Ringbrücke über die Ernst-Reuter-Allee/ Damaschkeplatz
Von der Sperrung bis zu neuen Behelfsbrücken
Am 15. April 2025 wurden die Ringbrücken am Damaschkeplatz über die Ernst-Reuter-Allee komplett gesperrt.
Grund waren weitere massive Schäden im Überbau der Brücke, die bei jüngsten Untersuchungen festgestellt worden waren. Unter anderem wurde bei vier untersuchten Spanngliedern eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Anrissen in der Stahloberfläche festgestellt. In den Litzen der geöffneten Spannglieder wurden zudem mehrere Stahldrahtbrüche entdeckt.
Auch die Flächen unter den Brücken mussten aus Sicherheitsgründen für alle Verkehrsarten komplett gesperrt werden. Dies betraf sowohl den Straßenbahn- und Kfz-Verkehr als auch den Radverkehr sowie Fußgängerinnen und Fußgänger. Für den Fuß- und Radverkehr konnte bereits am 17. April eine provisorische Querung geschaffen werden.
Am 10. Juni 2025 starteten die Abrissarbeiten.
Am 19. Juni konnte der Stadtrat bereits die Finanzierung der Behelfsbrücken bewilligen, sodass sie ab Juli eingebaut werden konnten.
Verkehrsfreigabe über Behelfsbrücken bereits im August 2025
Nach vier Wochen standen zwei fertige Behelfsbrücken, die seit 4. August erst von unten und seit 8. August auch von oben befahren werden können.
Ein vollständiger Ersatzneubau ist bereits in Planung. Die Arbeiten sollen zum Laufenden Ringverkehr stattfinden und am westlichen Widerlager beginnen. Die Ausschreibung für die Planung und den Ersatzneubau wurde am 26. Mai 2026 veröffentlicht.
Abrissarbeiten und Einschub der Behelfsbrücken im Zeitraffer:
Ausschreibung für Ersatzneubau am Damaschkeplatz veröffentlicht
Ausschreibung zu Planung und Neubau für neue Ringbrücke am Damaschkeplatz veröffentlicht
Das Vergabeverfahren
Bei dem mehrstufigen Vergabeverfahren können nun im ersten Schritt alle interessierten Bewerberinnen und Bewerber einen Teilnahmeantrag abgeben. Anfang Dezember 2026 sollen dann die Partner für Planung und Bau vertraglich feststehen, sodass voraussichtlich ab Mitte des Jahres 2027 der Bau abschnittsweise mit der Erneuerung des westlichen Teilbauwerks beginnen kann.
Verkehrsplanung während des Baus
Während des Baus des ersten Teilbauwerks bleiben die Behelfsbrücken bestehen, sodass der Verkehr so weit wie möglich aufrechterhalten werden kann. Anschließend wird voraussichtlich im Sommer 2028 die westliche Seite in Betrieb genommen und anschließend der Verkehr umgeschwenkt. Der komplette Ersatzneubau soll voraussichtlich bis Ende 2029 fertiggestellt sein.
Von der Sperrung bis zur Behelfsbrücke
einspurig befahrbar,weil die turnusgemäße Bauwerksprüfung Standsicherheitsprobleme im Überbau vermuten ließ. Nach weiteren Untersuchungen der Trag- bzw. Spannglieder und ihres Materialzustands musste dann am 15. April 2025 die marode Ringbrücke am Damaschkeplatz komplett gesperrt und anschließend abgerissen werden.
Anfang Juli wurde die erste Behelfsbrücke provisorisch eingeschoben, die zweite folgte wenige Wochen später. Bereits am 4. August 2025 konnten die Baumaßnahmen vorzeitig beendet werden und der Verkehr wieder über und auf dem Damaschkeplatz fließen. Die Stadtverwaltung hatte während der Abriss- und Bauarbeiten einen provisorischen Geh- und Radweg quer über die Tangente geschaffen, um größere Umwege zu vermeiden.
Hier finden Sie mehr zum Abriss und Bau der Behelfsbrücke am Damaschkeplatz.
