Inhalt

Der Rahmenplan Innenstadt Magdeburg fungiert als informelles Planungsinstrument und strategischer Orientierungsrahmen, um das Herz der Stadt zukunftssicher, nachhaltig und lebendig zu gestalten. Er schließt die Lücke zwischen dem übergeordneten Flächennutzungsplan und den rechtsverbindlichen Bebauungsplänen, wobei er als gemeinsame Kommunikations- und Diskussionsgrundlage für die Politik, die Verwaltung und die Zivilgesellschaft dient. Das Ziel ist die gemeinsam entwickelte und getragene Vision, die auf bestehenden Konzepten wie dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) oder dem Klimaanpassungskonzept aufbaut.
Im Mittelpunkt des Plans steht die Idee der „Stadt der kurzen Wege“, bei der Arbeit, Wohnen, Kultur, Einzelhandel und Freizeit auf engem Raum miteinander verknüpft werden. Die Innenstadt soll sich zu einem „erweiterten Wohnzimmer“ mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität entwickeln, das allen Menschen durch Barrierefreiheit und attraktive Begegnungsräume offensteht. Dabei gilt es, das Profil und die Identität der Stadt, die von vielfältigen bauhistorischen Schichten und Brüchen geprägt ist, gezielt zu stärken und auch bauliche Leer- oder Zwischenräume als Entwicklungschancen zu nutzen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Transformation zur grünen und digitalen Stadt. Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, sollen Flächenversiegelungen reduziert, das Wassermanagement optimiert sowie Grün- und Freiflächen aufgewertet und besser vernetzt werden. Hand in Hand damit geht eine zukunftsgewandte, ökologisch nachhaltige Mobilität, die auf eine flächeneffiziente Nutzung des Verkehrsraums und eine spürbare Stärkung des Radverkehrs setzt.
Räumlich umfasst das feste Untersuchungsgebiet den Kernbereich zwischen der Elbe im Osten, den Fernbahngleisen im Westen, der Bundesstraße 1 im Norden und dem Klosterbergegarten im Süden. Da die Innenstadt jedoch eine wichtige Versorgungsfunktion für die gesamte Region übernimmt, wurde ein erweiterter Betrachtungsraum einbezogen, um auch die Verbindungen zu den angrenzenden Stadtteilen aktiv mitzudenken. Der gesamte Planungsprozess zeichnet sich durch eine transparente Gestaltung aus. Er verknüpft lokale Fachplanungsexpertise und den fachlichen Blick von außen mit dem Alltagswissen der Magdeburgerinnen und Magdeburger, und deren Einbindung über vielschichtige Beteiligungsformate und öffentliche Dialoge.