Stabwerk, 2002
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Stabwerk, 2002

Renner, Hartmut

Stabwerk © Saskia Hubert
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© Saskia Hubert

Unter anderem eine Arbeit von Hartmut Renner nahm der Kunsthistoriker Andreas Hünecke 1988 anlässlich der X. Kunstausstellung der DDR in Dresden zum Anlass, das leidige Problem der Zuordnung zwischen so genannter angewandter und freier Kunst in der Zeitschrift "Bildende Kunst" zu diskutieren. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, waren die angewandten Künste im Osten Deutschlands ein Betätigungsfeld, auf dem sich die Künstler ungezwungener mit dem Erbe der Klassischen Moderne und aktuellen westlichen Entwicklungen auseinandersetzen konnten als etwa ihre Maler- oder Bildhauerkollegen. Früh verwischten sich dadurch auch die Grenzen zwischen angewandter und freier Arbeit. Auf dem Gebiet der Metallbildhauerei war die Klasse von Irmtraud Ohme an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle an der Saale, einer der diesbezüglich wichtigsten Entwicklungsräume. Dort hat auch Hartmut Renner studiert.

Renner hatte in Dresden eine große, raumbildende Stahlskulptur unter dem Titel "Tiere Tore" ausgestellt, die sich mit dem unmerklichen Übergang zwischen konstruktiver und aus der Natur gewonnener, abstrahierter Form beschäftigte. Auch die Magdeburger Arbeit, die, vom Bahnhof aus gesehen, am Eingang der Fußgängerzone der Leiterstraße ihren Platz gefunden hat, bewegt sich im Grunde innerhalb dieses thematischen Kontextes. Dabei mag der Titel Stabwerk und der vom Künstler verwandte, industriell geprägte Materialmix zunächst Abstraktes, Architektonisches suggerieren. Doch nimmt die Arbeit Renners den Weg in entgegengesetzte Richtung. Aus der freien Komposition mehr oder wenig gekrümmter, verschieden langer, polierter Metallstäbe und unterschiedlich großer Segmente von Metallgittern lässt sie das Bild zweier Baumgruppen entstehen, eine davon offenbar an einer Wasserfläche, die von einem zuvor völlig unverständlichen Rund eines blank geschliffenen, blauen Granitpflasters dargestellt wird. Erst mit dieser Wahrnehmung und den daraus wachsenden Bildassoziationen, so scheint es, baut sich dann auch die Spannung der Skulptur zu ihrer gebauten und natürlichen Umgebung neu und anders auf als im ersten Augenblick.

Über den Künstler

Hartmut Renner (*1951 in Kleinfurra bei Nordhausen) ist ein in Halle lebender Metallbildhauer.

Von 1975 bis 1980 studierte er Metallgestaltung an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein, Halle bei Karl-Heinz Trautmann und Irmtraud Ohme. Seit 1982 ist er freischaffender Metallbildhauer.

: Teilnahme von 1982 bis 1989 an allen relevanten Ausstellungen in der DDR

Teilnahme an Symposien für Metallbildhauer:

: 1990 Symposium in Wittmund

: 1991 Symposium in Halle / Saale

: 1992 Symposium in Celle

: 1993 Symposium in Wittenberg

Weitere Ausstellungsbeteiligungen:

: 1991 Stahlskulpturen in Wilhelmshaven

: 1991 Kunst und Stahl in Bremen

: 1991 Kunstzentren in Europa in Ludwigshafen

: 1991 Konfigura Kunst in Europa in Erfurt

: 1992 Kunst in Stadtraum in Jena

: 1992 Deutscher Künstlerbund in Aachen

: 1993 Internationales Bildhauerprojekt Prozess und Dialog in Potsdam

: 1993 Internationale Bildhauer in Kopenhagen

: 1993 Darmstädter Sezession

: 1996/97 Projekt Kunst im Stadtraum Brüssel/Berlin

: 1997-2000 Landschaftskunstprojekte für die Expo 2000.

Quelle:

- Hermannshof Künstlerarchiv

- Landeskünstlerkatalog Sachsen-Anhalt, 1994

- Kunst im öffentlichen Raum, Herausgeber VBK Sachsen-Anhalt