Der Magdeburger Rabbiner Dr. Georg Wilde
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Vortrag über Rabbiner Dr. Georg Wilde und sein Wirken in Magdeburg und England

Am 2. November um 19.30 Uhr im Alten Rathaus

Das Stadtarchiv lädt für den 2. November zu einem Vortrag über den Magdeburger Rabbiner Dr. Georg Wilde ein. Beginn ist um 19.30 Uhr im Kaiserin-Adelheid-Foyer des Alten Rathauses. Der Eintritt ist frei, um eine Voranmeldung unter der Rufnummer 0391/ 5 40 29 12 oder per E-Mail an archiv@magdeburg.de wird gebeten. Restplätze am Abend gibt es nur bei Verfügbarkeit. Es gelten die tagesaktuellen Regelungen für Veranstaltungen unter Pandemiebedingungen.

Plakat Tage der jüdischen Kultur und Geschichte 2021 © Forum Gestaltung Magdeburg
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Dr. phil. Georg Wilde war von 1906 bis 1939 Rabbiner der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg und gehörte zu den Männern, die das jüdische Leben Magdeburgs im 20. Jahrhundert wesentlich prägten. In Meseritz 1877 geboren, studierte er in Breslau, hat 1901 in Erlangen promoviert und kam 1906 mit seiner Frau Martha nach Magdeburg. Bei Kriegsausbruch 1914 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst und war vier Jahre als Feldrabbiner im Einsatz. Dabei wurde er mehrfach ausgezeichnet, sogar mit dem Ritterkreuz Erster Klasse mit Schwertern vom Königlich-Württembergischen Friedrichsorden.

In den dreißiger Jahren musste er den durch Naziterror politisch erzwungenen Niedergang seiner Gemeinde miterleben. Am 10. November 1938 wurde er mit mehr als 130 jüdischen Männern Magdeburgs verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Sein Bericht „Elf Tage im KZ Buchenwald“ gibt ein erschütterndes Bild der Unmenschlichkeiten, die er dort erleben und mit ansehen musste. Nach seiner Entlassung musste er Deutschland verlassen. Es gelang ihm, Ende März 1939 mit seiner Ehefrau nach England zu emigrieren. Sie lebten zuletzt in Cambridge, wo Dr. Georg Wilde 1949 starb.

Referentin des letzten Vortrages der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Stadtgeschichtliche Sommerabende“ ist Prof. Dr. Astrid Zajdband. Sie lehrt an der Embry-Riddle Aeronautical University und arbeitet in Frankfurt/Main mit dem Jüdischen Museum zusammen. Das Thema ihrer Promotion, die sie in Sussex (GB) einreichte, war: „German Rabbis in British Exile. From 'Heimat' into the Unknown“, (Deutsche Rabbiner im britischen Exil. Von der Heimat hinein in das Unbekannte). Dadurch begegnete sie der Lebensgeschichte von Dr. Georg Wilde, woraus die Verbindung nach Magdeburg entstand.

Die Veranstaltung im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur und Geschichte ist eine Kooperation des Stadtarchivs Magdeburg, des Forum Gestaltung und des Fördervereins Neue Synagoge Magdeburg. Das vollständige Programm der Tage der jüdischen Kultur und Geschichte gibt es als Flyer oder online auf www.forum-gestaltung.de.