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Zeitzähler, 2007/2008

Friedmann, Gloria

Zeitzähler © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Als der Platz am Elbbahnhof mit der Plastik Gloria Friedmanns im Spätherbst 2008 eingeweiht wurde, glich das umliegende Gelände noch einer Mondlandschaft. Heute steht sie auf dem, was man einen zentralen Platz in der noch immer wachsenden, kleinstädtisch anmutenden Neubausiedlung nennen könnte, die sich in Sachen Architektur trotz gegenteiliger Behauptungen vor allem von der Stange bedient.

Kugelformen begegnen dem aufmerksamen Besucher allenthalben, zumal in Magdeburg, der Stadt des legendären Guerickeschen Halbkugelversuchs. Doch entdeckt man sie auch golden auf dem Hundertwasserhaus am Domplatz, steinsichtig und vielfach im stilisierten Kreis der Planeten im Arm des Weltenherrschers, der in einem sechzehneckigen Kapellchen im Dom sitzt und schließlich als Reichsapfel, der das bereits erwähnte Kriegerdenkmal bekrönt. Sie alle meinen - wie Friedmanns Kugel auch - die größer oder kleiner begriffene Welt. Hier schwebt sie nicht mehr frei im Raum oder wird symbolisch von der Hand des Herrschers respektive Weltenschöpfers gehalten. Auf einem gepflasterten Platz in der Nähe des Elbufers scheint sie als Balanceakt den sprichwörtlichen Boden der Tatsachen erreicht zu haben, obenauf, wie das Kreuz auf dem Reichsapfel, ein sitzender Mann mit einer großen Normaluhr zwischen den Händen. Das Ziffernblatt zeigt in Richtung möglicher Passanten, wobei unklar ist, ob diese Situation absichtlich oder durch Zufall entsteht. Vielleicht, dass es etwas zu lesen gibt auf der Rückseite der Uhr, vielleicht - und das ist die surreale Variante - will er sich die Uhr gleichsam als Gesicht anpassen. Im Werk Gloria Friedmanns erscheint nämlich parallel zum Zeitzähler eine Figur, die die Künstlerin Unabomber nennt und "allmächtigen Zeitling". Statt eines Gesichts trägt sie das Zifferblatt einer Normaluhr im vermeintlichen Kopf.

Auch die Form der Erd-Kugel taucht nicht erst mit dem Magdeburger Zeitzähler in ihren Arbeiten auf. 1989 zum Beispiel liegt sie groß, rau und erdfarben in einem ansonsten leeren Raum. 2003 erscheint sie in Gymnastikballgröße, auf ihr sitzend eine männliche Figur, angezogen mit wirklichen Kleidern, doch mit einem Kopf (Körper?), der aus der gleichen Masse besteht wie die Erd-Kugel, auf der diese Ichling genannte Figur in sich gekehrt sitzt. Die Reihe ließe sich fortsetzen.

Der Magdeburger Zeitzähler scheint jedoch jener großen Gruppe zu entstammen, die Friedmann Le grand sommeil (Der große Schlaf) nannte und die 2005 entstand. Es ist eine in die Gegenwart transferierte Dornröschengeschichte. Die naturalistische Szenerie scheint von einem Augenblick zum anderen angehalten worden zu sein. Der glänzend lackierte Polyester, aus dem die Personage gegossen wurde, ist wie eine Schlamm- oder Ölschicht, die die Lebenden getränkt hat und erstarren ließ. Mit einer solchen "Schlaf"-Schicht ist auch die Erdkugel überzogen, auf welcher der Zeitzähler sitzt und in deren Uhren die Zeit jener Flüsse wegzuticken scheint, deren Namen auf den 19 Zifferblättern steht. "Ich bin", hat Gloria Friedmann gesagt, "eine Art Thermometer, ich zeige die Temperatur der Welt in der ich lebe, und da ist mir der Inhalt, mein Gedankengang erst mal wichtiger als Form und Schönheit."

Über den Künstler

(geb. 1950 in Kronach, Franken in Deutschland)

: seit 1977 lebt und arbeitet in Frankreich (Paris und Aignay-le-Duc)

: seit 1980 künstlerische Tätigkeit

Schwerpunkte: Malerei, Objekte, Installationen, Performances, Skulptur

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

: 1980 Musee National d´Art Moderne, Paris

: 1985 Galerie Wilkens / Jacob, Köln

: 1988 Galerie Montenay, Paris

: 1989 Galerie Curt Marcus, New York

: 1992 Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig, Wien

: 1993 Kunsthaus Nürnberg

: 1994 Villa Arson, Nizza

: 1995 Galerie Lüpke, Frankfurt

: 1996 City Art Gallery, Wellington, Neuseeland

: 1997 Städtische Sammlung, Augsburg

: 1998 Galerie Elisabeth Kaufmann, Basel

: 2003 Gloria Friedmann - Happy End MKM - Museum Küppersmühle für Moderne Kunst Duisburg

: 2005 Gloria Friedmann Kunstraum Dornbirn

: 2006 Folkwang Atoll whiteBOX, München Giardino PAN Neapel

: 2007 Art Protects Yvon Lambert Paris

: 2007/08 DIE ELBE [in]between ­- Wasser, Ströme, Zeiten Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg

: 2008 MEDIATIONS BIENNALE POZNAN 2008 Posen

: 2009 3. Moscow Biennale 2009 Moscow Biennale of contemporary art Moskau - Gloria FRIEDMANN MAM - Mario Mauroner - Vienna Wien

: 2010 Isole mai Trovate | Islands never found Palazzo Ducale Genua "Islands Never Found" Greek State Museum of Contemporary ArT Thessaloniki, Griechenland

Quelle: Gloria Friedmann ­­

Künstler & Kuratoren in Kunstaspekte

webcache.googleudercontent.com

: Gloria Friedmann - Happy End, Katalog anlässlich der Ausstellung im Museum Küppersmühle, Duisburg, Hrsg. Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn, 2003

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