Neuer Faktencheck Bildung: Magdeburger Bildungslandschaft in Kennzahlen
Mit 114 Kennzahlen aus den Bildungsbereichen Rahmenbedingungen für Bildung, frühkindlicher Bildung, allgemeinbildende Schulen über die berufliche Bildung, Hochschulen bis hin zu Weiterbildung und non-formaler Bildung bildet der Bericht Indikatoren ab, die Dynamik der Bildung in Magdeburg aufzuzeigen.
Bei der Erstellung des Kennzahlenberichts war maßgeblich einen guten Kompromiss zwischen Aktualität der Daten und Tiefe der Informationen zu finden und dabei einen breiten Überblick zu liefern. Darüber hinaus sollten die Daten möglichst öffentlich verfügbar sein und sich an die nationale Bildungsberichterstattung anlehnen, um Vergleiche zu anderen Kommunen möglich zu machen.
Er soll dabei helfen datenbasierte Entscheidungen im Bildungsbereich zu treffen. Er richtet sich an die Verwaltung und kommunale Politik in der Landeshauptstadt. Er soll Bildungsakteuren passende Kennzahlen zur Verfügung stellen und der interessierten Leserschaft einen Einblick in die kommunale „Datenarbeit“ zur Magdeburger Bildung ermöglichen.
Dazu wird jeder der sechs Bildungsbereiche mit einem Faktenblatt eingeleitet, indem wichtige Kennzahlen und Entwicklungen kompakt zusammengefasst sind. Anschließend an das Faktenblatt werden die dazugehörigen Kennzahlen im Tabellenblatt ergänzt.
Hier einige wichtige Trends und Entwicklungen aus dem Faktencheck Bildung 2026:
Bevölkerungswachstum trotz demografischer Herausforderungen
Die Bevölkerungsdynamik zeigt, dass die positive Entwicklung der Stadtbevölkerung zum größten Teil durch Zuzüge geprägt ist. Das natürliche Saldo ist negativ, d.h. es sterben mehr Menschen als geboren werden. Diese „demografische Hypothek“ gilt es in den Entwicklungen zu beachten.
Trendwende bei den Kinderzahlen und Kita-Bedarfen
Ein Blick auf die Kennzahl „Kinder am Übergang ins formelle Bildungssystem“ zeigt, dass wir nach Jahren steigender Kinderzahlen mit einer Trendwende konfrontiert sind. Hier gilt es eine Passung zwischen genehmigten Plätzen in der Kindertagesbetreuung und den Kindern mit Kita-Alter zu finden. Dabei gilt es das hohe Qualifikationsniveau der Fachkräfte zu erhalten und die Kitas als Lernort der frühen Bildung zu stärken.
Steigende Einschulungsverschiebungen als Herausforderung
Auch in der Entwicklung der eingeschulten Kinder zeigt sich eine Trendwende. Besonders besorgniserregend ist, dass bei sinkenden Einschülerzahlen, der Anteil an verschobenen Einschulungen stark steigt. Es gibt also immer mehr Kinder am Einstieg in die formale Bildung, die im sechsten Lebensjahr die Schulreife nicht erlangt haben. Dies stellt die Kommune vor besondere Hindernisse ihrem Auftrag, die Einmündung in die allgemeinbildenden Schulen zu gewährleisten.
Ausbildungsmarkt zwischen Chancen und Passungsproblemen
Der Ausbildungsmarkt zeichnet sich durch ein Überangebot an Ausbildungsstellen aus. Gleichzeitig gibt es Bewerbende, die keine geeignete Ausbildungsstelle finden können. Die Kennzahlen zum Schulabgang ohne Abschluss, die relativ hoch in Magdeburg ist, kann ein Alarmwert sein, dass sich dies in den nächsten Jahre noch verschlechtern könnte. Es gilt hier am Übergang Schule-Beruf intensiv zu arbeiten.
Hochschulen als Bildungs- und Wirtschaftsmotor
Die Hochschullandschaft in Magdeburg entwickelt sich dynamisch. Dies zeigt sich nicht nur an der Anzahl der Studierenden, sondern auch an der wirtschaftlichen Kraft der Hochschulen, so sind rund 8% der sozialpflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Magdeburg an den Hochschulen beschäftigt und bilden einen gewichtigen Faktor im Arbeitsmarkt der Landeshauptstadt.
Volkshochschule und Bibliothek als starke Lernorte
Die Nutzendenzahlen (Besuche und Teilnahmefälle) der beiden städtischen Bildungseinrichtungen Volkshochschule und Stadtbibliothek zeigen, dass sich dieser Bildungsbereich nach den coronabedingten Maßnahmen erholt hat. Die Anzahl der gesteigerten Besuche in der Stadtbibliothek, bei gleichbleibenden Entleihfällen, zeigt, dass die Magdeburger und Magdeburgerinnen die Stadtbibliotheken nicht nur als Ort des Medienverleihs schätzen, sondern auch als Lernort entdecken. Dies wird auch durch die steigende Kennzahl „Besuche bei Veranstaltungen“ getragen. Dieser Bereich des Faktencheck soll in den kommenden Ausgaben, um weitere städtische Bildungsangebote erweitert werden.