Lernort "Praxis": Ein Interview zwischen einem Schülerpraktikanten und seiner Mentorin
M: Wie hast du dich insgesamt im Praktikum bei uns gefühlt?
P: Sehr toll. Es war sehr angenehm, weil alle Kinder, auch die aus den anderen Gruppen, sich gut mit mir verstanden haben. Sie haben mir vertraut und waren sehr nett zu mir.
M: Was hat dir am Anfang geholfen, dich in der Gruppe zurechtzufinden?
P: Meine Schwester geht ja in die Gruppe. Sie hatte mir vorher schon ganz viel erzählt. Deshalb wusste ich gleich, was ich machen muss. Für andere Praktikanten sollte man den Ablauf nochmal genauer beschreiben und z.B. den Morgenkreis erklären.
M: Gab es etwas, das dich positiv oder negativ überrascht hat?
P: Es gab erstaunlich wenig Streit unter den Kindern. Das habe ich so noch nicht erlebt. In meinem Kindergarten haben wir uns deutlich öfter gestritten.
M: Wie hast du den Kontakt zu den Kindern erlebt?
P: Ich wurde sofort integriert. Ich gehörte gleich dazu. Das hat sich mehr wie ein Miteinander angefühlt, als wie eine Hierarchie. In der Schule sagt der Lehrer, was gemacht wird und die Schüler müssen folgen. Hier wurde mehr mit allen zusammen abgesprochen.
M: Gab es ein Kind oder eine Situation, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Warum?
P: Die Kinder kommen gleich auf einen zugelaufen. Die freuen sich ganz offen, einen zu sehen. Das erwartet man nicht. Das freut einen.
M: Welche Aufgaben haben dir am meisten Spaß gemacht?
P: Den Kindern etwas beizubringen, z.B. ein neues Spiel oder auch Rechnen. Die Kinder haben immer erstmal gesagt: “Ich kann `s nicht. Kannst du mir das erklären?” Dann habe ich ihnen das erklärt und dann konnten sie das plötzlich doch. Das war gut.
M: Hast du dich gut angeleitet und begleitet gefühlt?
P: Alle Erklärungen waren ausreichend. Mir wurde immer gesagt, warum das gemacht wird und was danach kommt. Wenn ich was hinterfragt habe, konnte ich zu jedem gehen und mir wurde sofort geholfen.
M: Was hätten wir als Team besser machen können, damit du dich wohler oder sicherer fühlst?
P: Die zwei Wochen waren sehr angenehm. Alle waren sehr nett zu mir. Auch die aus den anderen Gruppen. Es war sehr angenehm, auch mal mit ihnen zu sprechen. Die haben auch mal eine andere Sicht auf die Dinge. Das war interessant.
M: Was hast du im Praktikum über dich selbst gelernt?
P: Wenn man mit Kindern arbeitet, lernt man, anders mit Menschen umzugehen. Man muss z.B. Dinge anders erklären. Das hilft sehr schnell, sich an die Bedürfnisse der anderen anzupassen.
M: Hat das Praktikum deine beruflichen Pläne beeinflusst?
P: Es hat mich bestärkt in dem Wunsch, später mit Kindern zu arbeiten. Eigentlich wollte ich immer mit älteren Kindern arbeiten, aber mit jüngeren hat es auch viel Spaß gemacht.
M: Was würdest du einem neuen Praktikanten raten, der nächste Woche bei uns anfängt?
P: Man sollte sich vorher gut überlegen, ob man ein Praktikum mit Kindern machen möchte. Wenn es was für einen ist, wird man sich hier wohlfühlen und richtig viel Spaß haben. Wenn es man es nur macht, weil man ein Praktikum im sozialen Bereich machen muss oder nicht weiß, was man will, merken das die Kinder sehr schnell, dass man eigentlich keine Lust dazu hat und das macht einen dann die Arbeit schwer.
Sozialpraktika sind ein wertvoller Teil der Berufsorientierung. Wer Offenheit, Interesse und Freude an der Arbeit mit Kindern mitbringt, findet in unserer Kita einen Lernort, der persönliche Entwicklung fördert und wertvolle Einblicke in ein verantwortungsvolles Berufsfeld bietet. Gleichzeitig gewinnt unsere pädagogische Einrichtung durch engagierte Praktikantinnen und Praktikanten wertvolle Unterstützung und neue Impulse – eine Zusammenarbeit, die sich für alle lohnt.