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Immermann-Brunnen, 1889

Echtermeier, Carl Friedrich

Immermann-Brunnen © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Der Dichter Carl Leberecht Immermann, 1796 in Magdeburg geboren, leitete ab 1834 für drei kurze Jahre tatsächlich ein Theater, und zwar in Düsseldorf. Das Magdeburger Denkmal für ihn kann trotzdem als genuines Theater-Denkmal bezeichnet werden, denn es befand sich ursprünglich vor dem im Zweiten Weltkrieg ausgebrannten und danach abgebrochenen Magdeburger Stadttheater nahe des heutigen Hauptbahnhofs. Seit 1996 hat es, frisch restauriert, seinen heutigen Platz, im Rücken des Kulturhistorischen Museums an der Heydeckstraße. Magdeburg hat Immermann eines der grimmigsten Urteile bezüglich seiner Kunstfeindlichkeit zu verdanken. "Wenn man die Dichtung glücklich ausrotten wollte", schrieb er 1826 verbittert in einem Brief an Varnhagen van Ense in Berlin, "so müßte man die Dichter nach Magdeburg senden; wir haben hier nur Kanonen, Beamte und Krämer, und die Phantasie fehlt in der Seelenliste gänzlich."

Die Büste, die Echtermeier auf dem mit einem Relief zweier Masken geschmückten Sockel postierte, unter dem ein bronzener Fischkopf Wasser in das davorliegende Becken speit, folgt wohl einer Zeichnung Theodor Hildebrands aus dem Jahr 1839, also nur ein Jahr vor dem frühen Tod des Dichters. Echtermeier, in dessen Lebenszeit man Immermann noch als bedeutenden Autor schätzte, dramatisierte das idealisierte Konterfei jedoch durch eine stärkere, naturalistische Durchzeichnung.

Das entspricht der Stellung Immermanns in der Literaturgeschichte, in der man ihn als Figur des Übergangs von der Romantik zu den großen Realisten wie Storm oder Fontane sieht, als scharfsichtigen, kritischen, doch meist leider nur sehr ernsten Geist. Der große humoristische Schriftsteller, als den Hesse ihn auf Grund seines Münchhausen-Romans schätzte, war Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend ausgeblendet. Man las die "westfälische Dorfschulzengeschichte" Oberhof. Sie galt als die schönste Dorfgeschichte des 19. Jahrhunderts, doch war "frevelhaft", wie Hugo von Hofmannsthal urteilte, aus dem großen Roman herausgerissen. Der nämlich feierte hinter- und untergründig und vertrackt das zweckfreie Lügen als große und befreiende, phantastische Überwindung der Schwerkraft unerquicklicher Verhältnisse im Ausblick auf eine andere, vielleicht neue Welt. Der stand die Welt des Oberhof als scheinbar heile, von der aus den Fugen geratenen Gegenwart unberührte gegenüber.

Ihr sind die Szenen entnommen, die Echtermeier in den Reliefs für den Segmentbogen der Denkmalwand im Geist der Zeit gestaltete. Durch einen betulichen, übergenauen Realismus gelingt es dem Bildhauer, die Eigenarten der Immermann'schen Prosa und deren selbstironisierendes Potential mit feinem Gespür in die plastische Erzählung um den alten Hofschulzen, das Schwert Karls des Großen und die Liebe zwischen dem Adligen Oswald und dem Findelkind Lisbeth zu transferieren.

"Er besaß eine große Nase, eine markierte Stirn, deren Protuberanzen jedoch mehr Charakter als Talent anzeigten und einen feingespaltenen Mund, um den sich ironische Falten wie junge spielende Schlangen gelagert hatten, die jedoch nicht zu den giftigen gehörten. Seine Augen wurden in den Reisepässen gewöhnlich als graue bezeichnet. Sie lagen auch wirklich wie hellgraue Perlhühner in ihren Höhlen unter Brauen eingewühlt, die trockenem gelbbräunlichem Reisig glichen." So beschrieb Immermann sich selbst im Münchhausen.

Über den Künstler

Carl Friedrich Echtermeier (geboren 27. Oktober 1845 in Kassel; gestorben 30. Juli 1910 in Braunschweig) war ein deutscher Bildhauer.

Der Sohn eines Gipsformers erlernte in der väterlichen Werkstatt die Grundlagen des Handwerks. Er besuchte zunächst die Kunsthochschule Kassel und setzte seine Ausbildung 1865/66 an der Kunstakademie München fort. Es folgte in den Jahren 1867 bis 1870 ein Besuch der Dresdner Kunstakademie, wo der Einfluss seines Lehrers Ernst Hähnel (1811-1891) prägend war. Seine 1870 geschaffene Figur Tanzende Bacchantin wurde mehrfach mit Medaillen ausgezeichnet. Im Jahre 1870 heiratete Echtermeier und trat eine Italienreise an. Im Jahre 1871 gründete er ein eigenes Atelier in Dresden, wo er den Bildhauern Robert Diez und Adolf Breymann freundschaftlich verbunden war. Er korrespondierte mit dem Berliner Bildhauer Fritz Schaper.

Im Jahre 1883 wurde Echtermeier Nachfolger Georg Ferdinand Howaldts als Lehrer für Modellieren und Bossieren an der TH Braunschweig. Seine Schüler waren u. a. Gottlieb Elster (1867-1917), Hermann Siedentop (1864-1943), Arnold Kramer (1863-1918) und Eugen Kircheisen. Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Constantin Uhde (Hasenjagdfries für die Villa Löbbecke 1882 und Fries für die Rimpausche Villa 1886 in Braunschweig) endete 1895 im Streit. Den Wettbewerb für ein Bismarck-Denkmal in Berlin konnte Echtermeier nicht für sich entscheiden, wobei sein Entwurf jedoch 1899 in Magdeburg ausgeführt wurde.

Echtermeier, der den Titel eines Geheimen Hofrates verliehen bekommen hatte, starb 1910 in Braunschweig.

KUNSTWERKE

: Allegorien der Kunst und Wissenschaften, Eingangshalle der TH Braunschweig (1877/79)

: Acht Länder-Allegorien für die Gemäldegalerie Kassel (1882)

: Entwurf des Bronzedenkmals für den Komponisten Franz Abt in Braunschweig (eingeweiht am 13. Juli 1891; während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen)

: Bismarck-Denkmal in Magdeburg (1899, zerstört)

: Denkmal für den Schriftsteller Immermann in Magdeburg (1899)

: Entwurf des Bronzedenkmals für den Reformator Johannes Bugenhagen an der Brüdernkirche in Braunschweig (1902, während des Zweiten Weltkriegs demontiert)

: Denkmal für Otto von Guericke in Magdeburg (1907)

Echtermeier schuf mehrere Friedhofsplastiken, die sich überwiegend in Hannover befinden. Er fertigte Porträtbüsten Braunschweiger Persönlichkeiten an, darunter Georg Westermann, Heinrich Vieweg und Wilhelm Pockels.

(Quelle: de.Wikipedia.org)

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