Vortragsreihe »Wissenschaft im Rathaus«
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Programm der Vortragsreihe „Wissenschaft im Rathaus"  

Wissenschaft im Rathaus heißt es einmal im Monat im Alten Rathaus. Am letzten Montag des Monats präsentieren Magdeburger Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung und tauschen dafür ihr Forschungslabor und den Hörsaal mit dem Rathaus.
Dabei werden aktuelle Forschungsthemen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen beleuchtet, die sowohl die ganze Bandbreite als auch die Schwerpunkte des Wissenschaftsstandorts Magdeburg verdeutlichen.

Die Vortragsreihe „Wissenschaft im Rathaus“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Magdeburger Forschungseinrichtungen, der Städtischen Volkshochschule und der Stadtverwaltung.

Beginn ist jeweils 19.00 Uhr im Bereich Ausstellung/Empfang.  Die Teilnahme an der Veranstaltung im Alten Rathaus ist kostenlos. Zur Planung der Platzkapazitäten wird um telefonische Voranmeldung in der Städtischen Volkshochschule unter der Rufnummer 03 91/5 35 47 70 gebeten.

Aktuelle Termine 2020

Montag, 27. Januar2020
Die "Genschere" zur Manipulation menschlichen Erbguts - Durchbruch in der Medizin oder Gefahr für die Menschheit?"
mit Prof. Dr. Martin Zenker vom Institut für Humangenetik, Universitätsmedizin Magdeburg

CRISPR/Cas9, die sogenannte "Genschere", weckt gleichzeitig große Hoffnungen und tiefe Befürchtungen in Bezug auf ihre Anwendung in der Medizin. Sie wird als mögliches Heilmittel für genetisch bedingte Erkrankungen oder Krebs gehandelt, während auf der anderen Seite Szenarien von "Designer-Babys" heraufbeschworen werden. Was aber steckt überhaupt hinter diesem molekularen Werkzeug für Eingriffe ins Erbgut? Wo wird die "Genschere" schon heute in der Medizin eingesetzt und welche Weiterentwicklungen sind absehbar? Und wo liegen die Grenzen zwischen technischer Machbarkeit und ethischer Vertretbarkeit? Erwarten Sie einen anschaulichen Beitrag zu einem Thema der Zukunftsmedizin.


Montag, 24. Februar 2020
Siri, Alexa & Co: Wie können Dialoge mit Sprachassistenten natürlicher werden und warum können diese mir nicht einfach mal meine Fragen beantworten?
mit Dr. Ingo Siegert, Fakultät für Informatik, Otto-von-Guericke-Universität

Intelligente Sprachassistenten haben, vor allem aufgrund ihrer einfachen Handhabung, stark an Beliebtheit gewonnen. Die Funktionalität aktueller Sprachassistenten ist jedoch limitiert. Sie sind nicht in der Lage, semantisch ähnliche Ausdrücke oder prosodische Variationen zu unterscheiden, arbeiten immer noch auf der Auswertung vordefinierter Schlüsselwörter und jeder Dialog muss mit einem Aktivierungswort gestartet werden. Dies ist meistens nur irritierend, kann aber in einigen Fällen auch zu Fehlverhalten führen, wenn das Aktivierungswort in einem anderen Kontext gesagt wurde ober wenn der Sprachassistent durch ein prosodisch ähnliches Wort fälschlicherweise aktiviert wird. Aus diesen Überlegungen ergeben sich verschiedene zu untersuchende Fragestellungen: Wie sprechen Nutzer mit Sprachassistenten? Welche Faktoren beeinflussen das Sprechverhalten? Können wir einen Unterschied zur menschlichen Interaktion wahrnehmen und worin liegt dieser? Wie kann eine natürlichere Aktivierung von Sprachassistenten aussehen? Der Vortrag versucht Antworten auf diese Fragen zu geben, indem verschiedenste Interaktionsexperimente vorgestellt und deren Erkenntnisse diskutiert werden.


Montag, 30. März 2020
"Brennstoffzelle versus Batterie: Wer macht das Mobilitätsrennen?"
mit PD Dr.-Ing. habil. Tanja Vidakovic-Koch, Leiterin der Fachgruppe Elektrochemische Energieumwandlung (EEC), Max Planck Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme

Sollen wir Autofahrer nun auf E-Autos setzen oder auf Brennstoffzellen? Vielen Bürgern stellt sich diese Frage. Beide Systeme, sowohl die Brennstoffzelle als auch die Batterie, haben Vor- und Nachteile. An beiden müssen wir auch in Zukunft weiter forschen. Effektiv sind sie, und das Klima bleibt verschont von zusätzlichem CO2, zumindest beim konsequenten Einsatz regenerativer Energien für die Wasserstofferzeugung oder als Strom zum Speichern.
Tanja Vidakovic-Koch erklärt in ihrem Vortrag dieses wichtige und derzeit so aktuelle Thema der zukünftigen Antriebstechnologie klar und detailliert, untersetzt mit Forschungsergebissen, Zahlen und Fakten. Und vielleicht löst Sie mit Ihnen am Ende die Frage, welche Technologie nun den besten Antrieb der Zukunft für das private Autofahren, die Schifffahrt oder den Flugverkehr bietet.


Montag, 27. April 2020
Immer der Nase nach. Wie Umgebungsdüfte unser Verhalten beeinflussen
mit Prof. Marko Sarstedt, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Otto-von-Guericke-Universität

"Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als Worte, Augenschein, Gefühl und Wille. Die Überzeugungskraft des Duftes ist nicht abzuwehren, sie geht in uns hinein wie die Atemluft in unsere Lungen, sie erfüllt uns, füllt uns vollkommen aus, es gibt kein Mittel gegen sie." Dieses bekannte Zitat aus Patrick Süskinds Klassiker "Das Parfüm" beschreibt die scheinbar unwiderstehliche Kraft des Duftes. Aber können Umgebungsdüfte unser Verhalten wirklich langfristig beeinflussen? Lassen sich durch den Einsatz von Umgebungsdüften beispielsweise die Wahrnehmungen von Dienstleistungen verbessern? Wirken Umgebungsdüfte auch, wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen? Und lassen sich selbst Dinge wie das politische Wahlverhalten beeinflussen? Das sind Fragen, die Marketingforscher Marko Sarstedt, Professor an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Vorstand Wissenschaft / Innovation im Deutschen Marketingverband beschäftigen. In seinem Vortrag stellt er Ergebnisse aktueller Experimente u.a. in Kooperation mit der Deutschen Bahn vor, in denen er und sein Team untersuchen, wie Umgebungsdüfte unser Verhalten beeinflussen.

Weitere Termine sind:
29. Juni,  28. September, 26. Oktober und 30. November 2020