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Vortrag über architekturbezogene Kunst an der Medizinischen Akademie in den 1950er Jahren

Stadtgeschichtlicher Sommerabend am 15. September um 19.00 Uhr

Das Stadtarchiv lädt am 15. September um 19.00 Uhr im Kaiserin-Adelheid-Foyer des Alten Rathauses zum nächsten Stadtgeschichtlichen Sommerabend ein. In einem Vortrag wird über den Stellenwert architekturbezogener Kunstwerke der Neubauten für die 1954 gegründete Medizinischen Akademie Magdeburg informiert. Referent ist Dr. Christian Vogel von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

 

Die 1954 erfolgte Gründung der Medizinischen Akademie Magdeburg war mit einer regen Bautätigkeit verbunden. Auch wenn das bis dahin städtische Sudenburger Krankenhaus die klinische Infrastruktur für die Akademie bereitstellte, so mussten doch in kürzester Zeit Forschungs- und Lehrgebäude wie Hörsäle, Laboratorien oder Wohnheime errichtet werden. Fester Bestandteil dieser Neubauten waren architekturbezogene Kunstwerke wie Wandgemälde, Mosaike, Putzreliefs oder Glasschliffarbeiten, die fest mit den Gebäuden verbunden waren. Denn mit der Verordnung von März 1950 sollten in der DDR ein bis zwei Prozent der Gesamtbaukosten öffentlicher Gebäude für „die künstlerische Ausgestaltung der Räume mit Werken volksnaher, realistischer Kunst“ verwendet werden.

 

Der Vortrag möchte sich am Beispiel der 1959 errichteten Pathologie dieser Kunst am Bau widmen. Indem nach Rolle und Stellenwert von Kunst für die Medizinische Akademie gefragt wird, werden die Werke als Teil der Repräsentationspolitik der neugegründeten Hochschule in den Blick genommen. Über Kunst wollte die Akademie ihr Selbstverständnis nach außen gleichzeitig kommunizieren wie kontrollieren. Dabei war sowohl die Frage, wo die Kunst angebracht werden soll, aber auch, was und wen sie zeigt, Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen der zumeist bildungsbürgerlich geprägten Ärzteschaft und den wissenschafts- und kunstpolitischen Prämissen des neuen Staates.

 

Der Referent Dr. Christian Vogel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin der Medizinischen Fakultät der otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Neben der Geschichte der Kunst und Architektur der Medizinischen Akademien in der DDR forscht er zur Gestaltung klinischer Räume in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

Das Programm der Veranstaltungsreihe ist als Flyer oder im Internet unter www.magdeburg.de/stadtarchiv verfügbar.