.

Eröffnungsfest am 19. September 2026

Das Puppentheater Magdeburg eröffnet die Spielzeit 2026/27 wieder mit seinem legendären „Fest für alle“. Am 19.09.2026 wird auf dem Areal „jede Menge Theater und Kunst“ geboten – für Kinder, Erwachsene, Familien, Nachbar*innen und Puppentheaterfreund*innen. Dabei stehen auch die Wiederaufnahmen „Das Nori sagt Nein!“ und „Das schönste Land der Welt“ auf dem Programm.

18.06.2026