Altes Rathaus
Altes Rathaus von Magdeburg
Geschichtlicher Hintergrund
Die Geschichte des Alten Rathauses auf dem Alten Markt reicht zurück bis ins 12./ 13. Jahrhundert. Die ältesten Teile des Rathauses befinden sich im Bereich des heutigen Ratskellers. Der lange Saal war Lager- und Verkaufshalle der Kürschnerinnung.
Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde das Rathaus als zweigeschossiger Sandsteinbau im Stil der italienisch-niederländischen Renaissance nach Entwürfen des Ingenieurhauptmanns Heinrich Schmutze wieder aufgebaut.
Zahlreiche Um- und Ausbauten fanden im 19. Jahrhundert statt.
Die zweite Zerstörung folgte im Januar 1945. Das Rathaus wurde – wie große Teile der Stadt während eines Luftangriffs – in Schutt und Asche gelegt. In den 1950er Jahren begann der originalgetreue Wiederaufbau des gebäudes, der 1979 abgeschlossen wurde.
Bildüberlieferungen
Interessante Details sind die vom Bildhauer Heinrich Apel geschaffene Bronzetür, auf der Ereignisse und Persönlichkeiten der Stadtgeschichte zu sehen sind.
Carillon: Rathaus-Glockenspiel
Carillon: Rathaus-Glockenspiel
Das Magdeburger Glockenspiel
Die Glocken des Magdeburger Carillons wurden nach einem Entwurf von Peter und Margarethe Schilling in der Apoldaer Glockengießerei aus einer Bronzelegierung mit 78 Prozent Kupfer und 22 Prozent Zinn gegossen.
Die größte Glocke mit dem Ton f´ wiegt 975 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 115 Zentimetern. Es folgen die Glocken mit den Tönen g´ und a´. Danach setzt sich die Reihenfolge bis zum fünfgestrichenen f chromatisch fort. Die kleinste Glocke wiegt zehn Kilogramm. Das Carillon hat einen Tonumfang von 4 Oktaven und ein Gesamtgewicht von rund 6 Tonnen.
Den Glockenschmuck schuf der bekannte Bildhauer Heinrich Apel. Auf der größten Glocke sind die Worte Erich Weinerts "Den Gedanken Licht, den Herzen Feuer, den Fäusten Kraft" zu lesen. Eine weitere Glocke ist Georg Philipp Telemann gewidmet, andere tragen Bilder von der Zerstörung und dem Wiederaufbau Magdeburgs.
Die Glocken schwingen nicht wie Läuteglocken, sie sind in dem stählernen Glockenstuhl starr befestigt. In der Glocke ist der Klöppel beweglich gelagert. Horizontale Drähte, Winkelhebel und vertikale Drähte verbinden die Klöppel mit den Tasten des Stockenklaviers, das sich in einer Spielkabine direkt hinter dem Zifferblatt der Rathausuhr befindet. Anstelle der üblichen Tasten ragen hier 7,5 bzw. 15 Zentimeter lange Holzstöcke aus dem Spieltisch.
Die tiefsten Tasten dieser Klaviatur sind mit einem Pedal (ähnlich einem Orgelpedal) verbunden. Der Carilloneur sitzt auf einer Bank und spielt mit Händen und Füßen. Die mechanische Verbindung zu den Klöppeln ermöglicht ein dynamisches und ausdrucksvolles Spiel.
Das Repertoire des Rathaus-Carillon umfasst Bearbeitungen klassischer Werke, bekannte Volkslieder, populäre Melodien und Originalkompositionen für Carillon.
Das Magdeburger Glockenspiel im Alten Rathaus, das Carillon, wurde 2025/2025 generalüberholt und wieder in den Glockenturm eingehoben. Die Erneuerung des Glockenspiels sollte ursprünglich nur bis Oktober 2025 andauern, verzögerte sich jedoch. Gründe für die notwendig gewordene Generalüberholung waren das fortgeschrittene Alter und seine hohe Beanspruchung.
Melodien des Glockenspiels - Spielplan Carillon
November 2026
- 10 Uhr Das Magdeburger Lied
- 11 Uhr Greesleaves englisches Volkslied 1580
- 12 Uhr Verleih uns Frieden gnädiglich Martin Luther 1529
- 13 Uhr Das Laub fällt von den Bäumen. Volksweise
- 14 Uhr Ach wie flüchtig Melodie Johann Crüger 1661
- 15 Uhr Die Gedanken sind frei. Volksweise um 1800
- 16 Uhr Bist du bei mir. BWV 508. Johann Sebastian Bach 1725
- 17 Uhr O Welt ich muß dich lassen Melodie 15. Jhd.
- 18 Uhr Ade zur guten Nacht Deutsches Volkslied Mitte 19. Jhd.