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10 Jahre Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Saporoshje – Delegation aus Magdeburg zu Gast in der Ukraine

Vom 30. Mai bis 1. Juni 2018 war eine Delegation Magdeburger Wissenschaftler und Unternehmer sowie Vertreter der Landesregierung unter Leitung des Wirtschaftsbeigeordneten Rainer Nitsche zu Gast in der ukrainischen Partnerstadt Saporoshje. Anlass der Reise war die Teilnahme am 2. Umweltforum „ECO Forum“ sowie das zehnjährige Städtepartnerschaftsjubiläum zwischen Magdeburg und Saporoshje.

Große Beachtung fand die Teilnahme der Ottostadt an der 2. internationalen  Umweltkonferenz „ECO Forum“, bei der zwei Vertreter der Städtischen Werke Magdeburg zum Thema moderne Wasserversorgung und Abwasserentsorgung referierten und ein Experte des Landesamts für Umweltschutz das Luftüberwachungssystem Sachsen-Anhalt (LÜSA) vorstellte. Ein Besuch beim städtischen Wasser- und Klärwerk Saporoshje gab Aufschluss über die hohen Standards und die moderne Technik, die bereits zur Wasserreinhaltung im Einsatz sind. Wie groß jedoch der Nachholbedarf in Sachen Umweltfragen ist, zeigte der Besuch eines dortigen Stahlwerks, so der Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche: „Während die Stadtverwaltung von Saporoshje als positives Beispiel vorangeht, hinkt die ukrainische Wirtschaft beim Thema Umweltschutz hinterher.“

Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Holocaust
Die  Delegation zu Gast am Holocaust-Mahnmal.
Halbkugelversuch in Saporoshje
Halbkugelversuch in Saporoshje
Halbkugelversuch in Saporoshje

Einen weiteren Höhepunkt auf der Agenda bildete der weltbekannte Halbkugelversuch, der im Rahmen einer öffentlichen Aufführung als Gastgeschenk zur zehnjährigen Städtepartnerschaft großen Anklang fand. „Einmal mehr haben wir festgestellt, dass Otto von Guericke als Naturwissenschaftler und Genie seiner Zeit international bekannt ist und wir mit seinem Halbkugelversuch und Wirken als Bürgermeister die Strahlkraft unserer Stadt nach außen weiter stärken können. Dies bestätigt auch, dass wir mit der Ottostadtkampagne Menschen in aller Welt erreichen können“, so Nitsche.

Auf dem Programm standen auch der Besuch der jüdischen Gemeinde, eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Holocaust und eine Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkriegs. Während des Krieges wurden dort etwa 20.000 Juden umgebracht. Noch nie zuvor war eine ausländische Delegation zu Gast am Holocaust-Mahnmal, was zu einer großen Anteilnahme bei den Medien führte. Der Wirtschaftsbeigeordnete und Stadtrat-Mitglied Sören Herbst hielten jeweils Gedenkreden.

Unter der Federführung von Susanne Rabe, Geschäftsführerin der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt, wurde die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ukrainischen Ingenieurkammer weiter ausgebaut. Erst im letzten Jahr wurde sie mit Hilfe aus der Ottostadt ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit deutscher Unterstützung Ingenieure aus Saporoshje zu Energie-Fachingenieuren aus- und weiterzubilden. Einen festen Studienlehrgang gibt es bereits, ein e-learning-Studiengang ist in Planung.

Darüber hinaus besuchte die Delegation die technische und allgemeine Universität. Währenddessen wurde ein Brief des Rektors der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, überreicht, in dem er sich positiv über eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider Universitäten äußerte. Diverse Unternehmergespräche rundeten die Delegationsreise ab. Darunter ein Gespräch mit einem Unternehmen, das in Magdeburg ein Kanuverein etablieren möchte.

Finanziert wurde die Reise durch das „Schnellstarterprogramm“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter dem Dach der gemeinnützigen Gesellschaft „Engagement Global“.

Schon im Dezember 2017 reiste eine Delegation aus Umwelt- und Energieexperten und Vertretern der Stadtverwaltung nach Saporoshje, um den Austausch zu Energieeffizienz und Weiterbildungsprogrammen zu fördern. Organisiert wurde die Reise weitestgehend von der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt.

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