Das Literaturhaus im Januar
Mit Lesungen und Ausstellungen ins neue Jahr
10. Januar 2026 bis 30. Januar 2026, Stadtbibliothek Magdeburg
Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“
Die Ermordung von 20 jüdischen Kindern in der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm im April 1945 gehört zu den erschütternden Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkriegs. Zur Erinnerung zeigt die Stadtbibliothek gemeinsam mit dem Literaturhaus Magdeburg die Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm – Morgen darf nicht gestern sein“.
Aus dem Konzentrationslager Auschwitz in das Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg deportiert, wurden an den jüdischen Kindern seit Herbst 1944 menschenverachtende medizinische Experimente durchgeführt, bevor sie wenige Tage vor der Befreiung ermordet wurden. Ihre Geschichte geriet fast in Vergessenheit, doch dank des Journalisten Günther Schwarberg konnten in den 1970er Jahren Angehörige der Kinder ausfindig gemacht werden.
Eine besondere Verbindung besteht zwischen den ermordeten Kindern, dem für die pseudowissenschaftlichen Experimente verantwortlichen Arzt Kurt Heißmeyer und Magdeburg: Nach dem Krieg führte der Lungenspezialist in der Elbestadt erfolgreich und unbehelligt eine der wenigen privaten Kliniken, ehe man ihm 1963 den Prozess machte.
Die Wanderausstellung „Die Kinder vom Bullenhuser Damm – Morgen darf nicht gestern sein“ ist bis zum 31. Januar im Lesecafé Eselsohr der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, zu den Öffnungszeiten wochentags von 10 Uhr bis 19 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 15 Uhr zu sehen.
Sie wird im Rahmen der diesjährigen Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ gemeinsam mit dem Literaturhaus Magdeburg und zugleich als Beitrag in der Reihe „Gedenkjahr Magdeburg“ präsentiert.
Lesung und Gespräch mit Arne Semsrott: Machtübernahme
Mittwoch, 14. Januar 2026, 19:00 Uhr, HOT – Alte Bude
Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren | Eine Anleitung zum Widerstand
Es sind beunruhigende Zeiten: Vor wenigen Jahren waren Rechtsextremisten im Parteienspektrum noch weitgehend isoliert. Heute gewinnen antidemokratische Positionen in der Breite der Gesellschaft stetig an Zustimmung, während die AfD bei den Wahlen Spitzenergebnisse einfährt. Höchste Zeit, sich mit der realen Gefahr einer autoritären Machtübernahme auseinanderzusetzen.
Der bekannte Politik-Aktivist Arne Semsrott schreibt das Buch der Stunde und zeigt, was passiert, wenn Rechtsextremisten an die Macht kommen. Und er liefert konkrete Strategien dafür, wie wir unsere demokratische Gesellschaft verteidigen können.
Die Zeit des Handelns ist jetztDer Rechtsextremismus bedroht die Demokratie in Deutschland unmittelbar. Arne Semsrott zeigt eindrücklich: Unsere Institutionen sind angreifbar, Bürokratie und Verwaltung scheinen fragiler denn je. Schulen, Finanzämter, Ministerien, öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Polizei bilden das demokratische Fundament unserer Gesellschaft – doch was geschieht, wenn sie fallen? Und wie lassen sich Verfassung und Gewaltenteilung verteidigen, wenn Rechte beginnen, den Staat umzubauen, um ihre Macht langfristig zu festigen?
Semsrott zeigt in seinem brandaktuellen Sachbuch ganz konkret, welche Mittel Gewerkschaften, Beamte, Justiz, Medien, Unternehmen und die Zivilgesellschaft nutzen können, um einer rechten Machtübernahme zu begegnen.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Theater / Schauspielhaus Magdeburg, die im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ der Initiative Weltoffenes Magdeburg stattfindet
Eintritt: 5 Euro
Lesung und Gespräch mit Michel Abdollahi: Es ist unser Land
Sonntag, 18. Januar 2026, 11:00 Uhr, Schauspielhaus Magdeburg
Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen. Offener Fremdenhass, rechtes Gedankengut, das salonfähig geworden ist, eine heillos zerstrittene bürgerliche Mitte - Bestsellerautor und Fernsehmoderator Michel Abdollahi durchleuchtet die Abgründe der deutschen Gegenwart und zeichnet das Lagebild einer Gesellschaft, in der Menschen mit Migrationsgeschichte mehr und mehr als Fremdkörper wahrgenommen werden. Abdollahi geht dahin, wo es wehtut und benennt Missstände deutlich und pointiert. Zugleich zeigt er auf, wie eine Wende gelingen kann hin zu einem friedvollen und vielfältigen Miteinander ohne Rassismus und Populismus.
Erschreckend, erhellend, ermutigend: Michel Abdollahis Buch ist ein Geschenk für jede offene Gesellschaft, die diesen Namen auch verdient.
Michel Abdollahi ist eine der prominentesten Medienstimmen in Deutschland. Seit 2014 ist er als Reporter und Moderator für den NDR tätig. Für seine Dokumentation »Im Nazidorf« erhielt er 2016 den Deutschen Fernsehpreis. Zudem engagiert er sich in zahlreichen Kampagnen für Demokratie und Zivilcourage. Bei Hoffmann und Campe ist 2020 sein Bestseller »Deutschland schafft mich« erschienen.
Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Theater / Schauspielhaus Magdeburg, die im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ der Initiative Weltoffenes Magdeburg stattfindet
Eintritt: 18 Euro, 11 Euro ermäßigt, Karten gibt es im Theater Magdeburg