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Visualisierungen und Pläne
Ersatzneubau Ernst-Reuter-Allee
Konzept für die Ersatzneubauten
Der Neubau soll einen hohen Wert an Wirtschaftlichkeit haben. Dabei muss er nicht nur funktionaler und tragwerkstechnischer, sondern auch unter Berücksichtigung von ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten gestaltet sein.
Bei der Herstellung soll es zu möglichst geringen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen und eine ganzheitliche Gestaltung des Bauwerks berücksichtigt werden. Ebenso sollen örtliche Gegebenheiten, wie Bestandsgradienten, Straßenbahn und angrenzende Bebauung einbezogen werden.
Bei der Planung, Ausschreibung, Finanzierung und dem Bau müssen Ressourcen unter dem Gesichtspunkt des Fachkräftemangels bei Planern, Bauauftragnehmern und Auftraggebern geschont werden.
Umsetzung des Konzeptes - Vorzugsvariante Dreifeldbauwerk
Für ein einheitliches Erscheinungsbild wird mit einem dreifelddrigen semi-integralen Ersatzneubau mit großen Stützweiten geplant. Diese bestehen aus möglichst wenig wartungsintensiven Bauteilen.
Im mittleren Bereich kann dann wieder die Straßenbahn fahren.
Durch den Bau mit Verbund-Fertigteil-Trägern (VFT) und Ortbetonergänzung kann auch der Bauprozess beschleunigt werden. Außerdem weisen sie einen hohen Korrosionsschutz auf.
Behelfsbrücken Damaschkeplatz
Innerhalb weniger Wochen geliefert, eingeschoben, freigegeben
Im Juli 2025 wurden zwei jeweils einspurige Behelfsbrücken auf den östlichen Widerlagern der alten Ringbrücke errichtet, damit der Kfz-Verkehr seit August wieder in beide Richtungen möglich ist. Auf den Behelfsbrücken gilt ein Tempolimit von 30 Km/h. Es gibt keine Lastreduzierung.
Um die Sperrungen der Verkehrswege auf ein Minimum zu beschränken, kamen bei der Erneuerung im Werk vorgefertigte Elemente zum Einsatz, welche vor Ort per Kranmontage in die Endlage eingehoben wurden.
Bei der vergleichsweise großen Spannweite von 35 m für Typ 2 schieden Spannbetonfertigteile aufgrund des hohen Gewichts und der damit verbundenen schlechten Transportfähigkeit aus. Eine Stahlverbundkonstruktion kombiniert geringes Gewicht der Träger mit robuster Bauweise der Fahrbahnplatte.
Bei der Verwendung von Verbundfertigteilträgern konnte auf eine Schalung der Fahrbahnplatte verzichtet werden. Die Ortbetonergänzung muss gemäß ZTV-ING Teil 4-5.4 (2) im Fahrbahnbereich mindestens 20 cm betragen und im Kappenbereich mindestens 15 cm. In Hinblick auf die Tragfähigkeit haben Verbundfertigteilträger ebenfalls den Vorteil, dass der Betongurt in Längsrichtung vollständig mitwirkt und somit optimierte Bauhöhen erreicht werden können.
Erfolgreicher Einschub der ersten Behelfsbrücke am 11. Juli
Am Damaschkeplatz wurde die erste von zwei Behelfsbrücken erfolgreich eingeschoben. Diese verfügt bereits über eine fertige Fahrspur. Für den Einschub wurden die Pfeiler der alten Brücke auf der Ostseite des Magdeburger Rings instandgesetzt. Sie wurden beim Abriss extra ausgespart. An den Widerlagern wurden kleinere Ausbesserungs- und Anpassungsarbeiten vorgenommen.
Zweite Behelfsbrücke am 28. Juli erfolgreich eingeschoben
Am 1. August wurde unter den Brücken ein Geh- und Radweg auf der Südseite mit einer Breite von rund 3,50 Metern freigegeben. Am 4. August wurde bereits frühzeitig der Verkehr unterhalb der Behelfsbrücken komplett freigegeben. Seit 8. August rollt der Verkehr über beide Behelfsbrücken.
Vergabe im Stadtrat
Der Stadtrat hatte in seiner Sitzung am 19. Juni im nichtöffentlichen Teil der Vergabe für den Bau der Behelfsbrücken über den Damaschkeplatz zugestimmt. Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,5 Millionen Euro.