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Vacanz, 2002

Ohme, Irmgard

Vacanz © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Leider nicht unmittelbar in Sichtweite, sondern erst 400 Meter weiter Richtung Hasselbachplatz, auf der gegenüberliegenden Seite des Breiten Weges, hat in der Einbuchtung des Friedenplatzes ein in vielerlei Hinsicht interessantes Pendant zu Göbels Sabinerinnen seinen Platz gefunden: Irmtraud Ohmes Vacanz. Gleichsam als Polkappen haben Ohme und Göbel über drei Jahrzehnte hinweg nicht nur mit ihrem Werk, sondern zugleich als Lehrer an der traditionsreichen Burg (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle) die mitteldeutsche und speziell die Hallesche Bildhauerei ganz wesentlich geprägt.

Göbel steht in der Traditionslinie einer realistischen, stark von erzählerischen bzw. kommentierenden Momenten geprägten figürlichen Plastik, als deren bedeutendster Vertreter im Nachkriegsdeutschland hier der seit 1961 in Braunschweig lehrende Jürgen Weber zu nennen ist. In Magdeburg war es der bereits mehrfach erwähnte Heinrich Apel, der dieses Feld beackerte. Irmtraud Ohme, die in Magdeburg geboren wurde und aus dem angewandten Bereich kam, in dem die ideologischen Fußfesseln der sozialistischen Kunstdoktrin früh geweitet wurden, nahm in Lehre und Werk deutlich Bezug auf die westliche Avantgarde vor allem der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dynamisierung figürlicher Formen und Auflösung der geschlossenen Kontur spielten dabei für sie eine besondere Rolle. Wohl wie keine andere hat sie hier in großen Formaten Industriestahl gleichsam zum Tanzen gebracht.

Auch Vacanz thematisiert, wie der Titel es bereits nahelegt, das Fehlen von etwas, das zuvor offenbar da war. Das wird von der Künstlerin jedoch nicht als Mangel registriert, sondern gewinnt als Moment der Offenheit Gestalt, als Moment der Schwebe, als lustvolles Aus-dem-Rahmen-Springen. "Agieren, nicht lediglich reagieren", war das Credo ihrer Kunst, die auf "Unmittelbarkeit, Kraft, Lebenswillen" zielte und dogmatische Einengungen jeglicher Couleur sprengte. Während die bereits aufgetrennten Silberringe um ihn tanzen, öffnet sie in einem zirzensischen Akt, so scheint es, den aus dickem Rundmaterial zum Rechteck gefügten Rahmen, mit einem beherzten, vom Publikum unbemerkten Schnitt. Vom Schwung der kreisenden Silberringe gestoßen, drehen sich die beiden Rahmenhälften voneinander ab, kippen auf, einer der Ringe schon schickt sich an in den Himmel zu springen. Voila! Was zählt, ist dieser inspirierende Augenblick. Einen Moment später und wir stünden vor einem Stillleben, einem abstrakten Memento mori.

Mit bemerkenswertem Gespür für den Ort und das Werk hat man die Arbeit von Irmtraud Ohme nicht auf die zentralere und der Straße nähere Position des Bismarck-Denkmals platziert, das den ehemaligen Scharnhorstplatz seit 1899 beherrschte und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde. Kolorierte Postkarten der Zeit sahen auch ihn - majestätisch auf hohem Postament und noch über dem flügelnden deutschen Adler - gern vor blauem Himmel zwischen weißen Wolken. Das Gebäude des Schauspielhauses, bis 2004 Freie Kammerspiele, das die Rückfront des Platzes bildet, spielt der Vacanz Ohmes in die Karten, der Bismarck-Figur hätte es heute womöglich den Spitznamen Striese eingebracht, Impresario des Deutschen Kaiserreichs.

Über den Künstler

Irmtraud Ohme (geboren 15. März 1937 in Magdeburg; gestorben 2002 auf Teneriffa) war eine deutsche Bildhauerin.

LEBEN

Irmtraud Ohme studierte von 1955 bis 1960 in der Fachrichtung industrielle Formgestaltung Metall und Email an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein und machte ihr Diplom bei Lili Schultz und Karl Müller (Metallbildner). Nach kurzer Tätigkeit als Gestalterin in der Industrie wurde sie 1961 Assistentin an der Burg Giebichenstein, ab 1965 Oberassistentin im Fachbereich Emailgestaltung. Von 1977 bis 1981 war sie Dozentin und ab 1981 Professorin sowie Leiterin des Fachbereichs Metall/Emailgestaltung an der Burg Giebichenstein. Nach der Wende erhielt sie 1991 mit der Neuordnung der heutigen Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle einen Ruf als Professorin und Leiterin des Fachgebiets Plastik/ Metall.

WIRKEN

Ohmes Plastiken, meist aus Stahl, Edelstahl, Stein und Beton, sind unter anderem in vielen öffentlichen Räumen der ehemaligen DDR zu finden. Sie war seit 1963 an circa 250 Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt. Sie war Teilnehmerin an Symposien für Stahlplastik in Staßfurt, Berlin und im slowenischen Ravne. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach geehrt.

Seit 1973 war sie Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Nach Karl Müller war Irmtraud Ohme über mehrere Jahrzehnte die bestimmende Persönlichkeit in der Lehre der Metallkunst der Burg Giebichenstein, sie wirkte schulbildend. Zu ihren Schülern gehörten u. a. Johann-Peter Hinz, Rainer Henze, Hartmut Renner, Ulrich Barnickel, Cornelia Weihe, Jörg-Tilmann Hinz, Thomas Leu, Klaus Völker, Klaus- J. Albert, Andreas Freyer.

WERKE IN ÖFFENTLICHEM BESITZ

: Staatliche Galerie Moritzburg Halle(Saale)

: Staatliche Museen zu Berlin

: Grassimuseum Leipzig

: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Schloss Pillnitz

: Forma Viva, Portoro, Slowenien

ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM

: Chemiebrunnen am Carl-Schorlemmer-Ring, Halle-Neustadt (1981)

: Tänzer II, Erfurt (1985/1996)

: Stahlplastik in Ravne na Koroskem

: Stadt Berlin

: Stadt Jena

: Stadt Leipzig

: Stadt Halle

: Vacanz, Magdeburg

EHRUNGEN UND AUSZEICHNUNGEN

: Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber (1977)

: Kunstpreis der DDR (1978)

: Hauptpreis auf der II. Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder in Erfurt (1978)

: Händelpreis des Rates des Bezirkes Halle (1981)

: Dritter Preis auf der IV. Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder (mit Jörg Hinz und Hartmut Renner) (1986)

: Nationalpreis der DDR, 3. Klasse (1987)

: Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt (2001)

(Quelle: de.Wikipedia.org)

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