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Spielplatz Europaring bekommt eine Bouleanlage

Französisches Flair in Stadtfeld West 7.000 Euro

In dieser Woche beginnt der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg mit dem Bau einer neuen Bouleanlage auf dem Spielplatz am Europaring. Im Rahmen eines Ausbildungsprojektes wird auf der Spiel- und Freizeitanlage in Stadtfeld West in den nächsten Wochen mit dem Bau des Boulefeldes französisches Flair Einzug halten.

 

Für das beliebte französische Freizeitspiel wird eine wassergebundene Spielfläche in der Größe von 15 x 4 Metern angelegt. Am Spielfeldrand sollen Sitzmöglichkeiten und Abfallbehälter auf einer gepflasterten Fläche für die gewünschte Aufenthaltsqualität während der Boulepartien sorgen. Die thematische Erweiterung des Spielplatzes wird rund 7.000 Euro kosten und aus Mitteln des städtischen Haushalts finanziert.

 

Der rund 200 m² große Baubereich wird während der Arbeiten durch einen Bauzaun gesichert. Der Eigenbetrieb Stadtgarten bittet um Verständnis, sofern es für Spielplatznutzerinnen und Nutzer während der Bauarbeiten zu Einschränkungen kommt.

 

Der Bau der Bouleanlage gibt den Auszubildenden des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg die Gelegenheit, das theoretisch Erlernte in der Praxis einzusetzen und damit einen bleibenden Wert mit der eigenen Arbeit zu schaffen. Hierzu werden Auszubildende aller drei Lehrjahre in unterschiedlichen Bauphasen ihr Wissen einbringen und damit wertvolle Erfahrungen sammeln können.

 

Hintergrund

Zum Zeitvertreib zu spielen liegt wohl im Wesen der Menschen. Ist es doch das Spiel im Allgemeinen, mit dem sich Kinder die Welt erschließen. Selbst im Erwachsenenalter frönen wir dem geselligen Brett-, Würfel- oder Kartenspiel und lassen uns das Bejubeln eines gelungenen Fußballspiels nicht nehmen. So wurde bereits in der Antike mit hölzernen Kugeln beziehungsweise beschlagenen Steinen gespielt.

 

Im Mittelalter trieben es die so genannten französischen Bouleurs mit einem Spiel, bei dem es galt, sich mit Holzkugeln einer Zielkugel anzunähern, so ausschweifend, dass Karl V. 1369 das damit verbundene Boulespiel verbot. Die Untertanen sollten weniger mit Holzkugeln spielen, als sich vielmehr im Umgang mit Pfeil und Bogen üben. Das beliebte Spiel verschwand für mehrere Jahrhunderte aus dem französischen Alltagskultur. Erst als Papst Julius II zur Stärkung der Macht des Kirchenstaates in Italien eine eindrucksvolle „Steinwerferkompanie“ einrichtete und damit das Spiel mit den Kugeln indirekt förderte, kam das Boulespiel durch französische Feldzüge in Italien wieder zurück nach Frankreich. Seither ist das Boulespiel fest in der französischen Alltagskultur verankert. Bisweilen wurden der Freizeitaktivität sogar gesundheitsförderliche Eigenschaften zugeschrieben. Auch bildeten sich im Laufe der Zeit verschiedene Spielvarianten heraus. Eines jedoch haben alle Ausführungen bis heute gemein, sie fördern bei einer gemütlichen Partie das entspannte Beisammensein in kontemplativer Tätigkeit und gehören damit zum Savoir-vivre, der französischen Kunst das Leben zu genießen.

 

(Siehe auch: Kleine Geschichte des Kugelspiels auf: http://www.boule.de/Geschichte.php)