Festungsanlage Ravelin 2: Sanierungsarbeiten beendet
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Festungsanlage Ravelin 2: Sanierungsarbeiten beendet

Die Sanierung der Festungsanlage Ravelin 2 ist weitestgehend beendet. Dank der Unterstützung aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung wird die Garnisonsgeschichte Magdeburgs schrittweise erlebbar. Oberbürgermeisterin Simone Borris und Staatsminister Rainer Robra werden die Anlage am 14. September wiedereröffnen.

Kehlkasematte und Innenhof des Ravelin 2 in Magdeburg © Bernd Kapelle
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Insgesamt rund 3 Millionen Euro investiert

Seit September 2021 wurden mehr als drei Millionen Euro in die Sanierung der Festungsanlage Ravelin 2 investiert. Die Wiedereröffnung am 14. September erfolgt ab 16:00 Uhr durch Oberbürgermeisterin Simone Borris und Staatsminister Rainer Robra.

Zu den Sanierungsarbeiten zählten unter anderem die Rekonstruktion der Doppelkaponniere und der Kehlkasematte in den Originalzustand aus Zeiten der Erbauung. Als Kaponniere werden im Festungsbau massiv gemauerte Gänge oder Räume bezeichnet, aus denen Verteidiger schießen konnten. Als Kasematten werden beschusssichere Bunker bezeichnet.

Doppelkaponniere in der Magdeburger Festungsanlage Ravelin 2
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Festungskommandant Rüdiger Stefanek vor den Doppelkaponnieren des Ravelin 2
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Freigelegte und durch Weg erschlossene Hohltraverse im Magdeburger Ravelin 2
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Blick in den Innenhof der Festungsanlage Ravelin 2 in Magdeburg
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Festungsgeschichte erlebbarer denn je

Während der Sanierung wurden beispielsweise die erdbedeckten Gebäudedächer abgedichtet und die Rauchabzüge wiederhergestellt. Dazu musste die Erdüberdeckung der Dächer abgetragen werden, um die Abdichtungsarbeiten durchführen zu können. Mit der wieder aufgebrachten Erde wurde der historische Wallrumpf geformt. Insgesamt mussten so rund 2.600 Kubikmeter Erde bewegt werden. In der Kehlkasematte entstanden Ausstellungsräume und der Vortrags- und Tagungsraum wurde denkmalgerecht entsprechend der heutigen Anforderungen saniert.

Als ein Höhepunkt hat die Landeshauptstadt die Hohltraverse, die nahezu verschüttet war, freilegen lassen und durch einen Fußweg erschlossen. In ihrem Umfeld wurden die historischen Wallprofile hergestellt und die Festungstore nach historischem Vorbild eingesetzt. Eine Steganlage im Bereich des nördlichen Ausfalltores lässt den historischen Zustand erahnen. Es entsteht mehr und mehr die Magdeburger Festungsgeschichte zum Anfassen.

Das Bauwerk mit seinem Gelände wird nach und nach einer denkmalgerechten Nutzung zugeführt. Geplant sind beispielsweise Dauerausstellungen zur Festungsgeschichte, wechselnde Sonderausstellungen und eine Raumnutzung für begleitende Kulturveranstaltungen. Mit rund 2,4 Millionen Euro besteht der größte Teil der Investitionssumme aus Fördermitteln des EFRE-Programms Sachsen-Anhalt Kulturerbe. Der städtische Eigenanteil beträgt etwa 600.000 Euro.