Neue Stadtschreiberin: Für einen lebendigen Austausch
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Neue Stadtschreiberin: Für einen lebendigen Austausch

Magdeburgs Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz hat am 11. März die neue Stadtschreiberin Dr. Marlen Schachinger begrüßt. Im Rahmen ihres siebenmonatigen Stipendiums wurde die Stadtschreiberin im „Einladen“ auf dem Breiten Weg offiziell der Presse vorgestellt. Der „Einladen“ soll zentraler Treffpunkt der Magdeburger Kulturlandschaft werden.

Dr. Marlen Schachinger möchte das Amt der Stadtschreiberin gezielt nutzen, um zur Sichtbarkeit und Wahrnehmung von Literatur im öffentlichen Raum beizutragen. Zudem plant die neue Stadtschreiberin eine regelmäßige Kolumne in Form literarischer Essays. „Kunst als Spiegel des Wandels“ wird dabei ein zentraler Begriff sein. Die neue Stadtschreiberin freut sich über das Stipendium der Landeshauptstadt und erklärt dazu:

„Im Lesen über Magdeburg gewann ich den Eindruck einer Stadt, die sich Herausforderungen stellt. Einer Stadt, die sich selbst nach Verlusten wieder und wieder neu erfindet.“

Auch die Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz freut sich auf die intensive Zusammenarbeit mit Dr. Marlen Schachinger. Ist die Österreicherin doch die erste Stadtschreiberin, die sie seit ihrem Amtsantritt als Beigeordnete im Sommer 2020 begrüßen darf.

„Vor allem ihre Idee, als Stadtschreiberin zur Vermittlung von Literatur in die Stadtgesellschaft beizutragen, hat mich überzeugt. Sie hat nicht nur einen sehr ansprechenden Schreibstil, sondern auch eine Neugierde für den Menschen und menschliches Verhalten“, so die Kulturbeigeordnete.

Die Stadtschreiberin hofft auf einen regen Austausch mit Menschen in Magdeburg und möchte die Kraft der Stadt, ihre Wandlungsfähigkeit und dem Miteinander der Bürger*innen zur Sprache verhelfen. Ihre siebenmonatige Amtszeit begann am 1. März und wird am 30. September enden. Situationsbedingt musste die für den 8. März geplante Filmvorführung ihres jüngsten Werkes „Arbeit statt Almosen“, ein Dokumentarfilm, verschoben werden. Sowohl die Stadtschreiberin und die Beigeordnete als auch der Moritzhof hoffen auf einen baldigen Nachholtermin der geplanten Vorführung.

Stadtschreiberin Dr. Marlen Schachinger im Gespräch mit der Kulturbeigeordneten
Der »Einladen« auf dem Breiten Weg in Magdeburg als Treffpunkt der Kultur
Dr. Marlen Schachinger im Interview zu ihren Vorhaben als Stadtschreiberin
Die Räumlichkeiten des »Einladen« mitten in der Magdeburger Innenstadt

Biografie von Dr. Marlen Schachinger

Marlen Schachinger, geboren 1970 in Braunau am Inn, ist österreichische Autorin und Literaturwissenschaftlerin. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Romanistik in Wien, wo sie auch promovierte. Seit 1999 arbeitet Schachinger als freiberufliche Autorin und Übersetzerin. Sie ist Leiterin des 2012 gegründeten Instituts für narrative Kunst. Für ihre schriftstellerischen Werke erhielt sie unter anderem den Lise-Meitner-Literaturpreis, den Seume-Literaturpreis, das Stipendium des Bundesministeriums für Frauen, das Wirtschafts- und Forschungsstipendium der Stadt Wien sowie das Wiener Autorenstipendium und das Magdeburger Stadtschreiberstipendium. Für letzteres begann die Amtszeit am 1. März und wird am 30. September 2021 enden.

Hintergrund zum Magdeburger Stadtschreiberstipendium

Im Zuge der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ wurde 2012 ein Stadtschreiberstipendium eingerichtet, das 2013 erstmals vergeben wurde. Die Landeshauptstadt Magdeburg lädt seitdem jährlich deutschsprachige Autor*innen ein, sich um die Position des Stadtschreibers bzw. der Stadtschreiberin zu bewerben. Voraussetzung ist, dass er oder sie vom 1. März bis 30. September in Magdeburg lebt und arbeitet. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.200 Euro. Eine mietkostenfreie Wohnung stellt die Stadtverwaltung zur Verfügung.

Das Magdeburger Stadtschreiberstipendium dient hauptsächlich der Unterstützung des eigenen schriftstellerischen Schaffens. Die Landeshauptstadt erwartet darüber hinaus, dass die Stadtschreiber*innen ihre Stipendiatenzeit weitgehend in Magdeburg verbringen und mit künstlerischen Mitteln Geschichte und Gegenwart der Stadt reflektieren. Stadtschreiber*innen sollten sich gern mit dem urbanen Leben und den literarisch-kulturpolitischen sowie künstlerischen Traditionen der Stadt befassen, sich in laufende Prozesse einmischen und seine „Außensicht“ in einem literarischen Beitrag öffentlich machen und zur Diskussion stellen, um die Kommunikation in der Stadt weiter zu befördern und anzuregen.

Im Jahr 2020 hatte Jörg Menke-Peitzmeyer das Stadtschreiber-Amt inne. Im Jahr davor war es die Schriftstellerin und Schauspielerin Nele Heyse. Stadtschreiberin 2018 war die Autorin Nellja Veremij. Die Magdeburger Stadtschreiberin von 2017, Inger-Maria Mahlke, wurde im Oktober 2018 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Teile ihres Romans „Archipel“ verfasste sie während ihres Aufenthalts in der Landeshauptstadt. Vor ihr waren bereits Peter Wawerzinek, Anja Tuckermann, Bernd Wagner und Werner Fritsch Stadtschreiber bzw. Stadtschreiberin in Magdeburg.