Projekt »Magdeburger Spuren«
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Filz und Schulden um 1600. Ein Erbschaftsstreit erschüttert Magdeburgs feine Gesellschaft

Das Projekt „Magdeburger Spuren“ des Stadtarchivs macht bisher nicht beachtete Quellen zum Alltag der Magdeburger aus der Zeit vor der Zerstörung der Stadt im Jahr 1631 zugänglich. Am 5. September 2019 wird die Website mit ersten Funden aus auswärtigen Archiven freigeschaltet. Auch die Dokumente zu einem Erbschaftsstreit in den besseren Kreisen, der im Jahre 1604 verhandelt wurde, gehen dann online.

Zu den führenden Magdeburger Familien in der Frühen Neuzeit gehörten die Alemann, Keller, Lentke, Robin, Rode und Sturm. Diese Patriziergeschlechter waren so eng miteinander verbunden, dass im Todesfalle die Erbansprüche häufig zu Verwicklungen führten. Im Jahre 1604 landete ein solcher Streit sogar vor dem obersten deutschen Gerichtshof der Zeit, dem Reichskammergericht in Speyer. Für das Projekt gefunden wurden diese Quellen im Landesarchiv Sachsen-Anhalt am Standort Wernigerode. Dort werden die Akten von Prozessen am Reichskammergericht verwahrt, die den historischen Raum des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt berühren.

Besonders kompliziert konnte es werden, wenn auch noch Gläubiger eines Erbberechtigten weitere Ansprüche erhoben. Im vorgestellten Fall gehörte das Rittergut Benneckenbeck im heutigen Stadtteil Ottersleben zur Erbmasse. Für die Anwälte der streitenden Parteien wurde es essentiell, die Verwandtschaftsverhältnisse genau zu klären. Ein Stammbaum oder – wie es genealogisch korrekt heißt – eine Nachfahrentafel half, diese zu veranschaulichen.

Auf der neu freigeschalteten Internetseite des Projekts „Magdeburger Spuren“ lassen sich die Nachfahrentafel des Joachim Keller und auch einige Schriftsätze von Familienanwälten entdecken. Weil sie von besonderem Interesse für die Stadtgeschichtsforschung sind, werden sie als sogenannte Schaufensterdokumente nicht nur ausführlich erläutert, sondern auch durch eine Transkription bequem lesbar zugänglich gemacht.

Mehr Informationen und fast 400 weitere interessante Dokumente gibt es unter https://www.magdeburger-spuren.de ab dem 5. September zu entdecken.

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