Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers Polte-Werke Magdeburg
Was: Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers Polte-Werke Magdeburg
Wann: 14. Juni 2026. 11:00 Uhr
Wo: Liebknechtstraße 66
Die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Magdeburg, Heike Ponitka, wird die Veranstaltung eröffnen und an die Geschichte des Lagers und die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnern.
Anne Hahn, die aktuelle Stadtschreiberin, spricht Worte zum Gedenken und nimmt aktuellen Bezug zur Thematik. Auch in diesem Jahr werden wieder Biografien von Frauen, die das Lager und die Zwangsarbeit erleben mussten, vorgestellt, diesmal durch Susanne Drenger vom Netzwerk Politischer Runder Tisch der Frauen Magdeburg. Nachdem die Sprecherinnen des Politischen Runden Tisches der Frauen und alle Anwesenden Rosen niedergelegt haben, wird es zum Ende der Veranstaltung eine stille Gedenkminute geben. Musikalisch begleitet wird das Gedenken durch Klarinettist Frank Schöpke.
In der Liebknechtstraße 65-91 befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus von 1944 bis 1945 ein Konzentrationsaußenlager des Rüstungswerkes Polte AG Magdeburg, des KZ Buchenwald und des Frauen-KZ Ravensbrück. Hier wurden über 3.000 Frauen und 600 Männer aus 11 Nationen, jüdischer und nichtjüdischer Herkunft, inhaftiert. Sie mussten als Zwangsarbeitende in den Polte-Rüstungswerken unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und wurden überwiegend in den verschiedenen Abteilungen der Munitions-Produktion eingesetzt. Viele der Inhaftierten überlebten das Lager und den Todesmarsch nach Ravensbrück 1945 nicht. Von den über 3.000 Frauen des KZ Polte Magdeburg erlebten nur etwa 600 das Kriegsende.
Hintergrundinformationen zum Gedenktor
Das Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg lädt in Kooperation mit Vertreterinnen des Politischen Runden Tisches jährlich am 14. Juni zur öffentlichen Gedenkveranstaltung am Tor des ehemaligen Frauen-KZ in der Liebknechtstraße ein.
Am 27. Januar 2008 wurde die erste Gedenktafel am Tor in der Liebknechtstrasse 66 durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, Magdeburgs ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Editha Beier und die Vorsitzende des jüdischen Frauenvereins BeReshit e.V., Ellen Rublow, eingeweiht. Die Tafel erinnert an die Geschichte des Ortes.
2020 wurde der Gedenkort neugestaltet. Der Künstler Ernst-Albrecht Fiedler hatte diese in Umsetzung eines Magdeburger Stadtratsbeschlusses entworfen und angefertigt. Der von der Betrachtungsseite aus rechte Torflügel scheint etwas offen zu stehen und symbolisiert den Freiheitswillen der Häftlinge des Lagers. Die scheinbare Öffnung des Tores lädt den Betrachtenden ein, zu verweilen und sich mit der Geschichte der Gedenkstätte zu befassen. Eine zusätzliche Tafel mit einem QR-Code auf der rechten Seite des Tores informiert über die Geschichte des Lagers.