Zwischen Virchow und Pawlow. Architekturbezogene Kunst am Pathologischen Institut der Medizinischen Akademie Magdeburg, 1954-1959
Architekturbezogene Kunstwerke waren ein wichtiger Bestandteil der Neubauten für die 1954 gegründete Medizinischen Akademie Magdeburg. Der nächste Stadtgeschichtliche Sommerabend widmet sich der Rolle und dem Stellenwert dieser Kunstform als Teil der Repräsentationspolitik der neugegründeten Hochschule.
Die Veranstaltung beginnt am 15. September um 19.00 Uhr im Kaiserin-Adelheid-Foyer des Alten Rathauses. Alle interessierten Magdeburgerinnen und Magdeburger sowie alle Gäste der Stadt sind eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Die 1954 erfolgte Gründung der Medizinischen Akademie Magdeburg war mit einer regen Bautätigkeit verbunden. Auch wenn das bis dahin städtische Sudenburger Krankenhaus die klinische Infrastruktur für die Akademie bereitstellte, so mussten doch in kürzester Zeit Forschungs- und Lehrgebäude wie Hörsäle, Laboratorien oder Wohnheime errichtet werden. Fester Bestandteil dieser Neubauten waren architekturbezogene Kunstwerke wie Wandgemälde, Mosaike, Putzreliefs oder Glasschliffarbeiten, die fest mit den Gebäuden verbunden waren. Denn mit der Verordnung von März 1950 sollten in der DDR ein bis zwei Prozent der Gesamtbaukosten öffentlicher Gebäude für „die künstlerische Ausgestaltung der Räume mit Werken volksnaher, realistischer Kunst“ verwendet werden.
Der Vortrag möchte sich am Beispiel der 1959 errichteten Pathologie dieser Kunst am Bau widmen. Indem nach Rolle und Stellenwert von Kunst für die Medizinische Akademie gefragt wird, werden die Werke als Teil der Repräsentationspolitik der neugegründeten Hochschule in den Blick genommen. Über Kunst wollte die Akademie ihr Selbstverständnis nach außen gleichzeitig kommunizieren wie kontrollieren. Dabei war sowohl die Frage, wo die Kunst angebracht werden soll, aber auch, was und wen sie zeigt, Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen der zumeist bildungsbürgerlich geprägten Ärzteschaft und den wissenschafts- und kunstpolitischen Prämissen des neuen Staates.
Dr. Christian Vogel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin der Medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg. Neben der Geschichte der Kunst und Architektur der Medizinischen Akademien in der DDR arbeitet er zur Gestaltung klinischer Räume in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Das Programm der Veranstaltungsreihe gibt es als Flyer oder online auf www.magdeburg.de/stadtarchiv.