Eike-von-Repgow-Stipendium
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Eike-von-Repgow-Stipendium

Gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vergibt die Landeshauptstadt Magdeburg seit dem Jahr 2005, alternierend zum Eike-von-Repgow-Preis, das Eike-von-Repgow-Stipendium. Es erinnert an Eike von Repgow, der sich mit dem „Sachsenspiegel“ ein bleibendes Denkmal setzte und den Namen Magdeburgs weit über die die Grenzen der Elbestadt hinaus trug. Als erstes Prosawerk der deutschen Sprache und einflussreichstes Rechtsbuch des Mittelalters erlangte der Sachsenspiegel gemeinsam mit dem Magdeburger Stadtrecht große Verbreitung in Mittel- und Osteuropa. Das Magdeburger Recht gilt damit als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtrechte und Eike von Repgow als erster Chronist mittelalterlichen Rechts.

Das Eike-von-Repgow-Stipednium soll an die große Rechtsvergangenheit der Stadt Magdeburg erinnern und das Interesse an den zeitlosen Grundgedanken des Schöpfers des Sachsenspiegels wachhalten. Sein Anliegen ist es, neue Forschungsvorhaben voranzutreiben und junge Wissenschaftler*innen bei der weiteren Auseinandersetzung mit der europäischen Rechtsgeschichte zu fördern und zu motivieren.

Das Stipendium wird im Rahmen des Akademischen Festaktes der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg verliehen.

Eike-von-Repgow-Stipendiatin 2021 - Maria Carina Dengg

Das Eike-von-Repgow-Stipendium 2021 geht an Maria Carina Dengg

Die Landeshauptstadt Magdeburg und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben gemeinsam alternierend zum Eike-von-Repgow-Preis bereits zum neunten Mal das Eike-von-Repgow-Stipendium vergeben. Durch die Corona-Pandemie hatte sich die offizielle Verleihung, die für November 2021 geplant war, auf den
03. Mai 2022 verschoben. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Rektor der Universität, Prof. Dr. Jens Strackeljan, überreichten das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium in der Lukasklause an Maria Carina Dengg.

Eike-von-Repgow_2021_Stipendiatin_Maria Dengg © Otto-von-Guericke-Universität
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Autor: JANAd
© Otto-von-Guericke-Universität
Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr. Jens Strackeljan und Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper mit der Eike-von-Repgow-Stipendiatin 2021, Maria Carina Dengg.

Forschungsschwerpunkt - Mittelalterliche Straßenverläufe

Mit dem Eike-von-Repgow-Stipendium 2021 werden die Verdienste von Maria Carina Dengg gewürdigt, welche seit dem 1. Januar 2021, gefördert durch ein Graduiertenstipendium des Landes Sachsen-Anhalt, an einem Dissertationsvorhaben mit dem Titel „Quer durch Deutschland Infrastruktur(en) und Transformation(en) der Via regia von der Antike bis in die Frühe Neuzeit“ forscht. Das Stipendium soll ihre weitere wissenschaftliche Forschung unterstützen sowie die Publikation seiner Arbeit in einem renommierten Verlag ermöglichen und damit die wünschenswerte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangen.

Die zentralen Fragestellungen des Vorhabens gelten der Feststellung der Infrastruktur und der im Zeitenverlauf ablesbaren Transformationen, wie Zollstellen, Märkte und Handelsplätzen, Zentralorte, Städte sowie deren jeweiligen Veränderungen bzw. teilweise Verlagerungen. In der Synthese zielt die Studie darauf ab, Veränderungen der (Kultur-)Landschaft durch menschlichen Eingriff und Raumwahrnehmung im Wandel der Zeiten sichtbar zu machen und damit zugleich einen Einblick in die historische Genese unserer gegenwärtigen Welt zu eröffnen.

Begründung des Kuratoriums

In seiner Begründung kommt das Kuratorium zu folgender Auffassung:

„Die geplante methodische Vorgehensweise der Stipendiatin ist innovativ und ambitioniert. Maria Carina Dengg arbeitet interdisziplinär und wird historische, archäologische, onomastische und siedlungsgeschichtliche Forschungsansätzen zur Anwendung bringen“, heißt es in der Begründung zur Stipendiumsvergabe.

„Darüber hinaus demonstriert sie als berufstätige und in der Wissenschaft tätige junge Mutter die Vereinbarung von Familie und Forschung an der Otto-von-Guericke-Universität.“ Die Verleihung des Stipendiums an Maria Carina Dengg verdeutliche die Bedeutung und Leistungsfähigkeit des Bereichs Geschichte, speziell der Mittelalterlichen Geschichte, an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg."

Die Gutachter ihrer Arbeit und das Kuratorium zur Auswahl des Eike-von-Repgow-Stipendiums stimmten darin überein, dass es sich bei der Dissertationsschrift von Maria Carina Dengg um eine ganz herausragende wissenschaftliche Leistung handelt, die insbesondere hinsichtlich des methodischen Zugriffs Maßstäbe setzt. Das beschriebene Projekt wurde innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens abgeschlossen und am 19. April 2021 vor über 200 Teilnehmenden aus ganz Europa digital präsentiert und fand große Begeisterung sowie Anerkennung.

