TAGE DER JÜDISCHEN KULTUR UND GESCHICHTE 2026 Vom 2. November bis 15. Dezember: Musik, Literatur, Film, Philosophie und Begegnung
Das Programm reicht von Konzerten und Filmvorführungen über philosophische Gespräche bis hin zu Vorträgen und Begegnungen, die den Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft richten.
Die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte Magdeburg verbinden die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Erinnerung mit den Stimmen, Gedanken und künstlerischen Ausdrucksformen der Gegenwart. Dabei geht es nicht allein um das Erinnern an das Gewesene, sondern ebenso um die Frage, wie wir heute miteinander leben wollen und welche Verantwortung daraus für die Zukunft erwächst.
Die Themen und das Programm
Das diesjährige Programm führt auf vielfältige Weise in diese Themen hinein: Das Konzert „Pasternak“ mit dem Lora Kostina Trio und Pascal von Wroblewsky widmet sich Gedichten des jüdisch-russischen Literaturnobelpreisträgers Boris Pasternak. Im Club der toten Philosophen begegnen die Gedanken von Hannah Arendt, Hans Jonas und Emmanuel Lévinas aktuellen Fragen nach Freiheit, Verantwortung und Menschlichkeit.
Film und Gespräch zu „Affäre Blum“ greifen einen historischen Magdeburger Justizskandal vor genau 100 Jahren auf und fragen nach Wahrheit, Gerechtigkeit und antisemitischen Vorurteilen. Mit Daniel Kahn und Christian Dawid wird es musikalisch unkonventionell und kompromisslos: Jüdische Musik wird hier nicht bewahrt, sondern neu erfunden – als kraftvoller Kommentar zur Gegenwart. Weitere Konzerte, Vorträge und Veranstaltungen eröffnen unterschiedliche Zugänge zu jüdischer Kultur, Geschichte und Gegenwart.
Hier geht es zum gesamten Programm: Programm der Jüdischen Kulturtage
Die Eröffnung
Offiziell eröffnet werden die Tage am Montag, 2. November 2026, im Forum Gestaltung. Traditionell gehört die Verleihung des Hermann-Spier-Preises zu diesem Auftakt. In diesem Jahr wird Marga Rosina Pepping aus Gouda in den Niederlanden ausgezeichnet. Gewürdigt wird ihr langjähriges Engagement für jüdisches Leben, für die Erinnerung an die Geschichte der Magdeburger Jüdinnen und Juden und insbesondere für die Erforschung ihrer Lebenswege, darunter jener Menschen, die während der NS-Zeit in die Niederlande flohen. Ihre Arbeit verbindet historische Recherche mit persönlicher Begegnung und europäischem Austausch. Die Laudatio übernimmt Waltraut Zachhuber.
Künstlerisch begleitet wird die Eröffnung durch eine tänzerische Auseinandersetzung mit der Lyrik der jüdischen Dichterin Hilde Domin. Die Tänzerinnen Andrea Rivas, Laura García Aguilera und Lena Wenke übertragen die Gedichte in eine zeitgenössische Bewegungssprache und machen sie auf körperliche Weise erfahrbar. So treffen an diesem Abend Erinnerung, gesellschaftliches Engagement und künstlerische Ausdruckskraft unmittelbar aufeinander.
Das Gemeinschaftsprojekt
Die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte sind ein Gemeinschaftsprojekt von:
• Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der DIG e. V.
• einewelthaus
• Förderverein »Neue Synagoge Magdeburg« e. V.
• Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Sachsen-Anhalt e. V.
• Gesellschaftshaus Magdeburg
• Jüdischer Frauenverein BeReshith e. V.
• Jüdische Gemeinde zu Magdeburg e. V.
• Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg
• Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, Projekt jüdische Kulturtage
• Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg, K. d. ö. R.
• Forum Gestaltung e. V.
Mit freundlicher Unterstützung von:
• Staatskanzlei und Kulturministerium Sachsen-Anhalt
• Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
• Hotel Ratswaage, Magdeburg
• Landeshauptstadt Magdeburg
• Städtische Werke Magdeburg