Inhalt

Konzert im Innenhof des Alten Rathauses

Das Glockenspiel des Alten Rathauses wird am 20. Mai, 17:00 Uhr, wiedereröffnet. Nach Grußworten der Oberbürgermeisterin Simone Borris und des Carillonneurs Frank Müller, erklingen die sanierten Glocken zu einem Eröffnungskonzert gemeinsam mit Musikschülerinnen und -schülern des Konservatoriums im Innenhof des Alten Rathauses.

Das Glockenspiel wurde im Juni vergangenen Jahr abtransportiert und für rund 196.000 Euro generalüberholt. Im März wurde es wieder im Glockenturm des Alten Rathauses montiert. Gründe für die Generalüberholung des Glockenspiels waren das fortgeschrittene Alter und seine hohe Beanspruchung. Zuvor waren immer nur kleinere Wartungsarbeiten während des laufenden Betriebs durchgeführt worden, um Einschränkungen im Spielbetrieb zu verhindern.

 

Zur feierlichen Wiedereinweihung erklingen neben Musikstücken des Glockenspiels auch gemeinsame Werke von Hornisten des Konservatoriums zusammen mit dem Carillon. Das Konzert ist kostenlos. Es wird um vorherige Anmeldung beim Team Protokoll und Städtepartnerschaften unter protokoll@stadt.magdeburg.de gebeten.

 

Das Glockenspiel erklingt montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde mit einer Melodie von ein bis zwei Minuten. Magdeburgerinnen und Magdeburger können auch eigene Wünsche zu den Melodien an Frank Müller über die E-Mai-Adresse protokoll@stadt.magdeburg.de einbringen.

 

 

Das Magdeburger Glockenspiel

Das Glockenspiel auf dem Magdeburger Rathausturm wurde am 28. September 1974 eingeweiht. Es ist ein sogenanntes Carillon mit 47 Bronzeglocken. Ein Carillon ist ein Bronze-Turmglockenspiel mit mindestens 23 gestimmten Glocken, die von einem Stockenklavier aus durch einen Carillonneur gespielt werden. Die Glocken des Magdeburger Carillons wurden nach einem Entwurf von Peter und Margarethe Schilling in der Apoldaer Glockengießerei aus einer Bronzelegierung mit 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn gegossen.

 

Die größte Glocke mit dem Ton f´ wiegt 975 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 115 Zentimetern. Es folgen die Glocken mit den Tönen g´ und a´. Danach setzt sich die Reihenfolge bis zum fünfgestrichenen f chromatisch fort. Die kleinste Glocke wiegt zehn Kilogramm. Das Carillon hat einen Tonumfang von vier Oktaven und ein Gesamtgewicht von rund sechs Tonnen.

 

Den Glockenschmuck schuf der bekannte Bildhauer Heinrich Apel. Auf der größten Glocke sind Erich Weinerts Worte „Den Gedanken Licht, den Herzen Feuer, den Fäusten Kraft“ zu lesen. Eine weitere Glocke ist Georg Philipp Telemann gewidmet, andere tragen Bilder von der Zerstörung und dem Wiederaufbau Magdeburgs.

 

 

Die Glocken schwingen nicht wie Läuteglocken, sondern sind in dem stählernen Glockenstuhl starr befestigt. In der Glocke ist der Klöppel beweglich gelagert. Horizontale Drähte, Winkelhebel und vertikale Drähte verbinden die Klöppel mit den Tasten des Stockenklaviers, das sich in einer Spielkabine direkt hinter dem Zifferblatt der Rathausuhr befindet. Anstelle der üblichen Tasten ragen hier 7,5 bzw. 15 Zentimeter lange Holzstöcke aus dem Spieltisch.

 

Die tiefsten Tasten dieser Klaviatur sind mit einem Pedal (ähnlich einem Orgelpedal) verbunden. Der Carilloneur sitzt auf einer Bank und spielt mit Händen und Füßen. Die mechanische Verbindung zu den Klöppeln ermöglicht ein dynamisches und ausdrucksvolles Spiel.

 

Das Repertoire des Rathaus-Carillon umfasst Bearbeitungen klassischer Werke, bekannte Volkslieder, populäre Melodien und Originalkompositionen für Carillon.

 

Weitere Informationen: www.magdeburger-rathausglockenspiel.de

13.05.2026