Die Stipendiatin

Maria Carina Dengg wurde am 02.08.1992 in Kiel geboren. Nach ihrem Abitur 2011 absolvierte sie einen einjährigen Freiwilligendienst in Vietnam. 2012 bis 2019 studierte sie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Ur- und Frühgeschichte mit dem Nebenfach Mittelalterliche Geschichte. Ihr Studium schloss Maria Carina Dengg mit einem Master of Arts und der Note sehr gut (1,1) ab. Vom 1. Oktober 2019 bis 31. Dezember 2020 war sie als Lehrende und Projektmitarbeiterin an der Otto-von-Guericke-Universität beschäftigt. Dabei hat sie im Rahmen eines von der Christian-Lesser-Stiftung Mühlhausen geförderten Drittmittelprojekts an der Digitalisierung der spätmittelalterlichen Handelsstraßen des Hanseraums auf dem Gebiet des nördlichen Thüringens sowie des südlichen Sachsen-Anhalts geforscht.

Veröffentlichungen

-        The "Dark Ages" of the Roman Roads. in: The viabundus Blog, 12.08.2020 

-        Bart Holterman et al. (ed.), Viabundus Pre-modern Street Map 1.1

(Stand: Mai 2022)

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Das Eike-von-Repgow-Stipendium

Die Bedeutung des Magdeburger Stadtrechts

Es ist ein Anliegen der Stadt Magdeburg, auf ihre einstige hoch geachtete Stellung innerhalb einer großen europäischen Stadtrechtsfamilie aufmerksam zu machen. Vom Magdeburger Schöffenstuhl aus wurden Hunderte von Rechtsauskünften in die Tochterstädte Magdeburgs bis weit in das Baltikum und die Ukraine hinein verschickt.

Wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Magdeburger Stadtrecht und dem Sachsenspiegel

Mit der Vergabe des Eike-von-Repgow-Stipendiums als auch des Eike-von-Repgow-Preises sollen die wissenschaftliche und die künstlerische Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands und des Gebiets der mittleren Elbe gefördert sowie mit Eike von Repgow eine bedeutende historische Persönlichkeit gewürdigt werden. Sowohl Stipendium als auch Preis tragen in erheblichem Maße dazu bei, die Stadt Magdeburg mit ihrer einzigartigen rechtsgeschichtlichen Bedeutung weithin als Stadt moderner Wissenschaft und Nachwuchsförderung bekannt zu machen.

Vertrag zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und Universität

Die Bedeutung des gemeinsamen Stipendiums der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist in der Präambel des Vertrages wie folgt charakterisiert:

„Eike von Repgow, dessen Beiname von dem Ort Reppichau bei Dessau abgeleitet ist, in dem seine Familie begütert war, hat zwischen 1220 und 1235 auf dem Boden Sachsen-Anhalts den Sachsenspiegel und damit eine Schrift geschaffen, deren Wirkung bis in unser Jahrhundert andauert. Der Sachsenspiegel ist das bedeutendste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters. Darüber hinaus ist es das erste literarische Prosawerk deutscher Sprache, das keine Übersetzung einer Schrift eines anderen Verfassers darstellt.

Die Beziehung zu anderen Teilen Europas ergibt sich einerseits daraus, dass der Sachsenspiegel in enger Verbindung mit dem Magdeburger Stadtrecht im östlichen Mitteleuropa und in Osteuropa große Geltung erlangt hat und dort mehrere Male übersetzt worden ist; andererseits hat das Werk des Eike von Repgow aber auch Westeuropa beeinflusst.

Die Vertragspartner wollen mit dem nach Eike von Repgow benannten Preis und Stipendium - in Anlehung der urkundlichen Erwähnung Eikes von Repgow 1233 in Salbke, das heute zu Magdeburg gehört, und des engen Zusammenhangs des Sachsenspiegels mit dem Magdeburger Stadtrecht - die wissenschaftliche und die künstlerische Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands und des Gebiets der mittleren Elbe fördern sowie in Eike von Repgow eine bedeutende historische Persönlichkeit würdigen, die auf dem Boden Sachsen-Anhalts gewirkt hat. Zugleich soll der Preis an die Verbindung dieses Raums mit anderen Teilen Europas erinnern."

Die Vergabe beider Auszeichnungen dokumentiert die Weltoffenheit der Landeshauptstadt Magdeburg und trägt zur Attraktivität und Verbesserung der Außenwirkung des Universitätsstandortes bei.

Erstmalige Vergabe des Stipendiums im Jahr 2005

Auf Beschluss des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg werden der Eike-von-Repgow-Preis und das Eike-von-Repgow-Stipendium alternierend vergeben.
Die Landeshauptstadt und die Universität Magdeburg schlossen 1998 einen Vertrag zur Verleihung des Eike-von-Repgow-Preises, der im Jahr 2005 geändert wurde. In Jahren mit gerader Jahreszahl wird der Preis und in denen mit ungerader Jahreszahl das Stipendium vergeben.

 

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Bisherige Stipendiatinnen und Stipendiaten


zuletzt aktualisiert am 05.05.2022