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Kaiser Otto wird im Magdeburger Dom wieder beigesetzt

Am 1. September werden die sterblichen Überreste Kaiser Ottos des Großen erneut im Magdeburger Dom beigesetzt. Von Januar bis Juni wurde seine Grablege im Hohen Chor des Domes untersucht und restauriert, um sie der Nachwelt zu erhalten. Das Grabmal hat einen erheblichen kulturhistorischen Wert, da Otto I. eine bedeutende Figur in der historischen Entwicklung Europas ist.

Grab Kaiser Otto Otto der Große im Magdeburger Dom Landeshauptstadt Magdeburg, Romy Buhr

Grabmal seit Domneubau im 13. Jahrhundert

Die Wiederbeisetzung ist ein wichtiges Ereignis in der Magdeburger Geschichte, das von der Stadtgesellschaft mit großem Interesse verfolgt wird.

Bei einer Routineuntersuchung am Grabmal Kaiser Ottos des Großen wurden zum Jahresende 2024 Schäden wie Rissbildungen, Korrosion sowie schädigende Salze entdeckt. Dies hatte die Stabilität des Sarkophags gefährdet. Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt – als Eigentümerin des Domes – und das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt haben in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Domgemeinde und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland unverzüglich umfangreiche Maßnahmen zur Dokumentation und Konservierung des Grabmals eingeleitet.

Dabei wurden der Standort des Grabmals archäologisch untersucht und der steinerne, äußere Sarkophag saniert. Der innere, zerfallene Holzsarg wurde geborgen und ersetzt durch einen Titan-Sarg nach den Entwürfen von Schmuckkünstlerin Silke Treckel. Treckel setzte sich im Gestaltungswettbewerb der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt durch.

Die notwendige Öffnung des Sarkophags wurde für anthropologische und genetische Untersuchungen des Sarginhalts genutzt. Diese bestätigten, dass es sich bei den geborgenen Gebeinen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um die sterblichen Überreste Kaiser Ottos I. handelt. Zudem ergaben die archäologischen Untersuchungen des Grabumfelds interessante Aufschlüsse über die Geschichte des Domes.

Unter anderem konnte das bisher geheime Gangsystem unter dem Hohen Chor erfasst werden. Hingegen wurden keine Hinweise gefunden, ob sich das ursprüngliche Grab des Kaisers ebenfalls an diesem Ort befunden haben könnte. Der Überlieferung nach wurde Otto I. 973 in Magdeburg neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt, doch der genaue Ort bleibt bis heute unbekannt. An aktueller Stelle befindet sich das Grabmal erst seit dem Domneubau im 13. Jahrhundert.

Magdeburg ehrt das Erbe des Kaisers

Kaiser Otto I., auch „der Große“ genannt, war der größte Förderer Magdeburgs und prägte seine Lieblingspfalz durch den Ausbau zur Kaiserpfalz und die Gründung des Erzbistums. Damit stärkte er die Region als politisches und kirchliches Zentrum des Reiches und festigte mit seiner Kaiserkrönung 962 die Grundlage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Auf dieses historische Erbe besinnt sich die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts und präsentiert sich als „Ottostadt Magdeburg“.

Mit der Verleihung des Kaiser-Otto-Preises erinnert die Stadt an die Verdienste Ottos des Großen und würdigt Persönlichkeiten, die sich um den europäischen Einigungsprozess besonders im Hinblick auf die ost- und südosteuropäischen Staaten und die Förderung des europäischen Gedankens verdient gemacht haben.

27.07.2026