Rumänischer Staatspräsident erhält Kaiser-Otto-Preis
Preisverleihung am 25. Mai 2020
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Der überzeugte Europäer Klaus Johannis, Staatspräsident von Rumänien, wird mit dem Kaiser-Otto-Preis 2020 ausgezeichnet. Damit würdigen Preiskomitee und Kulturstiftung Kaiser Otto das jahrzehntelange Wirken des rumäniendeutschen Politikers für Demokratie und Zusammenhalt, nicht nur zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in seinem Heimatland, sondern in ganz Europa.

Entscheidung für Kaiser-Otto-Preis bereits seit September 2019

Das Preiskomitee hatte im September 2019 die Entscheidung getroffen, Klaus Johannis mit dem bedeutendsten Preis der Landeshauptstadt Magdeburg auszuzeichnen. Die Abstimmungen zum Termin der Verleihung konnten am 17. Dezember erfolgreich abgeschlossen werden. Der nichtdotierte Kaiser-Otto-Preis wird im Rahmen eines Festaktes am 25. Mai 2020 im Dom zu Magdeburg verliehen.

Zur Begründung der Juryauswahl sagt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper:

„Der Vorschlag stammt von meinem Amtsvorgänger, Dr. Willi Polte. Das Preiskuratorium ist ihm gern gefolgt, denn Klaus Johannis ist überzeugter Europäer, für den Demokratie, Weltoffenheit, Zusammenhalt und Rechtsstaatlichkeit nicht verhandelbare, gemeinsam erkämpfte Werte und Grundsätze sind, für die er sich im Namen aller Europäerinnen und Europäer unermüdlich einsetzt.“

Weiter heißt es in der Begründung: „Seit Beginn seiner politischen Laufbahn gehören der Kampf gegen die bis heute bestehenden Verhältnisse von Korruption und Vetternwirtschaft in seinem Land sowie eine proeuropäische, rechtsstaatliche Politik zu seinen Schwerpunkten. Als fairer Streiter zeigt er sich stets dialogbereit und arbeitet lösungsorientiert zum Wohle der Gemeinschaft. Er bekennt sich ausdrücklich zu den Werten und Zielen der europäischen Gemeinschaft und fördert die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer. Der Schutz von Minderheiten und die Förderung kultureller Vielfalt sind ihm Herzensangelegenheiten.“

Vita und politisches Wirken von Klaus Johannis

Klaus Werner Johannis (rumänisch Iohannis) wurde am 13. Juni 1959 in Hermannstadt/ Sibiu geboren. Seine Familie gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an. Er ist seit 1989 mit Carmen Johannis verheiratet. Das Ehepaar hat keine Kinder.

Nach einem Physikstudium zwischen 1979 und 1983 unterrichtete er von 1983 bis 1997 an verschiedenen Schulen seiner Heimatstadt Hermannstadt/ Sibiu, zuletzt am dortigen Lyzeum. Nach der Rumänischen Revolution von 1989 begannen seine ersten politischen Aktivitäten, als er 1990 in das neugegründete Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, kurz DFDR, die politische Vertretung der deutschsprachigen Minderheit, eintrat.

Ab dem Jahr 2000 war Klaus Johannis Bürgermeister von Hermannstadt. Obwohl die deutsche Bevölkerung nur noch eine Minderheit von weniger als zwei Prozent ausmachte, wurde Johannis mit beachtlichen 69 Prozent der Stimmen gewählt. Unter

seiner Ägide entwickelte sich Hermannstadt/ Sibiu zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes, was nicht zuletzt in die Wahl zur europäischen Kulturhauptstadt 2007 gipfelte. Im selben Jahr trat Rumänien der Europäischen Union bei.

Im Jahr 2013 schloss sich Klaus Johannis der nationalliberalen PNL an und wurde kurz darauf zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, ehe er im Jahr darauf zum Vorsitzenden der Partei avancierte und im selben Jahr bei den Präsidentschaftswahlen um das Amt des Präsidenten kandidierte. Im zweiten Wahlgang konnte er sich gegen den damaligen Ministerpräsidenten Victor Ponta durchsetzen und wurde am 21. Dezember 2014 vereidigt.

Bei den letzten Präsidentschaftswahlen gewann Klaus Johannis Ende November im zweiten Wahlgang und kann nun auf seine zweite Amtszeit als Präsident Rumäniens blicken.

Klaus Johannis wird von seinen Weggefährt*innen als fleißig, solide, bodenständig und korrekt beschrieben. Er gilt als ausgewiesener Kritiker der Regierung, mit der er im Dauerstreit liegt.