Nein sagen und Andecken als Stärke
Lesungen im Literaturhaus
Donnerstag, 11. Juni 2026, 19:00 Uhr, Literaturhaus Magdeburg
Lesung und Gespräch mit Matthias Meisner und Paul Starzmann: Mut zum Unmut
Es gibt eine gute Kraft der Renitenz! Und wir brauchen sie gerade jetzt, wo negative Nachrichten und Resignation alles zu dominieren scheinen. Dieses Buch hat einen erfrischenden Ansatz: Es plädiert dafür, aktiv zu werden, die Gleichgültigkeit abzulegen, »Nein!« zu sagen, anzuecken – im Job, auf der Straße und in der Politik. Die Autoren finden dafür viele prominente Beispiele von Menschen, die unbequem sind, aufbegehren und ihre Finger absichtlich in Wunden legen wie Petra Kelly, Kevin Kühnert, Werner Schulz, Marco Wanderwitz, Kristina Hänel, Anne Wizorek, Marie von Kuck, Heidi Reichinnek u. v. a.
»Quertreiber« haben bei uns keinen guten Ruf. Überall wird Anpassung verlangt. Die Autoren drehen den Spieß um. Sie zeigen anhand konkreter Fälle, warum es gefährlich ist, wenn niemand mehr den Mut hat, »Nein!« zu sagen, und wie konstruktiver Ungehorsam geht. Sie rufen dazu auf, die Renitenz nicht den Rechten zu überlassen. Widerstand ja, aber fröhlich, nicht verbittert, fair, nicht fies! Eine Mischung aus Ratgeber, politischem Sachbuch und Streitschrift – mit Inspirationen für alle, die unzufrieden sind mit den aktuellen Zuständen und die glauben, dass wir es besser können.
Matthias Meisner
geb. 1961, ist freier Journalist und Buchautor. Er schreibt unter anderem für die taz, die Blätter für deutsche und internationale Politik, den Volksverpetzer und das Katapult-Magazin. Seine Themen: Menschenrechte, Demokratie, Rechtsextremismus, Feminismus. Er lebt in Berlin und Tirana.
Paul Starzmann
geb. 1982, Dr. phil., ist freier Journalist in Berlin. Er hat an der Humboldt-Universität im Fach Afrikawissenschaften promoviert, war Volontär bei der SPD-Mitgliederzeitung vorwärts sowie Parlamentskorrespondent und Politikredakteur beim Tagesspiegel.
Weitere Gäste sind u.a. Gisela Begrich (Omas gegen rechts)
Mit freundlicher Unterstützung von Solidarisches Magdeburg und Omas gegen rechts Magdeburg.
In Zusammenarbeit mit der Zora Halberstadt
Eintritt frei
Lesung mit Lukas Rietzschel
Mittwoch, 17. Juni 2026, 19:00 Uhr, Literaturhaus Magdeburg
Das große Epos unserer Gegenwart
Sanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler, Orgelbauer, Fliesensammler, Lokaljournalistinnen, selbsternannte Widerständler, Träumerinnen, Frührenter, Kinder, Liebespaare, verhuschte Archivare und die Familie Wenzel.
Warmherzig und multiperspektivisch verwebt Lukas Rietzschel die Erzählung der Familie und der Sanditzer Stadtbewohner zu einem Panorama deutscher Geschichten – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart, vom Besetzen der örtlichen Stasi-Zentrale bis zum Kampf eines Freiwilligen in der Ukraine, vom Abrackern auf westdeutschen Baustellen bis zum isolierten Inseldasein während der Corona-Epidemie.
Ein Roman über Aufbruch und Niedergang, Gelingen und Scheitern des Aufruhrs, Freundschaft und Familie in umwälzenden Zeiten, über den Wunsch nach Zugehörigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.
Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen. Schon sein Debütroman ›Mit der Faust in die Welt schlagen‹ (2018) war ein Bestseller, der für das Kino verfilmt wurde. 2021 erschien der zweite Roman ›Raumfahrer‹. Lukas Rietzschels Romane und Theaterstücke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gellert-Preis, dem Sächsischen Literaturpreis und dem Literaturpreis „Text & Sprache“.
Moderiert von Aron Boks
Eintritt: VVK 12 Euro, AK 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, Karten gibt es im Literaturhaus Magdeburg