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Virtual Reality als Beteiligung bei der Stadtentwicklung

In diesem Jahr gibt es für Magdeburg erstmals Beteiligungsmöglichkeiten an Stadtplanungsprozessen mit Hilfe der Virtuellen Realität. Oberbürgermeisterin Simone Borris hat diese Beteiligungsform im Elbedome des Fraunhofer IFF getestet. Der erste Planungsworkshop mit VR-Unterstützung betrifft den Bereich des Parkplatzes hinter Galeria und ist am 27. Januar.

Flyer mit der Aufschrift "Lust auf Zukunft?" © .

Was: Planungsworkshop mit VR für Plangebiet „Große Münzstraße“

Wann: 27. Januar 2026, 17:00 bis 19:00 Uhr

Wo: Altes Rathaus, Am Alten Markt

Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten

Alle Interessierten sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen, Varianten zu vergleichen und Stadtentwicklung mithilfe von Virtueller Realität aktiv mitzugestalten.

Oberbürgermeisterin testet Forschungsprojekt „Parti-VR“

Im gemeinsam vom Fraunhofer IFF und der Landeshauptstadt Magdeburg entwickelten Forschungsprojekt „Partizipative Virtuelle Realität (Parti-VR)“ können Bürgerinnen und Bürger Stadtplanung hautnah erleben. Durch die Kombination von modernen VR-Visualisierungen mit analogen Formaten ist eine neue Form der Öffentlichkeitsbeteiligung entstanden. Dieses Konzept kommt erstmals für das Bebauungsplangebiet „Große Münzstraße“ in der Magdeburger Innenstadt zum Einsatz. Die „Große Münzstraße“ ist der Bereich des Parkplatzes hinter Galeria.

Das Areal wird derzeit geprägt von Parkplätzen, teilweise leerstehenden Gebäuden und versiegelten Flächen rund um den Galeria-Standort. Künftig soll es zu einem lebendigen innerstädtischen Quartier entwickelt werden. Zwischen „Breiter Weg“ und der Otto-von-Guericke-Straße ist eine dichte, klimaangepasste und urbane Bebauung mit Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und öffentlichen begrünten Freiräumen vorgesehen. Für das Gebiet wurde bereits ein offizielles Planverfahren gestartet. Dieses orientiert sich am Rahmenplan Innenstadt, der 2022 gemeinsam mit Magdeburgerinnen und Magdeburgern erarbeitet wurde.

Magdeburgs Oberbürgermeisterin Borris in einer projizierten, virtuellen Umgebung © Fraunhofer IFF
Nicht nur die bei Spielern bekannte VR-Brille ist Virtual Reality - Im Elbedome ist man quasi mittendrin in der virtuellen Welt. Inklusive des Erlebnisses, plötzlich in einer völlig anderen Umgebung zu sein

Reale mit virtueller Welt verbinden

Wie die Öffentlichkeitsbeteiligung konkret aussehen kann, zeigte sich beim Besuch der Oberbürgermeisterin Simone Borris im Elbedome. Der Elbedome zählt mit 16 Metern Durchmesser und 4 Metern Höhe zu den größten Mixed-Reality-Laboren weltweit. Hier wurde das Plangebiet „Große Münzstraße“ mithilfe modernster 360 Grad-Panorama- und Bodenprojektionen virtuell begehbar.

Dies ist ein neuartiger Zugang zur Stadtplanung, der abstrakte Prozesse erlebbar werden lässt. Mit der Technologie der virtuellen Realität können Bürgerinnen und Bürger direkt erleben, wie das Quartier von morgen aussehen könnte. Varianten können verglichen, Ideen diskutiert und die Zukunft aktiv mitgestaltet werden. Neben dem Einsatz bei Workshops im Elbedome ist die Anwendung auch in mobiler Variante vorgesehen.

Beteiligung im Internet möglich

Für alle, die den Workshop nicht besuchen können, besteht die Möglichkeit über das Beteiligungsportal online an einer Umfrage teilzunehmen. Hier können die verschieden Bebauungsvarianten für die „Große Münzstraße“ bewertet werden.

Forschungsprojekt Parti-VR

Im Rahmen des Projektes erproben das Fraunhofer IFF und die Landeshauptstadt Magdeburg, wie analoge Beteiligungsmethoden mit Virtual-Reality-Technologie verknüpft werden. Dadurch können Planungen für den Stadtraum – etwa neue Wegführungen, Gebäudevarianten oder Begrünungskonzepte – auch von Laien unmittelbar erlebt, diskutiert und besser nachvollzogen werden.

Langfristig soll aus „Parti-VR“ ein übertragbares Beteiligungskonzept entstehen, das auch in anderen Städten und Regionen eingesetzt werden kann. Der Besuch von Oberbürgermeisterin Simone Borris verdeutlichte, dass Magdeburg bei der Weiterentwicklung einer transparenten, verständlichen und bürgernahen Stadtplanung eine Vorreiterrolle einnimmt und die Chancen innovativer Technologien gezielt für eine lebenswerte Stadt von morgen nutzt.

Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „DATIpilot“ im Förderbereich „Modul 1 – Innovationssprints“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

16.01.2026