Französisches Flair für Stadtfeld West: Neuer Boule-Platz am Europaring entsteht
Mit einer Größe von 15 x 4 Metern bietet die neue, wassergebundene Spielfläche künftig optimale Bedingungen für eine gemütliche Kugelpartie im Viertel. Neue Sitzmöglichkeiten und Abfallbehälter auf einer gepflasterten Fläche am Spielfeldrand sorgen nach der Fertigstellung für eine hohe Aufenthaltsqualität.
Die Kosten für die Erweiterung des Spielplatzes belaufen sich auf rund 7.000 Euro und werden vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert.
Die wichtigsten Fakten zum Bauprojekt auf einen Blick
- Wo wird gebaut? Spiel- und Freizeitanlage am Europaring, Stadtfeld West.
- Was entsteht? Eine professionelle Bouleanlage (15 x 4 Meter) inklusive gepflastertem Aufenthaltsbereich und neuen Sitzbänken.
- Wer baut? Auszubildende aller drei Lehrjahre des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg.
- Einschränkungen: Der rund 200 m² große Baubereich ist mit einem Bauzaun gesichert. Während der Arbeiten kann es zu kleinen Einschränkungen auf dem Spielplatz kommen. Wir bitten alle Besucherinnen und Besucher um Verständnis!
Ein echtes Praxisprojekt für unsere Azubis
Der Bau der Bouleanlage ist weit mehr als eine reine Baumaßnahme. Er gibt dem gärtnerischen Nachwuchs Magdeburgs die perfekte Gelegenheit, theoretisches Wissen eins zu eins in die Praxis umzusetzen. Von der Planung über Erdarbeiten bis hin zur Pflasterung steuern die Auszubildenden die verschiedenen Bauphasen eigenständig und schaffen damit einen bleibenden Wert für ihren Stadtteil.
Gewusst? Eine kurze Geschichte des Boule-Spiels
Das Spiel mit Kugeln liegt im Wesen des Menschen und reicht bis in die Antike zurück, als noch mit hölzernen Kugeln oder beschlagenen Steinen geworfen wurde. Im französischen Mittelalter war das Spiel – damals betrieben von den sogenannten Bouleurs – so populär und ausschweifend, dass König Karl V. es im Jahr 1369 kurzerhand verbot. Seine Untertanen sollten sich lieber im Umgang mit Pfeil und Bogen üben, statt Holzkugeln zu werfen.
Für Jahrhunderte verschwand das Spiel aus dem Alltag. Erst als Papst Julius II. in Italien eine „Steinwerferkompanie“ gründete, erlebte das Kugelspiel eine indirekte Renaissance und kehrte durch französische Feldzüge zurück nach Frankreich. Heute ist Boule fest im Alltag verankert und steht weltweit als Symbol für das französische „Savoir-vivre“ – die Kunst, das Leben in geselliger Runde entspannt zu genießen