Affäre Blum

Der DEFA-Film Affäre Blum erzählt einen der aufsehenerregendsten Justizskandale der Weimarer Republik: Im Magdeburg der Jahre 1925/26 gerät der jüdische Fabrikant Rudolf Haas aufgrund antisemitischer Vorurteile zu Unrecht unter Mordverdacht. Der Fall erschütterte die Stadt und wurde zu einem Symbol für die politische Instrumentalisierung der Justiz. Nach 1933 wurden Unterlagen und Dokumente des Verfahrens vernichtet.

Der 1948 entstandene Film von Erich Engel nach dem Roman und Drehbuch von Robert A. Stemmle versteht sich als antifaschistische Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Justizwillkür. Zugleich wirft der Film aus heutiger Perspektive Fragen darüber auf, wie jüdische Geschichte und Verfolgung nach 1945 dargestellt wurden.

Die Historikerin Lisa Silverman zeigt in ihrem 2025 erschienenen Buch The Postwar Antisemite beispielsweise, wie Affäre Blum die historische Ehefrau von Rudolf Haas, Alice Haas, als Nichtjüdin darstellt und damit einen wesentlichen Aspekt ihrer Geschichte ausblendet: ihre eigene jüdische Verfolgungsgeschichte. Silverman untersucht, wie diese Umdeutung in die antifaschistische Erinnerungskultur der frühen DDR eingebettet war.

Das anschließende Gespräch nimmt u.a. deshalb den Film zum Ausgangspunkt, um über den historischen Magdeburger Justizskandal, die jüdische Geschichte der Familie Haas und die Darstellung von Antisemitismus im Nachkriegsfilm zu sprechen.

Datum:

Do., 03.12.2026

Uhrzeit:

19:30 bis 21:30 Uhr

Ort:

Forum Gestaltung Magdeburg

Geschäftsführung:
Norbert Pohlmann

Brandenburger Straße 10
D-39104 Magdeburg

Ortschaft:

Magdeburg

Preis:

10,00 €

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