Utopie und Misere des real existierenden Sozialismus in der DDR
Literaturgespräch mit Tobias von Elsner
Im bewährten Format von Vortrag, Lesung und Gespräch schaut Tobias von Elsner in seinem Literaturgespräch am 11. November um 17 Uhr in der Stadtbibliothek auf die Ideale einer sozialistischen Utopie und die Misere des real existierenden Sozialismus in der DDR.
Befragt werden die Bücher von Hans Mayer „Der Turm von Babel" und von Christoph Hein „Das Narrenschiff".Tobias von Elsner hat die Autoren Hans Mayer und Christoph Hein ausgewählt, da sie zeitweise ähnliche Hoffnungen hegten: Beide haben in der Deutschen Demokratischen Republik zumindest in ihren Anfängen den besseren deutschen Staat gesehen. Sie setzten auf die Überwindung des Stalinismus und mussten doch am Ende konstatieren, dass die versteinerte Funktionärs-Diktatur nicht reformierbar war.
Der jüngere, Christoph Hein, geboren 1944 und in der DDR aufgewachsen, etablierte sich trotz aller Restriktionen als Dramaturg und Schriftsteller. Heins ungeschminkter Realismus in seinem jüngsten Werk „Das Narrenschiff“ zeigt, wie verschieden die Charaktere seiner Protagonisten auf die Zumutungen des Lebens reagieren. Der ältere, Hans Mayer, geboren 1907, engagierter Sozialist und Kommunist seit den 1920er Jahren, war nach seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik 1963 eine einflussreiche Persönlichkeit auch im westdeutschen Geistesleben. Er blieb Zeit seines Lebens ein unabhängiger Sozialist und Wahrheitssucher in der Welt der Literatur. Hans Mayer rahmt sein „Erinnerungsbuch am Abend eines Daseins“ mit dem gleichnishaften Gedicht von Johannes R. Becher „Der Turm von Babel“. Es berichtet vom Scheitern einer Utopie: Am Ende wird der Turm „im Sturz zu nichts zerfallen“.
Alle interessierten Gäste sind herzlich zum Literaturgespräch „Utopie und Misere des real existierenden Sozialismus in der DDR“ mit Tobias von Elsner am Mittwoch, 11. November, um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, eingeladen. Die Veranstaltung wird zugleich innerhalb des Programms „Studieren ab 50“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg angeboten. Der Eintritt ist frei.