01.03. Jahrestag der Deportation aus Magdeburg von Sinti und Roma 1943

Ab dem 1. März 1943 wurden erstmals Sinti und Roma vom Magdeburger Güterbahnhof aus in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Am Jahrestag werden durch Vertreter der Stadt und die Magdeburger Stadtgesellschaft Kränze niedergelegt, um der Opfer zu gedenken und den systematischen Massenmord an Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten anzuerkennen.

Auf einer Ackerfläche auf dem Magdeburger Silberberg, wo heute der Baumarkt Hornbach steht, befand sich von 1935 bis 1943 das Internierungslager »Holzweg«, in dem Sinti und Roma aus ganz Mitteldeutschland gezwungen waren unter menschenunwürdigen Bedingungen zu leben. Seit 1938 wurden bereits immer wieder Männer und Frauen aus dem Lager verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Am 1. März 1943 wurde das Lager durch Verhaftungen von der Kriminalpolizei Magdeburg und der Gestapo leergezogen. Rechtsgrundlage war der Erlass Heinrich Himmlers »zur Bekämpfung der Zigeunerplage«. Das bekannteste Opfer des Lagers war Erna Lauenburger, die als Heranwachsende Anfang der 1930er Jahre die reale Vorlage für das DDR-Kinderbuch »Ede und Unku« geliefert.

Die Gedenkstele für das ehemalige Zwangslager »Holzweg« am Fußweg zwischen dem Olvenstedter Graseweg und dem Südeingang des Einkaufzentrums Florapark wurde am 1. März 2009 eingeweiht. Der Bildhauer Wolfgang Roßdeutscher schuf die 1,8 Meter hohe Stele aus drei verdreht positionierten Steinquadern aus grauem Marmor. Die Namen von 340 aus Magdeburg deportierten Sinti und Roma, die in Auschwitz ermordet wurden, sind in den Marmor eingemeißelt. Der Widmungstext lautet: »Diese Namen sollen an das Schicksal der Sinti und Roma erinnern, die aus dem Lager am Holzweg-Silberberg am 1.3.1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden.« Unmittelbar neben der Gedenkstele wurde als »Zeichen des Lebens« ein Apfelbaum gepflanzt.

Datum:

Sa., 01.03.2036

Ort:

Gedenkstele vor dem Eingang Süd

Florapark

Olvenstedter Graseweg 37
39128 Magdeburg

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