Stadt und Universität würdigen polnischen Rechtshistoriker mit dem Eike-von-Repgow-Preis
Öffentlicher Festakt am 27. Oktober/Gleichnamiges Stipendium für Archäologin
Der von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gemeinsam gestiftete Eike-von-Repgow-Preis wird in diesem Jahr an den polnischen Rechtshistoriker Prof. Dr. Maciej Mikula verliehen. Mit der renommierten Auszeichnung werden seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der osteuropäischen Rechtsgeschichte gewürdigt. Oberbürgermeisterin Simone Borris und der Rektor der Universität, Prof. Dr. Jens Strackeljan, werden die Verleihung am 27. Oktober um 17.00 Uhr in der Johanniskirche vornehmen. Interessierte haben die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung an dem Festakt teilzunehmen.
Im Rahmen der feierlichen Veranstaltung wird außerdem der Archäologin Lena Güßbacher das Eike-von-Repgow-Stipendium 2027 verliehen. In ihrer geplanten Dissertation beschäftigt sie sich mit den Funden und Befunden eines außergewöhnlichen Gräberfeldes bei Randau-Calenberge aus der Eisenzeit. Die Vergabe von Preis und Stipendium in einem gemeinsamen Festakt verbindet traditionell etablierte internationale Spitzenforschung mit gezielter Nachwuchsförderung.
Wer bei der Verleihung dabei sein möchte, kann sich bis zum 22. Oktober unter der E-Mail-Adresse veranstaltung@kb.magdeburg.de anmelden. Aufgrund der begrenzten Platzkapazität ist eine vorherige Anmeldung zwingend erforderlich. Interessenten erhalten im Anschluss eine Rückinformation, ob ihrem Teilnahmewunsch entsprochen werden kann.
Eike-von-Repgow-Preis 2026 für Prof. Maciej Mikula
Mit Prof. Dr. habil. Maciej Mikula ehren die Landeshauptstadt Magdeburg und die Otto-von-Guericke Universität einen Rechtshistoriker mit großem internationalem Renommee. Er forscht zu den mittelalterlichen Quellen des Magdeburger Rechts. Das Kuratorium zur Preisvergabe würdigt damit seine Verdienste für die Geschichtsforschung. Er habe diese maßgeblich geprägt, indem er zeigt, wie stark die Stadt Magdeburg das östliche Europa über Jahrhunderte beeinflusste.
Spätestens seit seiner Habilitation im Jahr 2018 ist der Rechtshistoriker Prof. Maciej Mikula einer der europaweit am besten ausgewiesenen Kenner des Magdeburger Rechts. Dieses im Mittelalter in Magdeburg entwickelte Stadtrecht war seiner Zeit weit voraus und ein echter Exportschlager: Es breitete sich unter anderem im gesamten heutigen Polen aus und regelte dort über Jahrhunderte das friedliche Zusammenleben, den Handel und die Justiz in den Städten.
Eike-von-Repgow-Stipendium 2027 für Lena Güßbacher
Mit dem Eike-von-Repgow-Stipendium 2027 wird die Promotion der Archäologin Lena Güßbacher unterstützt. Sie forscht zu einem Gräberfeld bei Randau-Calenberge, das für seine Region mehrere ausgesprochen spannende Besonderheiten aufweist.
Neben seiner Größe mit mehr als 300 Bestattungen liegen 10 Körperbestattungen vor. Es handelt sich damit um eine der größten Nekropolen, einer archäologisch bedeutenden Begräbnisstätte, ihrer Zeit im Gebiet der unteren Saale und Mittelelbe und nimmt damit eine besondere Stellung ein. Derartige Körpergräber sind eine absolute Ausnahme, da sie aus einer Periode stammen, in der die Leichenverbrennung in Mittel- und Nordeuropa als Bestattungsform dominierte. Mit dem Voranschreiten der Untersuchungen besteht die Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Bevölkerung zu ziehen. Die vollständige Aufarbeitung des Gräberfeldes im Rahmen der Promotion von Lena Güßbacher trägt damit zur Erforschung der Geschichte und Kulturentwicklung im Mittelelberaum bei.
Hintergrundinformationen zum Eike-von-Repgow-Preis
Der Eike-von-Repgow-Preis wird gemeinsam von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verliehen. Die erste Verleihung fand 1998 statt.
Im Vertrag über die Verleihung des Eike-von-Repgow-Preises heißt es unter anderem: „Die Vertragspartner wollen mit diesem Preis die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands und des Gebiets der mittleren Elbe fördern sowie in Eike von Repgow eine bedeutende Persönlichkeit würdigen, die auf dem Boden Sachsen-Anhalts gewirkt hat. Zugleich soll der Preis an die Verbindung dieses Raums mit anderen Teilen Europas erinnern.“
„Der Preisträger soll sich entweder in seinem wissenschaftlichen oder literarischen Werk insbesondere mit der historischen Region Sachsen als Thema der Geschichte, der Rechtsgeschichte, der Germanistik oder der Sozialwissenschaften in herausragender Weise beschäftigt haben oder durch besondere wissenschaftsorientierte Leistungen zur Erforschung der historischen Region Sachsen ausgewiesen sein. Untersuchungsergebnisse über die Wirkung der historischen Region Sachsen auf den west- und osteuropäischen Raum sind erwünscht.“
Der Preis besteht aus einer Bronzestatuette des Magdeburger Bildhauers Heinrich Apel, die Eike von Repgow darstellt, einer Ehrenurkunde und einer Dotation in Höhe von 2.500 Euro.
Hintergrundinformationen zum Eike-von-Repgow-Stipendium
Das Eike-von-Repgow-Stipendium wird seit 1998 ebenfalls gemeinsam von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität verliehen. Es dient der Motivation neuer Forschung, der Unterstützung von Forschungsvorhaben junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie der weiteren Beschäftigung mit der europäischen Rechtsgeschichte. Das Stipendium wird alle zwei Jahre im Rahmen eines Promotionsvorhabens verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert, von denen die Landeshauptstadt Magdeburg 10.000 Euro trägt. Seit 2024 wird im Rahmen der feierlichen Verleihung des Eike-von-Repgow-Preises auch das gleichnamige Stipendium vergeben.