Wie Tech-Konzerne den Globalen Süden ausbeuten
Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz wecken Hoffnungen auf ein effizientes und optimiertes Arbeiten und Leben. Dass die Digitalisierung auch einen Preis hat, der nicht überall zu gleichen Teilen bezahlt wird, zeigt der Globalisierungsexperte Sven Hilbig in seinem preisgekrönten Sachbuch „Digitaler Kolonialismus“, das er am Dienstag, 10. März, um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek vorstellt.
Einstige koloniale Machtverhältnisse schreiben sich in der Digitalisierung fort, so Hilbig. In Ländern wie Kenia oder den Philippinen schauen sich Heere von ausgebeuteten Arbeitern und Arbeiterinnen täglich traumatisierende Inhalte an, damit unbeschwert Soziale Medien und Künstliche Intelligenz genutzt werden können. In Ägypten und Vietnam leiden Menschrechtsaktivisten unter technisch hochgerüsteten Machthabern. Statt physisches Land einzunehmen, erobern die heutigen Kolonialherren den digitalen Raum. Statt nach Gold und Diamanten lassen sie unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Rohstoffen graben, die unsere Smartphones benötigen. Statt Sklaven beschäftigen sie Heere von Klickarbeitern, die zu Niedriglöhnen in digitalen Sweatshops arbeiten, um soziale Netzwerke zu säubern oder vermeintlich Künstliche Intelligenz am Laufen zu halten.Das Buch, das Sven Hilbig gemeinsam mit dem Tech-Journalist Ingo Dachwitz vorgelegt hat, wurde im vergangenen Jahr als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnet und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Gemeinsam mit der Stadtbibliothek laden die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt alle interessierten Besucher zur Buchvorstellung und zum Gespräch mit Sven Hilbig ein. Die Veranstaltung am Dienstag, 10. März, um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, findet zugleich im Rahmen der gemeinsamen Reihe „Zukunft der Demokratie“ statt. Der Eintritt ist frei.